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Power-to-Liquid Erste kommerzielle Anlage für erneuerbaren Kraftstoff geplant

Redakteur: Katharina Juschkat

In Norwegen soll die erste kommerzielle Anlage für die Herstellung von wasserstoffbasiertem erneuerbarem Kraftstoff für Flugzeuge entstehen.

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Die kommerzielle Herstellung des Kraftstoffes könnte einen Wandel zum klimaneutralen Transport ermöglichen.
Die kommerzielle Herstellung des Kraftstoffes könnte einen Wandel zum klimaneutralen Transport ermöglichen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

In Norwegen soll weltweit erstmals die Power-to-Liquid-Technologie kommerziell industrialisiert und damit Norwegens umfangreichen erneuerbaren Stromressourcen in erneuerbare Kraftstoffe umgewandelt werden. Hinter dem Projekt steht das Industriekonsortium Norsk E-Fuel, das sich aus vier Partnern zusammensetzt:

  • Sunfire GmbH, Anbieter im Bereich von PtL-Technologie
  • Climeworks AG, Pioniere im Bereich Direct Air Capture Technologie
  • Paul Wurth SA, EPC-Unternehmen für Stahlhersteller
  • Valinor AS, Cleantech Investmentgesellschaft und Muttergesellschaft des größten privaten Windkraft-Entwicklers (Norsk Vind) in Norwegen
Eine einzige Anlage im industriellen Maßstab wird bereits genug erneuerbaren Kraftstoff als Beimischung für den gesamten Flugbetrieb auf den fünf wichtigsten Inlandsflugrouten in Norwegen liefern.

Lars Helge Helvig, Gründer von Valinor und Vorsitzender von Norsk Vind

Zwar setzt die Industrie zunehmend auf E-Fahrzeuge, doch es gibt einige Bereiche, die nach wie vor stark auf die Nutzung fossiler Brennstoffe angewiesen sind, etwa die Luftfahrtindustrie. Gerade für diese Sektoren will das Projekt einen Wandel hin zum klimaneutralen Transport ermöglichen.

So funktioniert die Herstellung des Kraftstoffs

In einem einstufigen Co-Elektrolyseprozess wandeln die Technologien von Sunfire und Climeworks Ökostrom, Wasser und CO2 aus der Umgebungsluft sowie unvermeidbare CO2-Quellen zu Synthesegas (einer Mischung aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid) um. Durch anschließendes Synthetisieren und Raffinieren entstehen erneuerbare Kraftstoffe, wie z.B. Kerosin, die direkt als zertifizierte Endprodukte in der bestehenden Infrastruktur eingesetzt werden können. Nach eigenen Angaben will Norsk E-Fuel damit erneuerbare Kraftstoffe in noch nie dagewesenem Umfang bereitstellen.

Die erste Anlage mit einer Produktionskapazität von 10 Millionen Litern pro Jahr soll 2023 in Betrieb gehen. Anschließend will das Projekt die Produktion auf 100 Millionen Liter erneuerbaren Treibstoffs bis 2026 hochskalieren. Diese industrielle Großanlage soll eine Reduzierung der CO2-Emissionen, zum Beispiel die der Luftfahrtindustrie, um 250.000 Tonnen pro Jahr ermöglichen. Wenn beide Anlagen erfolgreich in Betrieb genommen sind, soll auf Grundlage der Großanlage die landesweite Markteinführung vorangetrieben werden.

Lars Helge Helvig, Gründer von Valinor und Vorsitzender von Norsk Vind, erklärt: „Eine einzige Anlage im industriellen Maßstab wird bereits genug erneuerbaren Kraftstoff als Beimischung für den gesamten Flugbetrieb auf den fünf wichtigsten Inlandsflugrouten in Norwegen (Oslo-Trondheim, Oslo-Bergen, Oslo-Stavanger, Oslo-Tromsø und Oslo-Bodø) liefern. Dies würde die derzeitigen Flugemissionen zwischen den Städten um etwa 50 % senken.“

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