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Energieeffizienz im Gebäude Ziel: grüner Campus

| Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

In Modernisierung zu investieren, heißt, in die Zukunft zu investieren. Das gilt besonders für die Gebäudetechnik. Das hört sich zunächst sehr teuer an. Doch meist ist gar kein kostenintensiver Totalaustausch der Infrastruktur notwendig. Der erste Schritt besteht vielmehr in der Migration vorhandener Systeme. Ein Beispiel: Die Hochschule Darmstadt auf dem Weg zum grünen Campus.

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Der einfachste und kostengünstigste Weg, die Betriebs- und Energiekosten über den Lebenszyklus eines Gebäudes zu optimieren und gleichzeitig langfristig die Verfügbarkeit der Anlagen sicherzustellen, ist die Migration bestehender Systeme.
Der einfachste und kostengünstigste Weg, die Betriebs- und Energiekosten über den Lebenszyklus eines Gebäudes zu optimieren und gleichzeitig langfristig die Verfügbarkeit der Anlagen sicherzustellen, ist die Migration bestehender Systeme.
(Bild: Siemens)

Wer Betriebskosten und CO2-Ausstoß über die gesamte Nutzungsdauer einer Immobilie so niedrig wie möglich halten möchte, muss eine kontinuierliche Überprüfung und Anpassung der Gebäudetechnik vornehmen. Dabei stellt insbesondere die heute übliche flexible Nutzung von Gebäuden eine Herausforderung für den energieeffizienten Betrieb dar. „Ändern sich beispielsweise Betriebsabläufe und Gebäudenutzung, ist es erforderlich, die Gebäudetechnik an die neuen Bedingungen anzupassen. Ansonsten wird sie hinter den Erwartungen zurückbleiben“, erklärt Detlev Kleinhans, Leiter Migration Comfort Deutschland bei der Siemens-Division Building Technologies. „Und auch von technischen Innovationen profitieren nur diejenigen Gebäudebetreiber und -nutzer, die die Technik fortlaufend auf den neuesten Stand aktualisieren“, ergänzt Christoph Harnischfeger, Vertriebsbeauftragter bei der gleichen Siemens-Division.

Vorhandene Infrastruktur schrittweise ablösen

Der einfachste und kostengünstigste Weg, die Betriebs- und Energiekosten über den Lebenszyklus eines Gebäudes zu optimieren und gleichzeitig langfristig die Verfügbarkeit der Anlagen sicherzustellen, ist die Migration bestehender Systeme. Dabei wird die vorhandene Infrastruktur schrittweise abgelöst. Entscheidend für eine gelungene Modernisierung ist für Detlev Kleinhans dabei ein maßgeschneidertes Konzept: „Wir bei Siemens beispielsweise kombinieren generations- und herstellerübergreifend kompatible Hardware-Lösungen mit intelligenten Software- und Service-Dienstleistungen.“

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Schritt für Schritt zur modernen Gebäudetechnik

Am Anfang eines Modernisierungsprozesses steht eine Gebäudeanalyse, um einen detaillierten Einblick in die bestehenden Systeme zu erhalten. Marc Fietze, Produktmanager Advantage EMC, ebenfalls bei der Siemens-Division Building Technologies zählt den Produktlebenszyklus, die aktuellen Betriebsprozesse und den Energieverbrauch dazu. „Dieser Einblick ermöglicht die Ermittlung des Einsparpotenzials und bildet die Grundlage für einen Migrationsplan, der die individuellen Ziele des Kunden berücksichtigt.“

Eine besondere Herausforderung bei der Umsetzung des Migrationsplans besteht darin, dass häufig heterogene Komponenten verschiedener Hersteller und Generationen verbaut sind. „Die technische Voraussetzung für einen Modernisierungsprozess bildet daher ein offenes, abwärtskompatibles und zukunftssicheres Gebäudeautomationssystem. Marc Fietze: „Beispielsweise das Desigo von Siemens erlaubt die einfache technische Anbindung verschiedenster gebäudetechnischer Systeme und damit eine Migration in optimal planbaren Schritten.“ So werde die vorhandene Infrastruktur funktionsgerecht in die Migrationsplanung einbezogen.

