Industrielle Kommunikation So lässt sich Profinet in Rekordzeit einbinden

Autor / Redakteur: Georg Süss* / Dipl. -Ing. Ines Stotz

In der Automobilindustrie wird der Ruf nach der Unterstützung einer implementierten Profinet-Schnittstelle immer lauter. Um diese Forderung zu erfüllen, entschied sich die Firma Unglaube bei ihrem DataMatrix-Code-Lesesystem für den Einsatz des Profinet-Stacks von Softing. Dadurch sichert sich das Unternehmen nicht nur einen wichtigen Markt, sondern ist auch bestens für weitere Produktinnovationen aufgestellt.

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Qualitätsunterschiede der Markierungen auf den gekennzeichneten Bauteilen und Störgrößen der Umgebung stellen hohe Anforderungen an die Erkennungsleistung des DataMatrix-Code-Lesesystems.
Qualitätsunterschiede der Markierungen auf den gekennzeichneten Bauteilen und Störgrößen der Umgebung stellen hohe Anforderungen an die Erkennungsleistung des DataMatrix-Code-Lesesystems.
(Softing Industrial Automation)

In der Automobilindustrie ist heutzutage die lückenlose Rückverfolgbarkeit aller Bauteile und Komponenten selbstverständlich. Als einer der führenden Anbieter von Strichcode- und DataMatrix-Code-Lesesystemen produziert die Firma Unglaube aus Massenhausen hochwertige Hardware- und Software-Lösungen für den industriellen Einsatz, unter anderem speziell auch für die Automobilindustrie.

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Bei vielen Automobilherstellern wird schon seit Jahren der DataMatrix-Code im Anwendungssegment Direct Part Marking (DPM) verwendet. Damit wird die eindeutige Identifikation aller Bauteile ermöglicht und die gewünschte 100-prozentige Rückverfolgbarkeit gewährleistet.

Weil der DataMatrix-Code mit Hilfe unterschiedlicher Verfahren, zum Beispiel durch Nadelprägen oder durch Lasermarkierung, auf den Bauteilen aufgebracht wird, stellt das prozesssichere Lesen der Markierungen eine besondere Herausforderung an das eingesetzte Lesegerät dar. Darüber hinaus beeinträchtigen unterschiedliche Qualität der Codierung oder Störgrößen der Umgebung, wie beispielsweise veränderte Hintergrundbeschaffenheit, Emulsionen oder Beschädigungen der Oberfläche die Erkennungsleistung.

Hochkomplexe Anwendungen erfordern hohe Leseraten

Einsatz finden die DataMatrix-Code-Lesesysteme von Unglaube auch in hochkomplexen Anwendungen, etwa der Steuerung kompletter Bearbeitungszentren. Hierbei müssen verschiedenste Bauteile an Hand ihres DataMatrix-Codes identifiziert werden. Mit diesen Informationen koordiniert das übergeordnete Produktionsplanungs- und -steuerungssystem dann die nächsten Bearbeitungsschritte. Bei der Verkettung von mehreren Bearbeitungszentren sind sehr hohe Leseraten gefragt, damit kostspielige Stillstandzeiten vermieden werden.

Durch seine langjährige Erfahrung mit DataMatrix-Code-Lesesystemen hat das Unternehmen immer die richtige Lösung für seine Kunden parat. Da sich die hauseigenen Lesesysteme nicht nur durch hohe Betriebssicherheit sondern auch durch besondere Zuverlässigkeit und Langlebigkeit auszeichnen, werden Unglaube-Produkte heute weltweit in der Automobilindustrie verwendet.

Ein Schlüsselprodukt ist das DataMatrix-Code-Lesesystem SmartCam DMRe2u Currera, das die Hardware eines intelligenten Kamerasystems mit der Dekodier-Software DMRe2u für eine dynamische Bildvorverarbeitung kombiniert. Da es als eines der besten Lesegeräte für DataMatrix-Code auf dem Markt gilt, kommt es auch bei einem großen deutschen Automobilhersteller der Premiumklasse bei der vollautomatischen Fertigung von Zylinderköpfen und Kurbelwellen-Gehäusen zum Einsatz.

Profinet-Implementierung als Kundenanforderung

Mit zunehmender Akzeptanz von Profinet in der Industrie wird die Unterstützung des Industrial Ethernet-Protokolls auch immer stärker von der Automobilindustrie gefordert. Diesem Bedarf folgend, setzte sich Unglaube mit dem Thema Profinet auseinander.

Die Herausforderung: Das DataMatrix-Code-Lesesystem SmartCam DMRe2u Currera verfügt zwar über verschiedene Anschlüsse wie zum Beispiel RS232, Digital IO oder Ethernet, das Protokoll Profinet selbst wird aber nicht unterstützt. Zunächst kombinierte man deshalb das Lesegerät mit einem entsprechenden Protokollkonverter. Allerdings wurde dieser Lösungsansatz vom Kunden nicht lange akzeptiert. Erhöhter Wartungsaufwand, kompliziertere Bedienung und zusätzliche Kosten sprachen dagegen. Letztendlich gab es für das Unternehmen nur zwei Möglichkeiten zu reagieren: Weiterhin die Lesegerät-Protokollkonverter-Kombination anzubieten mit der Konsequenz Kunden an Mitbewerber zu verlieren und dadurch erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen zu müssen oder aber das Lesesystem mit einer Profinet-Schnittstelle auszustatten und bei neuen Kundenprojekten wieder ganz vorne mitzuspielen. Angesichts dieser Alternativen entschied sich Unglaube natürlich für die Profinet-Integration.

Entscheidung für Profinet Device-Stack von Softing

Die Suche nach einem Technologiepartner erfolgte streng unter der Maßgabe, dass der Profinet-Stack als reine Software-Implementierung innerhalb des Windows-Betriebssystems des DataMatrix-Code-Lesesystems und ohne zusätzliche Schnittstellenkarte lauffähig sein sollte. Weil zudem das nächste Kundenprojekt zeitnah anstand, musste die Profinet-Schnittstelle innerhalb von nur vier Wochen realisiert werden. Und natürlich sollten die Kosten für die Entwicklung in einem akzeptablen Rahmen liegen.

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