Suchen

Prozessoptimierung So können sich Pharma- und Medizintechnik für die Zukunft rüsten

| Redakteur: Ines Stotz

Die Anforderungen an die Produktionsumgebung in der Pharma- und Medizintechnik sind naturgemäß sehr hoch. Nicht zuletzt stellen die strengen Reinraumkriterien eine besondere Herausforderung dar. Um in einem wettbewerbsstarken Markt zu bestehen, müssen Unternehmen ihre Produktionseffektivität steigern und Kosten minimieren. Ein aktueller Trend ist die Prozessoptimierung zur Steigerung der Gesamtanlageneffektivität (Overall Equipment Effectiveness, OEE). Eine zunehmende Vernetzung sowie der Einsatz von Automatisierungstechnik im Sinne von Industrie 4.0 bereiten hierfür den Weg.

Firmen zum Thema

In einem Handling-Modul für die Zuführung von Fertigspritzen in die Endverpackungsanlage hat Robotronic gleich zwei Mitsubishi Electric Überkopf-Knickarmroboter in eine MRT-Zelle integriert.
In einem Handling-Modul für die Zuführung von Fertigspritzen in die Endverpackungsanlage hat Robotronic gleich zwei Mitsubishi Electric Überkopf-Knickarmroboter in eine MRT-Zelle integriert.
(Bild: Robotronic)

Michael Suer, Director Life Science, Mitsubishi Electric Europe erklärt: „Durch Vernetzung wird Produktion immer intelligenter. Das gilt auch in der Pharma- und Medizintechnik. Die Kunst besteht darin, aus den Datenmassen die richtigen Informationen zu ermitteln, zu analysieren und die Anlage auf Basis der Erkenntnisse optimal und damit zukunftsfähig zu gestalten.“

Eine durchgehende Vernetzung sorgt für Transparenz, die zur Steigerung der Gesamtanlageneffektivität nötig ist. Über Schnittstellen wie dem MES-Interface von Mitsubishi Electric lassen sich Daten schnell und einfach in der gesamten Anlage auf Werkebene erfassen und an übergeordnete MES- oder ERP-Systeme der Leitebene zur weiteren Auswertung und Analyse übertragen. Ein Gateway-PC ist nicht nötig. Das MES-Interface basiert auf der Melsec System Q SPS von Mitsubishi Electric, ist jedoch kompatibel mit Steuerungsplattformen unterschiedlicher Hersteller. Die Inbetriebnahmezeit durch einen Anlagentechniker beträgt lediglich 15 Minuten.

Bildergalerie

Mehr Roboter: kompakt, flexibel, schnell

Strategien zur Steigerung der Gesamtanlageneffektivität betrachten außerdem eine kompaktere Bauweise, kürzere Produktionszyklen und deutlich minimierten Ausschuss. Automatisierungstechnologien unterstützen diese Ansätze maßgeblich. Vor allem Robotertechnik wird zunehmend genutzt.

„Roboter bringen Flexibilität und Effektivität in die Produktion. Sie entlasten den Menschen, der sich dadurch wertschöpfenden Aufgaben zuwenden kann“, so Michael Suer. „In der Pharma- und Medizintechnik übernehmen sie immer häufiger Handling-Aufgaben. Mitsubishi Electric Roboter beispielsweise kommen vor allem im Assembling von Komponenten und im Secondary Packaging zum Einsatz. Mit Scara-, Doppelarm-Scara- und Knickarmrobotern bieten wir unseren Kunden 3 verschiedene Kinematikarten an.“

Der deutsche Medizintechnikhersteller Maquet Cardiopulmonary, Teil der Getinge Gruppe, nutzt beispielsweise Scara- und Knickarmroboter von Mitsubishi Electric beim Assembling von Oxygenatoren, der Hauptkomponente von Herz-Lungen-Maschinen. Als Einmalprodukte konzipiert, spielen Produktionskosten eine wichtige Rolle. Die roboterunterstützte Fertigung ermöglicht eine entsprechende Kosteneffizienz.

Besondere Anforderungen: Produktion im Reinraum

Insbesondere im Reinraum ist der verfügbare Platz ein teures Gut. Umso wichtiger sind kompakte Komponenten, denn entsprechend platzsparend ist letztlich die Maschine. „Mitsubishi Electric Komponenten wie Roboter, Controller oder Servoantriebe zeichnen sich durch eine besonders raumsparende Bauart aus und bieten flexible Einsatzmöglichkeiten. Eine einfache Handhabung erlaubt die schnelle Integration, Inbetriebnahme und Anpassung“, sagt Michael Suer.

Mit der MRT-Zelle (MRT = modulare Robotertechnik) der schweizerischen Robotronic AG zum Beispiel lassen sich hochkompakte Handling-Lösungen realisieren. Das Basismodul der MRT-Zelle misst eine Grundfläche von 1 x 1,3 m und ist etwa 2,2 m hoch. In einem Anwendungsbeispiel übernehmen 2 Überkopf-Knickarmroboter von Mitsubishi Electric die Zuführung von Fertigspritzen in die Endverpackungsanlage gemäß Reinraumanforderungen nach GMP Norm Level D. Wettbewerbsprodukte benötigen dafür drei- bis viermal so viel Platz. 400 Spritzen pro Minute kann die Maschine in die Entleerungsschiene eintakten. Maximal lassen sich bis zu 600 Stück pro Minute verarbeiten.

Je nach Typ erfüllen Melfa Roboter bei Bedarf sogar Reinraumklasse ISO 3 bzw. ISO 5 und sind IP 54 bis IP 67 staub- und spritzwassergeschützt. Mitsubishi Electric bietet Modelle der neuen Robotergeneration der F-Serie auch in einer Multi-Resistant-Ausführung an, die für eine regelmäßige CIP-Reinigung (engl. Cleaning in Place, kurz CIP) mit Wasserstoffperoxid (H2O2) freigegeben sind.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 43595169)