Metallverarbeitung Direkte Wärmebehandlung spart Energie

Redakteur: Carina Schipper

Die Deutsche Edelstahlwerke GmbH (DEW) arbeitet künftig mit Wärmebehandlungslinie der SMS Group. Sie ermöglicht, Stabstahl im Abmessungsbereich bis 250 mm Durchmesser direkt in der Walzlinie wärmezubehandeln, so der Hersteller. Ein zusätzlicher, gesonderter Wärmebehandlungsprozess erübrigt sich und der Bedarf an Erwärmungsenergie sinkt.

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Abbildung des neuen Kühlelements in der Wärmebehandlungslinie. Auf der Kühlstrecke bei DEW sorgen zehn dieser Elemente für eine gezielte Temperatureinstellung der Stäbe.
Abbildung des neuen Kühlelements in der Wärmebehandlungslinie. Auf der Kühlstrecke bei DEW sorgen zehn dieser Elemente für eine gezielte Temperatureinstellung der Stäbe.
(Bild: SMS Group)

Die Durchlaufzeiten des Materials verkürzen sich und eine Zwischenlagerung entfällt, verspricht das Unternehmen. Die neue Wärmebehandlungslinie gliedert sich in den Materialfluss des vorhandenen Walzwerks ein. Einzelne Stäbe gelangen über einen Rollgang in einen Temperaturausgleichsofen. Dies geschieht je nach Qualitätsanforderung bei der Herstellung von RSH-Stahl (Rost-Säure-Hitzebeständig), Edelbaustahl oder Werkzeugstahl. Nach der Erwärmung kühlen die Stäbe auf einer Kühlstrecke gezielt auf die gewünschte Temperatur ab. Der Anwender regelt den Vorgang über das Simulationsmodell CCT (Controlled Cooling Technology).

Schritt für Schritt abkühlen

Der Temperaturausgleichsofen ist als Hubbalkenofen ausgeführt. Dabei achtet SMS auf Energieeffizienz, Temperaturgleichmäßigkeit über Stablänge und Querschnitt sowie niedrige Emissionen. Zur effizienten Fahrweise des Ofens stehe ein Level-2-System zur Verfügung, heißt es. Das System berechnet das thermische Profil der Stäbe. Level-2 überwacht jeden Zonentemperatur-Sollwert, um eine ordnungsgemäße Erhitzung der Stäbe sicherzustellen.

Aus qualitativer Sicht erlaubt die Anlage eingeengte Prozessparameter. Diese beziehen sich nicht nur auf die direkt messbaren Eigenschaften des Stahls, wie engere Festigkeitsspanne und Korngrößenspanne, sondern auch auf den reduzierten Eigenspannungszustand und die Homogenität des Produkts. Das verbessert die Oberfläche und sorgt für eine bessere Prüffähigkeit. Bei nichtrostendem Stahl steigt laut Anbieter die allgemeine Korrosionsbeständigkeit. SMS liefert die komplette Anlage einschließlich Elektrik, Automation und Montage. Sie soll sich an die aktuellen Umweltauflagen für Luft, Lärm und Wasser halten und erfüllt die IEC Energieeffizienzrichtlinie. Das Unternehmen plant die Anlage Ende 2016 in Betrieb zu nehmen.

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