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Safety So geht Muting ohne Muting-Sensoren

| Autor / Redakteur: Martina Schili* / Sariana Kunze

„Safety first“ hat bei dem Logistik- und Materialflussspezialisten Witron einen hohen Stellenwert. Deshalb wird auf effiziente Safety-Lösungen gesetzt, womit Zugangssicherungen mit Materialtransport kompakter und sicherer ausgeführt werden können. Zum Einsatz kommt das Verfahren „Smart Process Gating“.

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Mit einem Sicherheits-Lichtvorhang in der Variante mit „Smart Process Gating“ von Leuze Electronic lässt sich eine prozessgesteuerte Zugangssicherung ohne Muting-Sensoren realisieren.
Mit einem Sicherheits-Lichtvorhang in der Variante mit „Smart Process Gating“ von Leuze Electronic lässt sich eine prozessgesteuerte Zugangssicherung ohne Muting-Sensoren realisieren.
(Bild: Leuze Electronic)

Wenn Mensch und Maschine in einer technischen Umgebung aufeinander treffen, müssen Maschinen- und Anlagenteile binnen Bruchteilen von Sekunden gestoppt werden können. „Die Sicherheit aller Personen, die in einem der vielen Logistikzentren unserer Kunden überall auf der Welt arbeiten, ob in der Industrie, im Retailbereich oder Service, ist das höchste, schützenswerte Gut“, erklärt Stephan Schmid, Projektingenieur im Bereich Entwicklung Steuerungstechnik bei Witron, einem Unternehmen, das hochdynamische Lager- und Kommissioniersysteme in der Intralogistik plant und realisiert. Bedeutet: entsprechende Bereiche werden von Witron mit Sicherheitseinrichtungen oder Umzäunungen ausgestattet, die den geltenden Standards und Normen entsprechen, um so Unfallrisiken gar nicht erst entstehen zu lassen. Nachdem man in einem vernetzten, mechanisierten System jedoch nicht alle Bereiche, in denen Mensch und Maschine aufeinander treffen, komplett einzäunen kann, arbeitet Witron z. B. an Förderstrecken mit Sicherheits-Lichtvorhängen. Diese müssen zuverlässig Mensch und Ware unterscheiden.

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Muting-Sensoren für klassische Sicherheitslösung

Betroffene Bereiche müssen durch optische Sicherheits-Sensoren gekennzeichnet werden. Damit die Annäherung von Fördergut an ein Schutzfeld eindeutig erkannt und dieses zum richtigen Zeitpunkt zur Durchfahrt überbrückt wird, wurden branchenweit in der Vergangenheit Muting-Prozesse mit signalgebenden Muting-Sensoren eingesetzt. Diese Sensoren wurden zusätzlich zu den Sicherheits-Lichtvorhängen installiert und ermöglichten, dass Paletten und Fördergut unterbrechungsfrei ein- und ausfahren konnten. Vor und hinter dem Sicherheits-Lichtvorhang ist jedoch wenig Platz vorhanden. Der zusätzliche Einsatz von überbrückenden Sensoren führte meist zu einem Mehrbedarf an Platz, wodurch die Anlage weniger kompakt ausgeführt werden konnte. Auch der Installations- und Serviceaufwand für deren zusätzlichen Aufbau, Justage und Rejustage waren mit Mehraufwand verbunden. „So kam bei Witron der Wunsch auf, eine Lösung zu finden, welche die Prozesssicherheit, Anlagenverfügbarkeit sowie eine einfacher Bedienung miteinander vereint“, erklärt Schmid.

Mit Smart Process Gating Muting neu erfunden

Zu jenem Zeitpunkt hatte Leuze Electronic für diese Anforderung eine Projektidee entwickelt: „Smart Process Gating“ - basierend auf den Sicherheits-Lichtvorhängen MLC. Der Optosensorikhersteller stellte diese Idee Witron in einer sehr frühen Entwicklungsphase vor. Schnell begleitete das Unternehmen aus der Oberpfalz die Entwicklung in zahlreichen Praxistests. So wurde Smart Process Gating auf Herz und Nieren von Witron auf dessen Teststrecken getestet und gemeinsam optimiert.

