Leittechnik mit zentraler Steuerung Einheitliche Gebäudeleittechnik für die Museumsinsel Berlin

Redakteur: Reinhard Kluger

Obgleich die einzelnen Gebäude über die Museumsinsel in Berlin verteilt sind, basiert die Leittechnik auf einer zentralen Steuerung. Und: Die verwendete Software-Lösung gilt als so anwenderfreundlich, dass auch nichttechnisches Personal sie bedienen kann.

Schafft Übersicht auf der Museumsinsel Berlin: Visualisierung der Gebäudeleittechnik Bilder: Wonderware
Schafft Übersicht auf der Museumsinsel Berlin: Visualisierung der Gebäudeleittechnik Bilder: Wonderware
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Museumsinsel Berlin, wer kennt sie nicht. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands eröffnete sich die historisch einmalige Chance, die geteilten Sammlungen der Ost- und West-Berliner Museen wieder zusammenzuführen, baufällige Gebäude zu restaurieren und solche wieder zu eröffnen, die seit längerer Zeit geschlossen waren. Mit dem „Masterplan Museumsinsel“ wurde beschlossen, alle Gebäude von Grund auf zu sanieren und ihre Gebäudetechnik mit Hilfe moderner Prozessvisualisierungslösung an die Anforderungen moderner Museen anzupassen und die Gebäudetechnik zentral zu steuern. Hierzu nutzt die Berliner Museumsinsel Wonderware Software mit den Komponenten Wonderware InTouch HMI, Wonderware Historian und Wonderware ActiveFactory.

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Offene Gebäudeleittechnik als Vorgabe

In Bezug auf die Gebäudeleittechnik verfügte bis dahin jedes der Gebäude über ein eigenes System, welches über DDC-Technik (Direct Digital Control) des jeweiligen Herstellers gesteuert wurde. Für jede Automationslösung musste deshalb eine entsprechende Schulung für die Mitarbeiter der Gebäudeleittechnik erfolgen und dementsprechend war Personal nur in dem jeweiligen Haus einsetzbar, für welches es auch geschult worden war. Im Zuge der Modernisierung sollte für die gesamte Museumsinsel eine einheitliche GLT-Lösung gefunden werden. Ziel war es, die Gebäudetechnik zentral steuern zu können und die damit verbundenen Daten ebenso zentral abspeichern zu können.

„Wir wollten allen Mitarbeitern eine einheitliche Bedienoberfläche zu Verfügung stellen – auch dem nicht technischen Personal“, erinnert sich Erik Zimmer, Administrator GLT/MSR-Technik bei den Staatlichen Museen zu Berlin. „Zudem wollten wir Offenheit für alle Funktionalitäten im Bereich Facility Management schaffen. Das heißt: Auch externe Anwender, die nicht in den Museumsgebäuden ansässig sind, wie zum Beispiel Labortechniker, sollen auf das System zugreifen und Daten zu Pumpen oder Stromverbräuchen abrufen können.“

Die Ausschreibung und Bauleitung übernahm das Büro c.a.e.s.a.r. ingenieure Planungsgesellschaft mbH. Als Auftragnehmer fungierte die Sauter-Cumulus GmbH und als Auftraggeber das BBR Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. c.a.e.s.a.r. ingenieure Berlin erstellte eine Konzeptstudie zur Entwicklung der Gebäudeautomation der Museumsinsel. Daraufhin einigte man sich mit dem IT-Service der Museumsinsel über die Nutzung des bestehenden Netzwerkes. Das heißt, die vorhandene Infrastruktur sollte auch für die geplante Gebäudeautomation genutzt werden können, um zu vermeiden, eine komplett neue Infrastruktur inklusive dem Verlegen von Glasfaserkabeln durchführen zu müssen. Danach wurden die Standorte für Server und Gateways festgelegt und die nötige Hardware installiert. Auch die Anlagenkennzeichnungsschlüssel (AKS) für alle Datenpunkte sowie der Entwurf und die Freigabe der Anlagenbilder mussten festgelegt und umgesetzt werden.

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