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Netzausfall Wenn alles ohne Strom still steht

| Redakteur: Carina Schipper

Die Studenten der Ruhr-Universität (RUB) in Bochum hatten gestern „stromfrei“. Ein defektes 30.000-Volt-Kabel legte den Campus für fast zwei Tage lahm. Heute soll wieder Normalbetrieb herrschen. Auch Naturkatastrophen wie beispielsweise Hurricane Sandy 2012 in New York können die Stromversorgung unterbrechen.

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Im November 2012 legte Hurricane Sandy die Stromversorgung in New York lahm.
Im November 2012 legte Hurricane Sandy die Stromversorgung in New York lahm.
(Bild: Alec Perkins, CC BY 2.0, flickr.com)

Der Stromausfall in Bochum erstreckte sich über das gesamte Netz der RUB. Inzwischen konnten die Stadtwerke die Störung beheben und die Universität muss die Systeme schrittweise wieder hochfahren heißt es. Im Oktober/November 2012 mussten die New Yorker Bürger mehrere Tage ohne Elektrizität auskommen. Der Wirbelsturm Sandy hatte gravierende Schäden am Netz hinterlassen. In Deutschland herrschte in der ersten Adventswoche 2005 in Münsterland ein Schneechaos. Unter der Last des Schnees brachen beispielsweise Strommasten zusammen. Knapp ein Jahr später sorgte ein Kreuzfahrtschiff für einen europaweiten Stromausfall. Am Abend des 4. November 2006 fand die Ausschiffung der „Norwegian Pearl“, eines auf der Meyer-Werft in Papenburg gebauten Kreuzers, statt. Dafür schaltete E.on planmäßig zwei Hochspannungsleitungen Conneforde-Diele, die mit der 380-kV-Ems-Freileitungskreuzung die Ems queren, ab.

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Durch das E.on-Netz flossen zu dieser Zeit rund 10.000 MW (vor allem durch Windenergie erzeugter) Strom von Norddeutschland und Nordeuropa nach West- und Südeuropa. Zu den stromlosen Regionen zählten Teile von Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien, Österreich, Spanien. Diese waren teilweise bis zu 120 Minuten vom Netz getrennt und sogar in Marokko machten sich Auswirkungen bemerkbar. Laut Untersuchungsberichten gab es Mängel bei der Planung und spontane Änderungen der Abschaltung. Der ursprüngliche Zeitplan der Leitungsabschaltung ging von einer wesentlich geringeren Transportleistung aus. Rechtlichen Vereinbarungen blockierten eine Anpassung an den aktualisierten Zeitplan. Zusätzlich zog E.on die Abschaltung der Leitung vor, ohne die anderen beteiligten Übertragungsnetzbetreiber Vattenfall (heute 50Hertz Transmission) und RWE (heute Amprion) früh genug zu informieren. ,Diese waren nicht mehr in der Lage, ihre Stromerzeugungs- und Netzkapazitäten zum neuen Zeitpunkt auf die veränderten Bedingungen einzustellen.

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