Anwendertreff Maschinensicherheit Die Maschinensicherheit ist ein wichtiges Thema: Die richtigen Normen müssen berücksichtigt und die Anforderungen der Maschinenrichtlinie müssen eingehalten werden. Der Anwendertreff Maschinensicherheit unterstützt Entwickler und Konstrukteure , die funktionale Sicherheit von Maschinen und Anlagen zu gewährleisten.
Mehr Infos: Anwendertreff Maschinensicherheit

„Es entstand eine Lösung, welche die Anforderung der Arbeitssicherheit kombiniert und mit einer hohen Prozesssicherheit und Anlagenverfügbarkeit vereint“, erläutert Josef Apfelbeck, Key Account Manager und Spezialist für Intralogistik bei Leuze Electronic. Mit Smart Process Gating (SPG) entstand ein Verfahren, womit Muting-Prozesse kompakter und stabiler ausgeführt werden können. Mit dem auf Basis seiner Sicherheits-Lichtvorhänge entwickelten SPG-Verfahren kann auf die bisher notwendigen signalgebenden Muting-Sensoren verzichtet werden, so der Anbieter.

Fördersysteme können nicht nur kompakter ausgeführt werden, sondern es entfällt auch in der Betriebsphase die Gefahr von Dejustage oder Beschädigung der Sensoren ebenso wie der Aufwand für deren Wartung und Instandhaltung. Dadurch wird die Verfügbarkeit der gesamten Sicherheitseinrichtung erhöht und zusätzlich weitere praxisbezogene Risiken reduziert, erklärt der Hersteller. Beim SPG kommt das erste Muting-Signal von der Prozess-Steuerung (SPS), während das Zweite durch das Schutzfeld selbst erzeugt wird. Smart Process Gating setzt daher einen kontrollierten Materialfluss voraus, damit die nötigen SPS-Steuersignale exakt im erwarteten Zeitfenster zur Verfügung gestellt werden. Der Sicherheits-Lichtvorhang MLC 530 in der Variante mit Smart Process Gating ist vom TÜV sicherheitstechnisch zertifiziert. In Kombination mit einer Standard-Steuerung kann ein Performance Level PL d erreicht werden, mit einer Sicherheitssteuerung ist auch ein Performance Level PL e möglich.

Smart Process Gating als Standard weltweit

„Viele Stunden harter Entwicklungsarbeit, gemeinsamen Projektierens, Diskutierens, Testens an den Materialschleusen von Test-Förderstrecken mit Witron haben zu einem Ergebnis geführt, das sich sehen lassen kann“, sagt Apfelbeck stolz. Schmid erklärt: „Charmant für Witron ist vor allem die Stabilität und hohe Verfügbarkeit der Sicherheitseinrichtung – und das zu reduziertem Aufwand. Das bestätigen unsere Onsite-Teams wie auch unsere Kunden.“ Seit Herbst 2016 setzt Witron auf Smart Process Gating und setzt diese Technologie als Standard in all seinen Projekten weltweit ein. Von Witron projektierte Anlagen mit SPG als Sicherheitseinrichtung stehen mittlerweile in Frankreich ebenso wie in Norwegen oder den USA. Neu im Einsatz im Bereich Regalbediengeräte hat Witron die Leuze-Datenübertragungs-Lichtschranke DDLS 500 mit Ethercat-Schnittstelle. „Das Smart Process Gating musste zahlreiche Härtetests bestehen. Heute wird es von uns standardmäßig in Projekten mit Materialfluss eingesetzt“, sagt der Projektingenieur.

* Martina Schili, Corporate Communications/Public Relations, Leuze Electronic

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