Investitionen, Standorte und Wachstum Wo Industrie und Forschung Kapazitäten ausbauen

Quelle: SEW-Eurodrive, Kammerer Gewindetechnik, Eplan, Fraunhofer FFB 3 min Lesedauer

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Neue Standorte, mehr Produktionsfläche, internationale Marktpräsenz und Investitionen in Batteriezellforschung: Unternehmen und Forschungseinrichtungen bauen ihre Kapazitäten und Kompetenzen aus. Ein Überblick über vier Ausbauvorhaben.

Von neuen Unternehmensstandorten bis zur Batteriezellforschung im Gigawatt-Maßstab: SEW-Eurodrive, Kammerer Gewindetechnik, Eplan und die Fraunhofer FFB bauen Kapazitäten und Kompetenzen aus.(Bild:  Joshua Rzepka für Kammerer Gewindetechnik)
Von neuen Unternehmensstandorten bis zur Batteriezellforschung im Gigawatt-Maßstab: SEW-Eurodrive, Kammerer Gewindetechnik, Eplan und die Fraunhofer FFB bauen Kapazitäten und Kompetenzen aus.
(Bild: Joshua Rzepka für Kammerer Gewindetechnik)

Mehrere Unternehmen und Forschungseinrichtungen bauen ihre Standorte, Produktionskapazitäten und technologischen Kompetenzen aus: SEW-Eurodrive errichtet in St. Florian ein neues Kompetenzzentrum für Antriebs- und Automatisierungstechnik, Kammerer Gewindetechnik hat sein Werk in Hornberg erweitert, Eplan übernimmt seinen brasilianischen Vertriebspartner und in Münster entsteht mit der „FFB Fab“ der zweite Bauabschnitt der Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB). Die Vorhaben sollen Service und Fertigung stärken, neue Märkte erschließen sowie die Entwicklung und seriennahe Fertigung von Batteriezellen voranbringen.

Neues Kompetenzzentrum in St. Florian

SEW-Eurodrive errichtet im oberösterreichischen St. Florian ein neues Drive Technology Center. Der Spatenstich für das Kompetenzzentrum im Betriebsbaugebiet Samesleiten erfolgte am 9. Juli. Die Inbetriebnahme ist für den Sommer 2028 geplant.

Auf rund 2.000 Quadratmetern Bürofläche sowie in einer 3.500 Quadratmeter großen Service- und Montagehalle sollen künftig Vertrieb, technische Beratung, Service, Montage, Schulungen und Anwendungstechnik gebündelt werden. Auch die Drive Academy mit eigenen Schulungsräumen wird dort untergebracht. In einer Applikationshalle können Kunden und Mitarbeitende Antriebs- und Automatisierungslösungen testen.

Mit dem Neubau reagiert SEW-Eurodrive unter anderem auf die steigende Nachfrage im Servicebereich. Nach der Inbetriebnahme sollen die Beschäftigten des bisherigen Standorts Linz nach St. Florian wechseln. Die österreichische Tochtergesellschaft beschäftigt derzeit rund 180 Mitarbeitende an Standorten in Wien, Linz, Graz, Lustenau und Celje in Slowenien.

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Mehr Produktionsfläche bei Kammerer

Der Gewindetechnikspezialist Kammerer Gewindetechnik hat einen zweistöckigen Anbau an seinem Werk im Hornberger Stadtteil Niederwasser fertiggestellt und im Mai in Betrieb genommen. Auf einer Fläche von 500 Quadratmetern befinden sich Räume für Qualitätssicherung und Versand sowie Büros für die Werkzeugausgabe.

Durch die Erweiterung kann das Unternehmen seine Produktionslinien neu ordnen und innerbetriebliche Wege verkürzen. Qualitätssicherung und Versand waren zuvor auf provisorischen Flächen mit begrenztem Platzangebot untergebracht. Das Werk umfasst nun insgesamt rund 9.500 Quadratmeter, davon 7.800 Quadratmeter Produktionsfläche.

Kammerer fertigt in Hornberg unter anderem Kugelgewindetriebe, Trapezgewindetriebe, Gleitgewindetriebe, Komplettsysteme und kundenspezifische Baugruppen. Die Produkte kommen im Werkzeug- und Maschinenbau, in der Feinwerktechnik, Medizintechnik, Handhabungsautomation, Robotik und im Automotive-Bereich zum Einsatz.

Eplan übernimmt Vertriebspartner in Brasilien

Eplan hat seinen langjährigen brasilianischen Vertriebspartner Eplan Brasil übernommen. Die Vereinbarung wurde am 1. Juni 2026 unterzeichnet. Rund 50 Mitarbeitende an den Standorten São Paulo und Joinville sollen künftig direkt unter der Führung von Eplan arbeiten.

Brasilien soll gezielt als Innovations-Hub für Südamerika ausgebaut werden. Von dort aus will Eplan zusätzliche Marktanteile in Brasilien sowie in Chile, Peru und Kolumbien erschließen. Zugleich sollen die Aktivitäten in Nord- und Südamerika stärker miteinander vernetzt werden.

Eplan Brasil wurde 1997 gegründet und war bislang eines der wenigen Unternehmen im weltweiten Eplan-Netzwerk, das als Vertriebspartner geführt wurde. Das Team deckt den Vertrieb und die Implementierung der Software sowie Training, Beratung und Renewal-Management ab. In Brasilien arbeitet Eplan außerdem mit dem Schwesterunternehmen Rittal zusammen, das dort eine eigene Produktionsstätte betreibt.

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Forschungsfabrik für Batteriezellen in Münster

In Münster entsteht mit der „FFB Fab“ der zweite Bauabschnitt der Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB). Das Richtfest fand am 13. Juli 2026 statt. Auf dem Gesamtgelände entsteht eine Forschungsinfrastruktur, in der Batteriezellen bis zum Gigawatt-Maßstab entwickelt und gefertigt werden können.

Bund und Land investieren nach Angaben der Projektpartner gemeinsam rund eine Milliarde Euro in das Gesamtvorhaben. Der Bund stellt bis zu 750 Millionen Euro für den Aufbau des Forschungsbetriebs bereit, das Land Nordrhein-Westfalen investiert rund 320 Millionen Euro als Bauherr. Konsortialführerin ist die Fraunhofer-Gesellschaft.

Die „FFB PreFab“, der erste Bauabschnitt, ist seit Anfang 2024 in Betrieb. Mehr als 140 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten dort an der industrienahen Fertigung von Batteriezellen. Die digitalisierte Forschungsfabrik bildet den gesamten Produktionsprozess ab, von der Wareneingangskontrolle über Laborproben und Muster bis zur Kleinserie auf einer Pilotlinie.

In der „FFB Fab“ entstehen auf mehr als 20.000 Quadratmetern Produktionsanlagen im Gigafactory-Maßstab. Zusammen sollen beide Gebäude den Weg von der Technologieentwicklung im Labor bis zur Großserienfertigung abbilden. Unternehmen erhalten dort die Möglichkeit, neue Zelltechnologien, Produktionsprozesse und Anlagentechnik unter seriennahen Bedingungen zu erproben und weiterzuentwickeln. Zu den Standortpartnern gehören unter anderem das MEET-Batterieforschungszentrum der Universität Münster, der Lehrstuhl PEM der RWTH Aachen und das Helmholtz-Institut Münster.