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Schunk und Siemens PLM Software vereinfachen Einstieg in Simulation

| Redakteur: Katharina Juschkat

Siemens PLM Software und Schunk verkünden auf der Automatica, mit einer Simulationssoftware den Einstieg in die Simulation von Handhabungslösungen radikal zu vereinfachen. Die Vollversion kann für ein halbes Jahr kostenlos getestet werden.

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Die Simulation von Handhabungslösungen soll mit der neuen Simulationssoftware radikal einfach werden, verspricht Schunk.
Die Simulation von Handhabungslösungen soll mit der neuen Simulationssoftware radikal einfach werden, verspricht Schunk.
(Bild: Schunk)

Zum Auftakt der Automatica verkünden der Greiferhersteller Schunk und Siemens PLM Software eine OEM-Partnerschaft, um den Einstieg in die Welt der Simulation von Handhabungslösungen radikal zu vereinfachen. Im Zuge dessen bietet Schunk ein Einsteigerpaket an, bestehend aus dem Mechatronics Concept Designer von Siemens PLM Software, einer Komponentenbibliothek digitaler Zwillinge von Schunk sowie entsprechendem Support bei deren Nutzung. Das Tool lässt sich vollständig in Siemens NX integrieren.

Konstrukteure, Programmierer und Projektierer können die Simulationssoftware sechs Monate lang in der Vollversion kostenfrei testen. Auch unabhängig vom Einsteigerpaket können ab sofort Lizenzen des Mechatronics Concept Designers über Schunk erworben werden.

Den Einstieg in das simultane Engineering vereinfachen

Schunk bietet die erste Bibliothek mechatronischer Greifsystemkomponenten in der Simulationsumgebung des Mechatronics Concept Designers von Siemens PLM Software.
Schunk bietet die erste Bibliothek mechatronischer Greifsystemkomponenten in der Simulationsumgebung des Mechatronics Concept Designers von Siemens PLM Software.
(Bild: Schunk)

Im Kern geht es darum, komplette Montageanlagen im dreidimensionalen Raum zu simulieren und den gesamten Engineering-Prozess vom Konzept über Mechanik, Elektrik und Software bis hin zur virtuellen Inbetriebnahme digitalisiert in einem System abzubilden.

Der CEO Henrik Schunk prophezeit: „Künftig wird niemand mehr über Tage hinweg Taktzeiten ausrechnen oder wochenlang mit der Inbetriebnahme von Handlinglösungen beschäftigt sein. Mit unserer Digitalisierungsinitiative haben wir uns das Ziel gesetzt, Anlagenbauern und Integratoren den Einstieg in die hocheffiziente Welt des simultanen Engineerings und der virtuellen Inbetriebnahme so einfach wie möglich zu machen.“

Simultanes Engineering beschleunigt Anlagenentstehungsprozess

Das System deckt laut Unternehmen sämtliche Phasen von der Konstruktion im CAD-Programm und der Simulation bis zur virtuellen Inbetriebnahme und der realen Anbindung an die Steuerung des Anlagenentstehungsprozess mit minimalen Medienbrüchen ab.

Während beim konventionellen Engineering Mechanik, Elektrik und Softwareprogrammierung sequentiell nacheinander ablaufen und die Inbetriebnahme erst am Ende an der montierten Anlage beginnt, vereint der Mechatronics Concept Designer alle drei Disziplinen in einer Oberfläche und schafft damit die Möglichkeit, sämtliche Tätigkeiten zu parallelisieren. Das simultane Engineering beschleunigt laut Schunk den kompletten Anlagenentstehungsprozess, minimiert die Komplexität, erhöht die Flexibilität und soll damit jede Menge Kosten sparen. Änderungen lassen sich innerhalb kurzer Zeit übernehmen und auf ihre Machbarkeit prüfen. Zudem können vergleichbare Folgeprojekte schneller realisiert werden, als es bislang möglich war, verspricht der Hersteller.

Einfache Simulationen ohne umfassende Softwarekenntnisse möglich

Da die Simulationssoftware, die Komponentenbibliothek, die realen Komponenten und der Support aus einer Hand kommen, ist laut Hersteller ein zeit- und kosteneffizienter Einstieg in die Simulationssoftware möglich. Hierfür hat Schunk sein 24V-Mechatronikprogramm für die Hochleistungsmontage als digitale Zwillinge angelegt, so dass einfache Montageanlagen auch ohne umfassende Softwarekenntnisse simuliert werden können. Die Komponentenbibliothek enthält im ersten Schritt die Parallelgreifer Schunk EGP, die Linearmodule Schunk ELP, die Greif-Schwenk-Module EGS und sowie die Drehmodule ERS.

Mittelfristig sollen sämtliche Greifsystem- und Spanntechnikkomponenten von Schunk als digitale Zwillinge zur Verfügung stehen. Die digitalen Zwillinge enthalten zum einen das CAD-Volumenmodell mit allen geometrischen Daten zur Modellierung in Siemens NX, CAE-Daten (Eplan), ein kinematisches Verhaltensmodell sowie ein physikalisches Modell, in dem der Hub, die Aus- und Einfahrgeschwindigkeit, die Beschleunigung, der Ruck, die Nennkraft und die Masse hinterlegt sind. Hinzu kommen SPS-Funktionsbausteine zur virtuellen Inbetriebnahme, um die Szenarien Software und Hardware in the Loop (SiL/HiL) zu vereinfachen.

Neben einer Ablaufsequenz liefert die Software ein Gantt-Diagramm, in dem sämtliche Phasen und Abhängigkeiten dargestellt werden. In der Planungsphase lässt sich erkennen, wo sequentielle Bewegungen nötig beziehungsweise parallele Bewegungen möglich sind. Über Automationsschnittstellen kann das Verhalten des virtuellen Modells an realen Steuerungen, wie Siemens Simatic S7 oder Beckhoff getestet werden, sodass Plug&Work-fähige Handhabungslösungen realisierbar sind. Für viel Gestaltungsfreiheit lassen sich bereits in der kostenlosen Testphase Komponentenbibliotheken anderer Hersteller integrieren. Wer tiefer in die Software einsteigen will, kann zusätzlich zum Bibliotheken-Support von Schunk Schulungen von Siemens nutzen.

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