ZVEI Umsatz der Automation in Deutschland steigt um 11 Prozent

Von Sandro Kipar

Von Januar bis September 2021 beträgt der in Deutschland gemeldete Umsatz der Automation 38,4 Milliarden Euro - ein Plus von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Klimaschutz rückt bei den Automatisierern zudem in den Fokus.

Laut dem Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ZVEI entwickelt sich der Umsatz in der Automation positiv.
Laut dem Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ZVEI entwickelt sich der Umsatz in der Automation positiv.
(Bild: ZVEI/Mark Bollhorst)

Der Umsatz in der Automation erreicht beinahe wieder das Niveau von 2019. Laut einer Mitteilung des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ZVEI beträgt der in Deutschland gemeldete Umsatz der Automation von Januar bis September 38,4 Milliarden Euro. Damit wurde ein Plus von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erwirtschaftet. Für das Gesamtjahr 2021 werde ein Umsatzwachstum von 8 Prozent erwartet.

Vor allem über die Auftragseingänge könne sich die Branche nicht beschweren. Sie sind von Januar bis September um 26,1 Prozent gestiegen. „Die unterschiedliche Entwicklung bei Auftragseingängen und Umsatz dieses Jahr ist vorrangig auf Materialknappheiten zurückzuführen. Die Auftragsbücher der Unternehmen sind voll, allerdings können viele Unternehmen nicht so liefern wie sie gerne würden“, sagt Rainer Brehm, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Automation. Eine besondere Schwierigkeit sei die Knappheit von Metallen, Kunststoffen und Halbleiterbauteilen.

Optimistischer Ausblick für 2022

Der weltweite Wachstumstrend ist laut ZVEI trotz Corona intakt. Seit 2010 ist der Markt demnach um durchschnittlich 5 Prozent gewachsen. „Nach einem Corona bedingten Rückgang im vergangenen und der kräftigen Erholung in diesem Jahr dürfte es 2022 weiter aufwärts gehen. Wir gehen sogar von einem überdurchschnittlichen Wachstum aus", so Brehm.

Beim Thema Klimawandel sieht der Verband die Automation als einen entscheidenden Faktor, um dem aktuellen Negativtrend entgegenzuwirken. Als Beispiel führt ZVEI die im Oktober erschienene Studie „Klimapfade 2.0" des Bundesverband der Deutschen Industrie BDI an. Laut der Studie sind umfassende Elektrifizierung und Digitalisierung wichtige Hebel für eine klimafreundliche Zukunft.

Automation für mehr Klimaschutz

Wie die Automation in der Praxis für mehr Klimaschutz sorgen kann, will der ZVEI anhand von zwei weiteren Beispielen demonstrieren. Der European Digital Product Passport etwa ist ein Teilmodell der Industrie-4.0-Verwaltungsschale und biete zahlreiche Vorteile. „Nicht nur spezifische Geräteinformationen können digital, mehrsprachig und stets aktuell abgerufen werden, sondern auch die ganzer Maschinen“, sagt Gunther Koschnick, Fachverbandsgeschäftsführer Automation. Eine Dokumentation auf Papier entfalle somit.

Als weiteres Beispiel nennt der Verband den Showcase des Product Carbon Footprints (PCF) eines Schaltschranks. Dieser zeige, wie der CO2-Fußabdruck einer gesamten Lieferkette berechnet werden kann. Unternehmen könnten so effektive Maßnahmen zur CO2-Reduktion gezielter einsetzen.

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