Suchen

Remote Maintenance Fernwartungslösung sorgt für höhere Effizienz und vereinfachten Service

| Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Damit Industrie 4.0 seine volle Flexibilität entfalten kann, muss sich Fernwartung als vereinfachter Service gut in I4.0-Systeme integrieren lassen. Weidmüller gelingt dies mit seiner webbasierten Lösung – und steigert damit sowohl die Verfügbarkeit als auch die Produktivität von Maschinen und Anlagen.

Firmen zum Thema

Industrie 4.0 eröffnet mit dem Einzug von Internettechnologien und der durchgängigen, transparenten Vernetzung in die Produktion neue Fernwartungslösungen. Wie sie ausgelegt sein solle, zeigt dieser Beitrag.
Industrie 4.0 eröffnet mit dem Einzug von Internettechnologien und der durchgängigen, transparenten Vernetzung in die Produktion neue Fernwartungslösungen. Wie sie ausgelegt sein solle, zeigt dieser Beitrag.
(Bild: Weidmüller)

Produzierende Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, immer zügiger auf veränderte Kundenwünsche eingehen zu müssen – dies betrifft Produkte, ihre Preise und Stückzahlen ebenso wie ständig verfeinerte Lieferketten. Ohne einen flexibel konzipierten, steigenden Automatisierungsgrad sowie eine zunehmend dominantere Software ist dies nicht umsetzbar. Die Kehrseite der Medaille: Dementsprechend anspruchsvollere Anlagen und Maschinen gilt es zu verstehen, zu beherrschen und zu warten. Je komplexer und vernetzter Anlagenstrukturen sind, desto zeit- und kostenträchtiger erweisen sich oftmals ungeplante Stillstände. Im Störfall greift das Wartungspersonal zumeist auf Spezialisten des Herstellers zurück – in der kosten- und zeitintensivsten Variante erfolgt ein Besuch vor Ort, was bei internationaler oder globaler Orientierung der Endkunden vielfach jeglicher ökonomischer Grundlage entbehrt.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Abhilfe schaffen hier Fernwartungslösungen. „Aktive oder passive Fernwartungslösungen sind nicht neu, unter der Prämisse von Industrie 4.0 oder dem Weg dahin wandeln sie sich zu effizient gemanagten, maßgeschneiderten und einfacher gestalteten Services“, sagt Michael Matthesius, Leiter der Division Automation Products & Solutions bei Weidmüller.

Maßgeschneiderte Services für Anlagenhersteller und Endkunden

Das Detmolder Unternehmen hat effiziente Produkte und Lösungen für die Fernwartung in seinem Portfolio: Mit der Fernwartungslösung U-Link können Anlagenhersteller ihren Kunden maßgeschneiderte Services anbieten, die den gesamten Lebenszyklus einer Anlage abdecken, also auf einen längerfristigen Horizont abzielen. Fernwartung reicht vom schnellen Support bei der Fehlerbehebung, über Fragen zur Bedienung, der Prozessoptimierung bis hin zur Instandhaltung von Anlagen.

Weidmüller setzt auf eine Systemlösung, sie besteht aus Netzwerkkomponenten wie Industrial Security Router und Ethernet Switches, dem modular aufgebauten Remote I/O-System u-remote inklusive integriertem Webserver für detaillierte Systemdiagnosen, ferner kommunikationsfähige Automatisierungskomponenten und nicht zuletzt der webbasierten Fernwartungslösung U-Link. Einige dieser Produkte lassen sich auch kundenindividuell konfigurieren und auf spezielle Bedürfnisse anpassen, so beispielsweise u-remote.

Fernwartung, Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit – ein Widerspruch?

Manche kritische Stimmen äußern Vorbehalte, für sie gelten Fernwartungslösungen als Einfallstore für mutwillige, unlautere Angriffe. Michael Matthesius antwortet darauf, dass zwar generell ein sicherheitsbewusstes Vorgehen mit regelmäßiger Risikoanalyse anzuraten ist – „die heutigen Optionen einer effizienten Fernwartung allerdings brach liegen zu lassen, kostet viel Geld und ist wenig ressourcenschonend.“

Weidmüller biete ein gestuftes Sicherheitsmanagement bei seiner Fernwartungslösung. So zählen zu den prägnanten Vorteilen des U-Link Portals ein abgesicherter Remote-Zugang, eine flexible Systemstruktur, ein effizientes Management, eine schnelle Ferndiagnose gleichwie ein beschleunigter Anlagenservice. Dem sicheren Remote-Zugang dient ein Webportal mit integriertem VPN-Rendezvous-Server in Deutschland, ein Router mit integrierter SPI-Firewall (stateful inspection), die Authentifizierung durch x.509 basierte Zertifikate (OpenVPN mit SSL-Verschlüsselung) und die manuelle Zugriffsfreigabe an der Anlage.

Neben der sicheren Fernwartung darf auch die IT-Sicherheit industrieller Automatisierungssysteme (IACS) nicht vernachlässigt werden. So nennt die Normenreihe IEC 62443 sieben technische Systemanforderungen, die eine Grundlage für die zu erreichenden Security-Level für Automatisierungssysteme darstellt:

  • Identifizierung und Authentifizierung,
  • Nutzungskontrolle,
  • Systemintegrität,
  • Vertraulichkeit der Daten,
  • eingeschränkter Datenfluss,
  • rechtzeitige Reaktion auf Ereignisse,
  • Verfügbarkeit der Ressourcen.

Jede dieser Systemanforderungen definiert zudem vier untergeordnete Security-Levels. Hiermit lässt sich eine Systemlösung flexibel und bedarfsgerecht klassifizieren. Trotz aller Security-Maßnahmen, darauf weist der Experte hin, eine 100-prozentige Sicherheit gibt es im IT-Zeitalter nicht. „Es geht darum, für Risiken Bewusstsein zu schaffen beziehungsweise zu schärfen und das Risiko derart zu senken, dass potenzielle Angriffe stark erschwert und/oder unverhältnismäßig aufwendig werden.“

(ID:44768346)