Schutz und Lizenzierung von Software Codemeter macht Abomodelle für Geräte und Maschinen realisierbar

Von Elke Spiegelhalter*

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Flexible Geschäftsmodelle oder Abos bieten auch Geräte- und Maschinenherstellen die Möglichkeit, Kunden stärker an sich zu binden und zusätzliche Umsätze zu erzeugen. Die Schutz- und Lizenzierungslösung Codemeter bietet dafür einfach handhabbare Lösungen.

Mit Codemeter License Central können Hersteller ihre Lizenzen erzeugen, ausliefern und verwalten.
Mit Codemeter License Central können Hersteller ihre Lizenzen erzeugen, ausliefern und verwalten.
(Bild: Wibu-Systems)

Flexible Vertriebsmodelle wie Feature-on-Demand, Pay-per-Use oder Abonnements sind in der Software-Industrie weitverbreitet. Hersteller von Geräten oder Maschinen konnten ihren Kunden solche Modelle bislang nicht oder nur in eingeschränkter Form anbieten. Doch im Zeitalter intelligenter Geräte und vernetzter Maschinen ermöglichen flexible Schutz- und Lizenzierungslösungen auch hier neue Möglichkeiten der Monetarisierung durch Vertriebsmodelle. Diese orientieren sich an Märkten oder Regionen und sind auf deren Bedürfnisse zugeschnitten – unabhängig davon, ob die Geräte oder Maschinen aufgrund von Cybersecurity-Anforderungen vom Internet abgeschottet sind.

Möglich macht das die zunehmend wichtigere Rolle der Software. Sie ist nicht nur für die Maschinensteuerung verantwortlich, sondern sorgt zum Beispiel auch für die Anbindung ans Firmennetz, die Erfassung und Weiterleitung von Maschinendaten oder die Bereitstellung von Fernwartungszugängen. Einzelne Funktionen können gezielt aktiviert oder deaktiviert werden; neue Funktionen lassen sich per Update nachträglich bereitstellen.

Lizenzmodelle – Vertriebsmodelle – Abomodelle

Damit verbunden ist eine Verlagerung des Hersteller-Know-hows vom Gerät oder der Maschine in die zugehörige Software. Wibu-Systems hat diese Entwicklung früh erkannt und seine verschlüsselungsbasierte Schutz- und Lizenzierungslösung Codemeter, die ursprünglich für klassische Softwarehersteller entwickelt wurde, für den Einsatz auf Embedded-Systemen und den dort verfügbaren eingeschränkten Ressourcen erweitert.

Codemeter schützt so das Know-how der Hersteller, ermöglicht flexible Lizenzmodelle und sorgt darüber hinaus für die Einhaltung der Lizenzbedingungen, beispielsweise vereinbarte Stückzahlen beim 3D-Druck.

Vertriebsmodelle aus der Software-Industrie werden mittlerweile auch im Geräte- und Maschinenbau realisiert.

Jetzt kommt ein weiterer Schritt hinzu: Abomodelle. Statt hoher Einmalkosten beim Kauf eines Geräts oder Maschine können Hersteller ihren Kunden deren Nutzung zu geringeren monatlichen oder jährlichen Gebühren anbieten und damit neue Kundengruppen erschließen.

Abomodelle in der Software-Industrie

In der Software-Industrie unterteilt man Abomodelle grob in Wartungsvertrag- und Software-Abonnements.

  • Bei einem Wartungsvertrag-Abo erwirbt der Anwender die Software und schließt gleichzeitig einen Wartungsvertrag ab, um von Updates und oft auch exklusiven Zusatzservice zu profitieren. Während der Vertragslaufzeit kann er immer die aktuelle Version der Software nutzen. Nach Ende der Laufzeit stehen ihm die bisherigen erworbenen Versionen noch zur Nutzung zur Verfügung.
  • Bei Software-Abonnements erwirbt der Anwender das Recht, die Software innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu nutzen. Er muss die Software also vorab nicht kaufen und am Ende des Abonnements erlischt seine Berechtigung, die Software weiter zu verwenden.

