Schalttechnik Überwachungsrelais kommunizieren über IO-Link direkt mit der Steuerung

Autor / Redakteur: Christian Knorr* / Reinhard Kluger

Den intelligenten Kommunikationslösungen auf Steuerungsebene folgt deren komfortable Integration in die Steuerungsarchitektur bis auf die Feldebene. Nach dem AS-Interface nimmt eine weitere Lösung an Fahrt auf: IO-Link, eine maschinennahe Kommunikation, die auch den Einsatz von Überwachungsrelais spürbar komfortabler macht.

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Das Überwachungsrelais Sirius 3UG48 für die Netz- und einphasige Spannungsüberwachung liefert über IO-Link wichtige Informationen, um Fehler zu erkennen und so Folgeschäden vermeiden zu können.
Das Überwachungsrelais Sirius 3UG48 für die Netz- und einphasige Spannungsüberwachung liefert über IO-Link wichtige Informationen, um Fehler zu erkennen und so Folgeschäden vermeiden zu können.
(Siemens)

Die Automatisierung wird zusehends komplexer, wodurch bereits vor Jahrzehnten durch die Entwicklung von Bussystemen eine wichtige Entwicklung auf der Steuerungsebene stattgefunden hat. Das hat dazu geführt, dass auf der Steuerungsebene eine intelligente Verbindung sämtlicher Teilnehmer stattfindet. Ein wesentlicher Trend, der in der industriellen Automation seit einiger Zeit deutlich zu Tage tritt, ist, dass auch die Schaltebene „intelligent“ vernetzt und verstärkt in die höheren Bustopologien mit eingebunden wird. Die Forderung nach „Totally Integrated Automation“ bekommt damit weiteren Nachdruck, um komplexe Aufgabenstellungen möglichst einfach umsetzen zu können.

Signaltechnisch einfach an die übergeordnete Steuerung anbinden

Ein entsprechendes Signal für diese Entwicklung setzt IO-Link, die standardisierte Kommunikationslösung, mit der sich industrielle Schaltgeräte verdrahtungs- und signaltechnisch einfach an die übergeordnete Steuerung anbinden lassen. Ein praktisches Beispiel für den hohen Nutzwert von IO-Link sind die Überwachungsrelais aus dem Sirius-Produktprogramm von Siemens, das im Folgenden genauer betrachtet werden soll. Denn die wichtigsten Kenngrößen wie etwa Ströme und Temperaturen innerhalb einer Automatisierung lassen sich mit diesen Überwachungsrelais komfortabel erfassen und die entsprechenden Werte nun ohne großen Geräte-, Verkabelungs- und Steuerungsaufwand an die Maschinen- bzw. Anlagensteuerung übertragen.

IO-Link vereinfacht Einsatz von Überwachungsrelais

Ein wesentlicher Vorteil, der zuallererst ins Auge fällt, ist der einfache Systemaufbau mit IO-Link. So lassen sich die IO-Link-Master innerhalb des Siemens-Portfolios beispielsweise direkt in dessen dezentraler Peripherie Simatic ET 200SP stecken, die ihrerseits über Profibus oder Profinet mit der Steuerung verbunden ist. Vom IO-Link-Master ausgehend, der hier bis zu vier Kanäle verarbeitet, können entsprechend viele IO-Link-Teilnehmer bzw. Überwachungsrelais angesteuert werden.

Parametrieren per Hand entfällt

Auch die Parametrierung und der Datenaustausch sind mit diesem Kommunikationsbus überaus einfach. Während bisher nämlich die Überwachungsrelais direkt am Gerät selbst parametriert werden mussten, können nun die entsprechenden Werte über die Steuerung ins Gerät geladen werden. Dadurch ergibt sich gleich der nächste Vorteil, der immer dann offensichtlich und als komfortabel erkannt wird, wenn ein Gerätetausch ansteht: Mussten im Servicefall bisher die Geräte manuell parametriert werden, genügt es nun einfach, das Gerät anzuschließen. Über den automatischen Datenabgleich und die automatische Neuparametrierung mithilfe eines entsprechenden Parameterservers vereinfacht sich dies alles.

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