Monitoring

So sorgen Netzwerkwächter für pünktliche Lieferungen

| Redakteur: Ines Stotz

Die Kombination aus Hauptumschlagsbasis (HUB, unterer Bildteil) und Lager an einem Standort wie in Altenkunstadt ist für den Baur Versand ein Alleinstellungsmerkmal und sichert eine schnelle Abwicklung.
Die Kombination aus Hauptumschlagsbasis (HUB, unterer Bildteil) und Lager an einem Standort wie in Altenkunstadt ist für den Baur Versand ein Alleinstellungsmerkmal und sichert eine schnelle Abwicklung. (Bild: Indu-Sol)

50 Millionen Artikel versendet Baur jährlich an seine Kunden. Pünktlichkeit ist dabei Pflicht, um die Empfänger glücklich zu machen – egal ob während des Sommerlochs oder zu Weihnachten. Eine permanente Netzwerküberwachung stellt diese Meisterleistung sicher.

Heute bestellt, morgen da – der Versandhandel ist für den Menschen die komfortabelste Art des Einkaufens. Das Internet schafft dabei im einst katalogbasierten Gewerbe jede Menge neuer Möglichkeiten, erhöht aber vor allem aufseiten der Logistik massiv die Anforderungen an kurze Lieferzyklen und Zustellzeiten. „Als Außenstehender kann man sich kaum vorstellen, was alles zwischen dem Knopfdruck ‚bestellen‘ und der Auslieferung der Ware passiert“, schmunzelt Harald Fiedler. Gemeinsam mit seinen 25 Kollegen sorgt er im Drei-Schicht-Betrieb beim Baur Versand in Altenkunstadt dafür, dass alle Artikel und Pakete zur richtigen Zeit das Depot verlassen.

Auf einer Fläche von rund 125.000 m2 befördert ein insgesamt 13 km langes Labyrinth aus Förderbändern und Sortieranlagen, kurz Sorter genannt, durchschnittlich etwa 200.000 Artikel pro Tag zum Versand. „Ein Zehn-Minuten-Ausfall ist innerhalb eines Tages kaum zu kompensieren“, stellt Fiedler die hohen Anforderungen an die Logistik klar. Um reibungslose Abläufe sicherzustellen, setzt man hier auf eine zentrale Überwachung der eingesetzten Systeme durch die Monitoring-Software PROmanage NT von Indu-Sol.

Baur-Versand mit gigantischer Logistik

Im Jahr 1925 gründete Friedrich Baur im oberfränkischen Burgkunstadt den ersten Schuhversandhandel Deutschlands. Heute hat sich nicht nur das Portfolio unter anderem um Schmuck, Möbel oder Mode erweitert.

Baur ist inzwischen Teil der Otto-Gruppe und unterhält mehrere Tochterfirmen. Das Wachstum des Konzerns ist auch mit Blick auf die Standorte unübersehbar: Inzwischen befindet sich in Altenkunstadt ein Hochregallager, das vorwiegend häufig nachgefragte Artikel, sogenannte Schnelldreher, enthält. Seit 2002 ist hier zudem eine Hauptumschlagsbasis (HUB), eine Art LKW-Bahnhof, angeschlossen, die die zügige Auslieferung an den Bestimmungsort gewährleistet.

Zusammen mit den Mehrflächenlagern, die sich aus Kapazitätsgründen in Burgkunstadt und Weismain befinden, sind so insgesamt eine halbe Million Normkartonplätze zu verwalten – im wahrsten Sinne des Wortes eine logistische Meisterleistung. Durch die kontinuierliche bauliche Erweiterung des Standortes sind zudem unterschiedliche Technologien parallel im Einsatz, bei deren Betrieb und Wartung individuelle Besonderheiten zu berücksichtigen sind. Setzte man in den 1990er Jahren und Anfang der 2000er noch stark auf die Feldbustechnologie (Profibus und CAN), ist bei Baur für Neuanlagen seit 2010 der Einsatz von Profinet vorgeschrieben. Damals wie heute findet zudem der ASi-Bus Anwendung. Aus der Praxis heraus ergab sich früh die Notwendigkeit eines Monitoring-Systems.

Zuverlässiger Netzwerkwächter: Profibus-Inspektor

„2001 haben wir den Verladesorter in Betrieb genommen. Dieser hat Priorität 1 – wenn der steht, steht in absehbarer Zeit die ganze Firma“, schildert Fiedler einen konkreten Anwendungsfall. Hier traten hin und wieder sporadische Störungen bis hin zu Ausfällen auf, die bald im Tagesgeschäft untragbar wurden. 2008 habe man sich dann entschieden, das dort installierte Profibus-Netzwerk von Indu-Sol messtechnisch überprüfen zu lassen. Von den Analysemöglichkeiten bei der Messung sei man so begeistert gewesen, dass man sich den Profibus-INspektor der Indu-Sol GmbH als Analysetool zugelegt habe. Dieser überwacht permanent und passiv den logischen Datenverkehr im Profibus und alarmiert den Betreiber bei ersten Auffälligkeiten, bevor es sicht- und spürbare Beeinträchtigungen der Arbeitsabläufe gibt.

Ausgehend von diesen positiven Erfahrungen wurden die übrigen Systeme ebenfalls nach und nach mit dem für das jeweilige Netzwerk passenden INspektor von Indu-Sol ausgerüstet. Insgesamt sind heute 33 dieser Mess- und Analysegeräte für Profibus, Profinet und AS-i als „stille Wächter“ in den Schaltschränken verbaut. Sie überwachen das Netzwerk auf Qualitätsparameter wie Telegrammwiederholungen und Buszykluszeiten (Profibus) bzw. Netzwerklast, Aktualisierungszeiten oder verspätete bzw. verloren gegangene Telegramme (Profinet).

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