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ICE 4

Deutsche Bahn startet Testphase des neuen ICE

| Redakteur: Katharina Juschkat

Der ICE 4 – das neue Rückgrat des Fernverkehrs der Deutschen Bahn – absolvierte am 14. September 2016 seine erste Fahrt. Der neue Zug der Deutschen Bahn soll flexibler, komfortabler und umweltfreundlicher sein. Jetzt beginnt die 14-monatige Testphase des Zugs, bei der er zwischen München und Hamburg verkehren wird.

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Ab Herbst 2016 verkehren zwischen München und Hamburg zwei Test-Züge des ICE 4, ab Dezember 2017 sollen die Züge regulär eingesetzt werden.
Ab Herbst 2016 verkehren zwischen München und Hamburg zwei Test-Züge des ICE 4, ab Dezember 2017 sollen die Züge regulär eingesetzt werden.
(Bild: Siemens)

Im Mai 2011 hat die Deutsche Bahn Siemens Mobility einen Rahmenauftrag für bis zu 300 Triebzüge erteilt – der bisher größte Zugauftrag in der Unternehmensgeschichte. Jetzt ist der ICE fertiggestellt und die Testfahrt kann beginnen.

Powercar vereint alle Antriebskomponenten in einem Wagen

Das Zugkonzept ist auf maximale Flexibilität ausgerichtet. Der ICE basiert auf fünf Wagentypen, mit denen 24 Zugkonfigurationen möglich sind. Diese können an die gewünschte Höchstgeschwindigkeit, das Streckenprofil oder an die Verkehrsanforderungen angepasst werden. Die Voraussetzung für dieses Konzept war die Entwicklung eines Triebwagens, eines sogenannten Powercars, der alle Antriebskomponenten in einem Wagen vereint. So werden für einen zwölfteiligen ICE 4 mit einer Geschwindigkeit von 250 km/h sechs Powercars benötigt.

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Um den Zug mit diesem Antriebskonzept steuern zu können, entwickelte Siemens eine elektronische Fahrzeugsteuerung. Im Vergleich zu herkömmlichen Zügen, bei denen mehrere Wagen steuerungstechnisch verbunden sind, agiert jeder Wagen des ICE 4 autonom und ermöglicht damit die flexible Zusammenstellung der einzelnen Wagen. Die zentrale Steuerung erfolgt in den Endwagen. Alle Wagen sind ins Zugnetzwerk integriert und haben eigene Steuerungen, die jeweils die Funktionen eines Wagens steuern.

Umweltfreundlich, hell und komfortabel

Auch hinsichtlich der Energieeffizienz soll der ICE 4 vorbildlich sein. Ein zwölfteiliger ICE 4 ist rund 100 t leichter als ein vergleichbarer ICE 1 und verfügt dabei über mehr Sitzplätze. Durch die neue Kopfform, den Flachdach-Hochdachübergang am Endwagen sowie das durchgehende Hochdach bei allen Mittelwagen und die Verkleidung der Drehgestelle der Endwagen wurden die aerodynamischen Werte verbessert. Das neue Laserschweißverfahren macht zahlreiche Verbindungselemente überflüssig und reduziert das Gewicht. Auch das innengelagerte Laufdrehgestell trägt zur Gewichtseinsparung bei. Alle Maßnahmen summieren sich laut Siemens auf eine Energieeinsparung von über 20 % pro Fahrgast gegenüber vergleichbaren Zügen.

Die Fahrgäste erwarten große Panoramascheiben, die eine hohe Lichtdurchflutung und ein helles und freundliches Ambiente erzeugen. Gleichzeitig soll das neue Beleuchtungskonzept auch bei voll belegten Gepäckablagen den Fahrgastraum gleichmäßig ausleuchten. Durch LED-Technologie können die Lichtfarben über verschiedene Beleuchtungsszenarien gewählt werden, sodass die Beleuchtungssituation in Farbe und Helligkeit dem Tagesverlauf angepasst werden kann. Ergonomisch verbesserte Sitze sollen auch für lange Reisen komfortabel sein. Im Gegensatz zu den Vorgängerfahrzeugen kann die Rückenlehne verstellt werden, ohne dass der Freiraum des dahinter sitzenden Fahrgastes beeinflusst werden soll, da die Sitzverstellung innerhalb des individuellen Passagierraumes abläuft, d.h. die Rückenschale nicht bewegt wird.

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