Technische Umsetzung mit Codemeter

Mit Codemeter können jetzt auch Hersteller von Geräten und Maschinen Abomodelle realisieren. Dazu muss der Hersteller Codemeter in die Software des Geräts oder der Maschine integrieren, entweder automatisiert per Codemeter Protection Suite oder manuell per Core-API.

Der Anwender benötigt dann neben der verschlüsselten Software nur die Codemeter Runtime und entsprechende Nutzungsrechte, die im Cm Container – einem sicheren Speicher für Lizenzen – gespeichert sind. Er kann passend zu seinen Anforderungen zwischen drei Containern-Typen wählen: der Schutzhardware Cm Dongle, der Aktivierungsdatei Cm Act License oder den Cm Cloud Container bei permanenter Internetverbindung.

Für Abomodelle sind zeitlich limitierte Lizenzen erforderlich. Codemeter stellt dafür die Lizenzoption „Ablaufdatum“ zur Verfügung. Bis dahin lassen sich die Software und somit das Gerät oder die Maschine nutzen.

Nähert sich das Laufzeitende, ist das Ablaufdatum automatisch verlängerbar oder der Anwender kann sich daran erinnern lassen. Wird kein neues Ablaufdatum gesetzt, erlischt die Lizenz automatisch und der Anwender kann Gerät oder Maschine nur noch eingeschränkt oder gar nicht nutzen – je nach Realisierung.

Verschiedene Wege bei Verlängerungen

Anwender werden Abomodelle nur akzeptieren, wenn Verlängerungen einfach handhabbar sind. Codemeter bietet dazu das Tool „Codemeter License Central“, mit denen sich auf einfache Weise automatisiert Lizenzen erzeugen, ausliefern und verwalten lassen.

Die Verlängerung eines Abos durch Aktualisierung des Ablaufdatums läuft zum Beispiel folgendermaßen ab:

Auf Herstellerseite: Der Hersteller definiert im Abovertrag, wann der Anwender die nächste Verlängerung erwerben müsste, und erstellt entsprechend eine neue Rechnung oder bucht die Gebühren automatisiert ab. Will der Anwender das Abo beenden, muss er es aktiv kündigen; das Gerät oder die Maschine kann er dann bis zum Ablauf des Abos nutzen. Nutzt der Hersteller ein ERP-System, erstellt er beim Initialkauf in Codemeter License Central einen Auftrag samt Lizenz. Dabei wird das Ablaufdatum gesetzt. Ist das Abo aktiv, wird nach jedem Zahlungseingang oder nach jedem Verstreichen der Kündigungsfrist eine neue Lizenz mit einem neuen Ablaufdatum ausgestellt, die dann die bestehende Lizenz auf Anwenderseite ersetzt.

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Auf Anwenderseite: Ist das Gerät oder die Maschine permanent oder zeitweise mit dem Internet verbunden, kann die Lizenz im Hintergrund über einen in die Software integrierten Aktivierungsmechanismus automatisch verlängert werden.

Gerade in der Produktion ist es aber notwendig, Geräte und Maschinen von externen Netzen zu isolieren, um die Cybersecurity zu gewährleisten. Besteht deswegen solch eine Internetverbindung nicht, kann der Anwender über einen Dateiaustausch Lizenzen manuell aktualisieren. Die Datei zur Lizenzverlängerung bekommt er etwa per E-Mail oder über einen Aktivierungscode zum Abholen der Verlängerungsdatei über das Lizenzportal.

Eine Variante davon stellt der Codemeter License Transfer dar, bei dem ein Techniker die für die Lizenzaktualisierung notwendige Updatedatei auf einem mit dem Internet verbundenen Rechner vom Hersteller erhält und diese per USB-Stick auf das Gerät oder die Maschine ohne Serververbindung in einer geschützten Umgebung überspielen kann.

