Energiemanagement Effizienz trifft Automation und sichert die industrielle Wettbewerbsfähigkeit

Von Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein 5 min Lesedauer

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Steigende Energiekosten und strenge Umweltvorgaben fordern Automatisierer heraus. Der INDUSTRIAL ENERGY SUMMIT in Würzburg liefert konkrete Antworten – vom KI-basierten Energiemanagement über intelligente Antriebstechnik bis zur DC-Fabrik.

Vom reinen Kostenfaktor zur smarten Steuerungsaufgabe: Die intelligente Vernetzung von Maschinenbau und Energiemanagement sichert die industrielle Wettbewerbsfähigkeit.(Bild:  VCG / KI-generiert)
Vom reinen Kostenfaktor zur smarten Steuerungsaufgabe: Die intelligente Vernetzung von Maschinenbau und Energiemanagement sichert die industrielle Wettbewerbsfähigkeit.
(Bild: VCG / KI-generiert)

Die Rolle des Elektrokonstrukteurs und Automatisierungsingenieurs hat sich in den vergangenen Jahren tiefgreifend gewandelt. War es früher primär die Aufgabe, Maschinen und Anlagen auf maximale Produktivität, Taktung und Ausfallsicherheit auszulegen, steht heute ein weiterer, geschäftskritischer Faktor im Zentrum des Engineerings: das Energiemanagement. In Zeiten volatiler Energiemärkte, ambitionierter Klimaziele und immer strengerer regulatorischer Vorgaben – wie etwa der verschärften Ecodesign-Richtlinie – reicht es längst nicht mehr aus, das Thema Energie als reinen Kostenblock der Gebäudetechnik oder dem Facility Management zu überlassen.

Vielmehr beginnt Energieeffizienz heute bereits im Schaltplan, bei der Auswahl der idealen Antriebstechnik und in der intelligenten Vernetzung der Automatisierungsebene. Wer eine Maschine neu entwickelt oder ein Retrofit durchführt, muss den energetischen Fußabdruck von Anfang an im Blick haben.

Die Annährung von Automation und Energieinfrastruktur

Moderne Automatisierungslösungen bilden inzwischen das Rückgrat für die Erfassung, Analyse und Optimierung von Energieflüssen. Stromaufnahmen müssen in Echtzeit gemessen, Lastspitzen durch clevere Steuerungsprogramme in der SPS abgefangen und die Antriebstechnik exakt auf den tatsächlichen Leistungsbedarf dimensioniert werden. Doch wie gelingt dieser Brückenschlag zwischen klassischer Automatisierung und zukunftsweisender Energieinfrastruktur? Welche Technologien sind heute schon reif für den Praxiseinsatz, und wie können Unternehmen ihre Anlagen so rüsten, dass sie nicht nur ressourcenschonend, sondern auch netzdienlich agieren?

Genau an dieser entscheidenden Schnittstelle setzt der INDUSTRIAL ENERGY SUMMIT an. Das hochkarätige Fach-Event, das am 8. Dezember 2026 im Vogel Convention Center in Würzburg stattfindet, widmet sich intensiv den drängenden Fragen einer zukunftssicheren industriellen Energieversorgung. Die Veranstaltung bietet eine ideale Plattform, um über den Tellerrand der reinen Steuerungstechnik hinauszublicken und essenzielles Know-how für das moderne, energiebewusste Engineering von morgen aufzubauen

praxisnah und technisch fundiert

Perspektiven für zukunftsfähige Energieversorgung von Produktionsbetrieben

Industrial Energy Summit
(Bild: VCG)

Strompreise, KI-Rechenzentren, Netzengpässe: Energie entscheidet über die Zukunft der Industrie und den Produktionsstandort Deutschland. Doch wie sieht eine wettbewerbsfähige Energieversorgung für Fertigungsbetriebe konkret aus? Der INDUSTRIAL ENERGY SUMMIT vernetzt Entscheider, Ingenieure und industrielle Anwender und liefert Antworten: von der Energiebeschaffung über Eigenstromversorgung und Speicherkonzepte bis hin zu Effizienzstrategien in der Energienutzung.

 

Gleichstromnetze und die DC-Fabrik der Zukunft

Ein Thema, das die Elektrokonstruktion von Grund auf revolutionieren wird, ist die Abkehr vom reinen Wechselspannungsnetz hin zu industriellen Gleichstromnetzen. In heutigen Produktionshallen geht noch immer massig wertvolle Energie durch unzählige Umwandlungsprozesse von AC zu DC und wieder zurück verloren – und das, obwohl Frequenzumrichter, Robotersteuerungen und IT-Systeme intern längst mit Gleichspannung arbeiten.

Auf dem INDUSTRIAL ENERGY SUMMIT wird detailliert beleuchtet, wie der Aufbau echter DC-Netze (Gleichstrom-Fabriken) in der rauen Industrieumgebung gelingt. Durch die direkte Kopplung von Photovoltaikanlagen auf dem Hallendach, leistungsstarken Batteriespeichern und den DC-Zwischenkreisen moderner Antriebssysteme lassen sich Umwandlungsverluste drastisch minimieren. Ein weiterer entscheidender Vorteil für Konstrukteure: Beim Bremsen von Motoren kann die rekuperierte Energie sofort im selben Netz von anderen Verbrauchern genutzt oder extrem effizient zwischengespeichert werden. Für Automatisierer bedeutet das Konzept der DC-Fabrik allerdings auch ein völliges Umdenken beim Schaltschrankbau, der Absicherungstechnik und der allgemeinen Komponentenwahl.

