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Antriebstechnik

"Als ein großer Fisch in kleineren Teichen mitschwimmen"

| Autor: Karin Pfeiffer

Eine Weile schien es stiller um Kübler, doch die Schwarzwälder haben offenbar nur in Ruhe neue Kompetenz aufgebaut. Jetzt steigt der Antriebsspezialist auch in den Motorfeedback-Markt für Servos ein. Gebhard F. Kübler skizziert die Strategie.

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Neben Drehgebern steht das Familienunternehmen inzwischen auch für Schleifring-Technologien, erklärt Mitinhaber Gebhard F. Kübler.
Neben Drehgebern steht das Familienunternehmen inzwischen auch für Schleifring-Technologien, erklärt Mitinhaber Gebhard F. Kübler.
( Bild: Karin Pfeiffer )

Kübler legt gerade eine Innovationsserie hin. Haben Sie in den vergangenen Jahren erstmal Kräfte gesammelt?

Wir haben uns fokussiert, so würde ich es beschreiben. Vor wenigen Jahren haben wir unsere Strategie 2022 entwickelt, uns mit Mega­trends und Szenarien auseinandergesetzt und Schlüsselprojekte initiiert. Dazu haben wir sehr hohe Investitionen getätigt, nicht für ein Jahr, sondern über mehrere Jahre hinweg. Das bedeutet auch, dass wir unsere Marktanteile ausbauen möchten. Diese Investitionsphase hält nach wie vor an.

Können Sie eine Hausnummer nennen?

Das würde keinen Mehrwert bringen, nur so viel: Es sind ordentliche siebenstellige Beträge. Interessanter für unsere Kunden ist unser Kompetenzaufbau. Nehmen wir das Thema Motorfeedback-Drehgeber für Servomotoren. Das ist ein neues Feld, wo wir nun Produkte vorstellen und mit Leitkunden an wichtigen Entwicklungen arbeiten.

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In welchen Entwicklungen stecken die Millionen?

Wir launchen robuste und performante Motorfeedback-Drehgeber und stellen mit SCS Open Link eine neue offene Einkabel-Lösung vor.

Ebenso gehört unser neues Schachtkopiersystem für die Aufzugs­technik dazu. Dazu haben wir uns von der Steuerungsseite einen Partner ins Boot geholt. Das Lagerlose-Drehgeber-Programm ist ein weiteres neues Produktfeld, das wir zwar schon länger bedienen, aber jetzt strategisch ausbauen mit smarten Sensoren, die optischen Systemen kaum mehr nachstehen. Für Schleifringe haben wir neue hochzuverlässige Übertragungsmaterialien entwickelt, die wir nun flexibel für die jeweilige Applikation einsetzen können, etwa in der Abfülltechnik wo beispielsweise Ethernet-Signale sehr zuverlässig übertragen werden müssen. Neu ist auch unser Linearprogramm an Seilzügen.

Wir arbeiten noch an weiteren Dingen, diese sind aber noch nicht marktreif.

Besetzen Sie damit nicht auch ganz neue Geschäftsfelder?

Nicht völlig neue. Es handelt sich zum Teil um neue Segmente, allerdings in Branchen, in denen wir ohnehin schon agieren. In Segmenten der Antriebstechnik wie Asynchron oder Gearless-Antriebe sind wir bekanntlich schon seit Jahren unterwegs und greifen jetzt zum Beispiel den Trend zu immer mehr Servomotoren auf. Unsere Überlegung: Wir wollen wachsen, können aber nicht überall stark sein. Wir suchen uns immer Segmente innerhalb großer Branchen heraus, in denen wir stark werden können. Ich sage immer: Lieber ein großer Fisch im kleinen Teich, als ein kleiner Fisch im großen Teich.

Wo schwimmen Sie denn schon als großer Fisch?

Das ist uns zum Beispiel bei der Verpackungstechnik schon im Markt Flowpack gelungen mit den Kübler Schleifringen. Oder in Getriebemotoren mit Drehgebern. Ebenso sind wir bei AGVs zum Beispiel sehr stark oder bei mobilen Kränen, die auf Fahrzeuge montiert werden.

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Karin Pfeiffer

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Journalistin