Fazit: Flexible Geschäftsmodelle wie Pay-per-Use, Feature-on-Demand oder Abonnements bieten Herstellern von Software, Geräten oder Maschinen die Chance, Kunden stärker an sich zu binden und zusätzliche Umsätze zu erzeugen. Codemeter unterstützt sie mit einfach handhabbaren Lösungen dabei, diese Geschäftsmodelle bereitzustellen – passend zu den unterschiedlichsten Anforderungen wie der Möglichkeit von Offline-Lizenzaktualisierungen oder dem Einsatz in widrigen Umgebungen durch industrietaugliche Schutzhardware.  (in)

Ergänzendes zum Thema
Codemeter: Schutzhardware Cm ASIC – stark im winzigen Gehäuse

Schutzhardware Cm ASIC – stark im winzigen GehäuseHeute sind sichere Identitäten, digitale Zertifikate und vertrauenswürdige Systeme ein wichtiges Thema für die Industrie. Der Cm ASIC ist zusammen mit der gesamten Codemeter-Technologie von Wibu-Systems der passende Baustein für Embedded-Systeme und das IIoT.

Der Cm ASIC ist die kleinste Bauform von Wibu-Systems.
Der Cm ASIC ist die kleinste Bauform von Wibu-Systems.
(Bild: Wibu-Systems)

Mit ihrem winzigen Chip-Size-Gehäuse sind die Cm ASICs die kleinste Schutzhardware der Codemeter-Technologie. Sie sind stromsparend, haben einen erweiterten Temperaturbereich, sind CC EAL5+ zertifiziert und verfügen über zwei Schnittstellen für flexible Konnektivität: USB oder SPI für noch schlankere Embedded-Systeme. Diese Bauform wurde entwickelt, um das Aufbringen auf Leiterplatten, anderen Systemen oder Embedded-Geräten zu erleichtern – eine Alternative zu den etwas größeren Cm Dongles oder Cm Cards.

Die Cm ASICs sind vollständig kompatibel zum Codemeter-Lizenzcontainer: zur Hardware Cm Dongle, den softwarebasierten Cm Act License-Container und dem Cm Cloud Container. Die Hersteller können alle Funktionen der Codemeter-Technologie nutzen, einschließlich der prämierten Softwareschutzmethode Blurry Box und allen Lizenzierungsmöglichkeiten. Für die besonderen Anforderungen der Embedded-Systeme ist die Codemeter-Software als schlankere und anpassbare Version Codemeter Embedded für viele Betriebssysteme und Prozessor-Architekturen verfügbar.

Einsatz in der Automatisierung und serviceorientierte Geschäftsmodelle

Für den Einsatz in IoT- und Embedded-Systemen werden die Cm ASICs zu einem wichtigen Element für die Lizenzierung und den Schutz in der Automatisierungsindustrie. In dieser Industrie geht es immer häufiger um die Fragen der Vertrauenswürdigkeit und sicheren und überprüfbaren digitalen Identitäten. Nur mit passenden Lösungen zur Identifizierung und Authentifizierung von Geräten, Akteuren und Daten in einem vernetzten industriellen System können die Betriebssicherheit und Integrität aufrechterhalten werden.

Cm ASICs dienen auch für moderne serviceorientierte Geschäftsmodelle wie Manufacturing-as-a-Service, die von einem zuverlässigen und vollständig rückverfolgbaren Durchfluss digitaler Objekte in Datenmarktplätzen, Bestell- und Warenwirtschaftssystemen im Backoffice und zu den Maschinen in den Fabriken abhängen.

Höchstes Schutzniveau

Die Cm ASICs können für alle Codemeter-Funktionen eingesetzt werden, wie beispielsweise das Code Moving, was für das höchste Schutzniveau sorgt. Mit dieser Methode werden besonders sensible Teile des Codes innerhalb der sicheren Umgebung der Schutzhardware ausgeführt. Die Besonderheit bei den Cm ASICs ist, dass der Code sowohl an einen schwer erreichbaren Ort verlagert wird und die Schutzhardware als HSM-Modul im Gerät eingebaut ist; es ist somit sicher im Inneren einer Maschine.

* Elke Spiegelhalter, Wibu-Systems

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