Intelligente Antriebstechnik und das Potenzial von KI

Der elektrische Antriebsstrang bleibt der mit Abstand größte Einzel-Stromverbraucher in der industriellen Produktion. Ein effizientes Anlagenkonzept rückt daher die Optimierung der Antriebstechnik besonders in den Fokus. Moderne Frequenzumrichter fungieren längst als hochsensible IoT-Sensoren im Feld, die nicht nur Ströme und Drehzahlen, sondern auch Temperaturen und Vibrationen erfassen.

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Durch die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in ein übergreifendes Energiemanagementsystem (EMS) lassen sich diese Sensordaten auf einer Edge- oder Cloud-Ebene hochskaliert auswerten. Die Teilnehmer des Summits erfahren in spannenden Sessions, wie sich dadurch energetische Anomalien frühzeitig aufdecken lassen und wie Produktionspläne automatisiert so mit dem Energieangebot abgeglichen werden können, dass energieintensive Prozesse exakt dann ablaufen, wenn günstiger Eigenstrom aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht.

Vom Engineering-Problem zum Multiphysik-Modell

Energieeffizienz entscheidet sich nicht erst im laufenden Betrieb, sondern lange vorher in der Entwicklung. Ein passendes Beispiel dafür liefert der Vortrag mit dem Titel „Vom Engineering-Problem zum Multiphysik-Modell“. Hier geht es um handfestes Handwerkszeug für Konstrukteure: Wer bereits am digitalen Zwilling komplexe physikalische Wechselwirkungen durchspielt – etwa wie sich thermische Verluste, elektromagnetische Felder und mechanische Belastungen in einer Anlage gegenseitig beeinflussen –, vermeidet teure Fehler im Prototypenbau. Für Automatisierungsingenieure bedeutet das, thermische Probleme oder ineffiziente Auslegungen frühzeitig im Modell zu erkennen und zu beheben. Ein Ansatz, der nicht nur Entwicklungszeit spart, sondern direkt auf die Energiebilanz der fertigen Maschine einzahlt. 

Die Programm-Highlights für Automatisierer im Überblick

Um diese komplexen Themen greifbar zu machen, ist das Programm konsequent auf den industriellen Alltag ausgerichtet. Im Vordergrund stehen Fakten und die direkte Umsetzbarkeit:

  • Wegweisende Keynote: Den Auftakt bilden fundierte Analysen zur makroökonomischen Lage. So beleuchtet Dr. Tim Meyer (3EPunkt) in seiner Eröffnungs-Keynote die zentrale Frage: „Energieversorgung 2035 – Wie bleibt die deutsche Industrie wettbewerbsfähig?“. 
  • Fachspezifische Vorträge: Der Vormittag bietet tiefe technische Einblicke. Besonders relevant für Elektrokonstrukteure und Entwickler sind die parallelen Tracks zu Antriebstechnik und Ecodesign, Energiemanagement und KI sowie der Umsetzung von DC-Fabriken. Ebenso detailliert besprochen werden die Themen Eigenstromversorgung und der effiziente Einsatz von Batteriespeichern.
  • Praxisnahe Impulse: Kurz und prägnant liefern Best-Practice-Sessions am Nachmittag direkte Maßnahmen zur Eigenstromversorgung und zum Einsatz von Batteriespeichern. Konzepte, die Automatisierer und Betriebsleiter am nächsten Tag direkt im eigenen Werk prüfen können.
  • Interaktive Workshops: In interaktiven Kleingruppen geht es an die Umsetzung. Die Teilnehmer bringen eigene Erfahrungen in die Ausarbeitung einer betrieblichen Energiestrategie ein und diskutieren technische Hürden bei Speicherkonzepten und der Infrastruktur-Integration auf Augenhöhe.
  • Diskussionsrunden zur Regulatorik: Eine Expertenrunde bringt Licht in den Dschungel aus Förderprogrammen und gesetzlichen Vorgaben. Dieses Wissen ist essenziell, um teure Fehlinvestitionen bei der Anlagenkonzeption zu vermeiden, gefolgt von einer kompakten Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse des Tages.

Silodenken aufbrechen und Zukunft gestalten

Für Elektrokonstrukteure, Entwickler und Automatisierungsingenieure ist der INDUSTRIAL ENERGY SUMMIT weit mehr als ein klassischer Kongressbesuch. Er bietet die dringend nötige Chance, das Silodenken zwischen Automatisierungstechnik, Maschinenbau und unternehmerischem Energiemanagement endgültig aufzubrechen. Wer heute Maschinen entwickelt, die auch in zehn Jahren auf dem globalen Markt bestehen sollen, muss die Verschmelzung von Energie und Daten proaktiv vorantreiben. Das Event in Würzburg liefert das dafür nötige Rüstzeug, Best-Practice-Lösungen und ein starkes Netzwerk an Technologiepartnern.

Machen Sie Ihr Engineering bereit für das Industrie-Energiezeitalter. Alle weiteren Informationen zu den Speakern, den Themen und zur Ticketbuchung finden Sie hier: