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TU Wien Software ermittelt brachliegende Energieeffizienz von Industriemaschinen

| Redakteur: Sariana Kunze

Kennen Sie die Umweltauswirkungen ihrer Maschine? Welche Produktlebensphase ist dominant? Sind es die Materialien die in Ihrer Maschine verbaut sind, die Herstellprozesse im eigenen Werk, die Distribution, die Nutzung bei KundInnen oder vielleicht die Entsorgung am Lebensende? Welche Aspekte wären daher bei einer Verbesserung zu berücksichtigen? Diese Fragen hat sich der Forschungsbereich Ecodesign an der TU Wien im EU-Projekt „LCA to go“ gestellt und hierfür eine Industriemaschinen-spezifische und frei verfügbare Software entwickelt.

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Umweltprofil der untersuchten Werkzeugmaschine KAPP KX 160 Twin von der TU Wien.
Umweltprofil der untersuchten Werkzeugmaschine KAPP KX 160 Twin von der TU Wien.
(TU Wien)

Im Sinne einer vorausschauenden Branchenstrategie muss es Ziel sein, dass die entwickelten Maschinen neben den Produktivitäts-, Qualitäts-, Zuverlässigkeits- und Sicherheitsanforderungen auch zukünftige Umweltanforderungen erfüllen. Bei der Entwicklung ökointelligenter Maschinen bedarf es der Integration von Umweltaspekten in den Produktentwicklungs- und Produktionsprozess, der jedoch in vielen Fällen für Klein- und Mittelbetriebe zu zeit- und kostenaufwendig ist. Hier setzt die Forschungsarbeit der TU Wien an.

Umweltanalyse von Industriemaschinen

Das von der TU Wien im aktuellen Forschungsprojekt „LCA to go“ entwickelte Webtool für Maschinenhersteller, ermöglicht es Unternehmen mit geringem Aufwand die Umweltauswirkungen ihrer Maschinen über den gesamten Produktlebenszyklus abzubilden, zu analysieren und Verbesserungspotentiale abzuleiten. Im Rahmen dieses Projekts besteht nun für ein dutzend Unternehmen die Möglichkeit gemeinsam mit der TU Wien eine kostenlose Umweltanalyse einer Industriemaschine durchzuführen.

Verbesserungsmaßnahmen für Werkzeugmaschine identifiziert

Das Unternehmen Kapp Niles, Coburg, hat bereits gemeinsam mit der Gruppe Ecodesign an der TU Wien, das „LCA to go“ Webtool angewendet und eine Umweltbewertung einer ausgewählten Werkzeugmaschine durchgeführt. Diese zeigt, dass vor allem der Energieverbrauch in der Nutzungsphase eine zentrale Rolle spielt. Genau hier bietet das Webtool eine detailliertere Analysemöglichkeit, indem jene Komponenten mit den höchsten Umweltauswirkungen identifiziert werden, mit dem Ziel diese im nächsten Schritt zu verbessern. Zur Unterstützung bietet das Webtool für die Hauptkomponenten einer Werkzeugmaschine einen Katalog an Verbesserungsmaßnahmen.

Mithilfe der Analyse und des Maßnahmenkatalogs wurden bei Kapp Niles u.a. Maßnahmen wie z.B. eine automatische Abschaltung der Maschine nach dem Bearbeitungsende, die Verwendung kurzer Ansaugleitungen oder das Einsetzen von Pumpenantrieben mit Frequenzumrichter, etc. als zielführend erachtet. Zur Evaluierung können die erzielenden Verbesserungen direkt im Webtool berechnet und mit der Referenzmaschine vergleichen werden.

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