Desigo bietet ein breites Portfolio unterschiedlicher Komponenten von Raum-Controllern und Bedienelementen bis zur Automationsstation Desigo PX und der Managementstation Desigo Insight. Diese Komponenten ersetzen sukzessive veraltete Elemente, die den Gesamtwirkungsgrad beschränken.

Software und Service für dauerhafte Energieeffizienz

Doch eine erfolgreiche Migration beschränkt sich nicht auf den Austausch der Hardware. Zusätzlich müssen relevante Kenngrößen wie der Verbrauch von Strom, Wasser und Gas kontinuierlich erfasst und überwacht werden. Über die so gewonnene Transparenz lässt sich das Erreichen der Energieeffizienzziele dauerhaft sicherstellen.

„Unterstützung bei der Migration und darüber hinaus stellen wir beispielsweise mit den Advantage Services-Angeboten zur Verfügung“, hebt Christoph Harnischfeger hervor. Damit stehen Kunden flexible, modulare Energiedienstleistungen zur Überwachung, Instandhaltung sowie der kontinuierlichen Optimierung des Gebäudemanagements zur Verfügung. Ein Angebot im Rahmen der Advantage Services ist das Energy Monitoring und-Controlling (Advantage EMC).

Energiemonitoring und -controlling

Um Energieflüsse kontrollieren und optimieren zu können, müssen sie erfasst und zu Berichten über Verbrauch, Kosten und Emissionen aufbereitet werden. Das Konzept Advantage EMC basiert auf dem „Software als Service“-Ansatz. Es ermöglicht neben der reinen Verbrauchsdatenerfassung eine Vielzahl von Funktionen – beispielsweise eine Bereinigung der Daten von externen Wetterfaktoren.

Die Verbrauchsdaten werden auf einem zentralen Server von Siemens verarbeitet, sodass schnell und sicher aussagekräftige Berichte in Echtzeit mit den aktuell vorliegenden Daten individuell für den jeweiligen Nutzer generierbar sind.

„Damit lässt sich in der Regel nicht nur ein erhebliches Einsparpotenzial identifizieren. Es können ebenso Maßnahmen entwickelt werden, die sowohl Energie und Betriebskosten als auch CO2-Emissionen reduzieren“, berichtet der Produktmanager stolz. Deren Erfolg wird über das andauernde Monitoring kontrolliert.

Als Ergänzung zum Advantage EMC bietet Siemens Unterstützung durch die Energieexperten des Advantage Operations Centers. Qualifizierte Ingenieure und Techniker können bei Bedarf per Remote auf das Gebäudesystem der Kunden zugreifen, Analysen ausführen und Prozesse optimieren.

Gebäude-Performance-Optimierung

Ein besonders weitreichendes Service-Angebot zur Analyse und Optimierung der Gebäudetechnik ist die Gebäude-Performance-Optimierung (GPO). Nutzungsgrundlage ist ein Gebäudeautomationssystem von Siemens mit Advantage EMC-Funktion. Der entscheidende Unterschied von GPO zur Facility-Management-Dienstleistung sowie dem Outsourcing von Gebäudedienstleistungen ist die unmittelbare Unterstützung des Kunden durch die Siemens Energieexperten im Advantage Operation Center. Das GPO-Team entwickelt in enger Abstimmung mit dem Kunden einen umfassenden Optimierungsplan. Bei dieser Gebäude-Dienstleistung werden die bestehenden Anlagen primär durch nicht- bzw. gering-investive Maßnahmen energetisch verbessert und das einmal erreichte Effizienzziel durch die Nutzung von Advantage EMC dauerhaft gehalten. Kleinhans sieht einen entscheidenden Vorteil des GPO-Prozesses im kontinuierlichen Know-how-Transfer zum Kunden.

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