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Bediengerät Gut visualisiert: So mischen Dosiermaschinen

| Autor/ Redakteur: Alexander Rehm* / Sariana Kunze

Dosiermaschinen, die zwei viskose Reaktionskomponenten zu einem Gemisch für das Spritzgießen verbinden, werden für die Fertigung winziger Silikonteile benötigt. Für die Bedien- und Beobachtungsaufgaben nutzt die Firma EMT-Dosiertechnik bei ihren Anlagen Bediengeräte von Wachendorff.

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Die Firma EMT setzt bei ihren Dosiermaschinen Bediengeräte von Wachendorff ein.
Die Firma EMT setzt bei ihren Dosiermaschinen Bediengeräte von Wachendorff ein.
(Bild: Wachendorff)

Winzige Dichtungsringe für die Medizintechnik, Babyschnuller oder kleinste Wasserdüsen für Duschköpfe: All diese Dinge, die uns im Alltag täglich begegnen, haben eins gemeinsam: Sie werden aus Flüssigsilikon gefertigt. Er ist flexibel, biokompatibel und hitzebeständig und hat gegenüber herkömmlichem Kautschuk deutliche Verarbeitungsvorteile. So werden hier zwei niedrig viskose Komponenten vermischt und können dann direkt dem Spritzgußverfahren zugeführt werden. Zum Mischen der einzelnen Bestandteile kommen spezielle Dosiermaschinen zum Einsatz, die nicht nur präzise arbeiten müssen, sondern bei denen auch Hygiene eine große Rolle spielt. Sie mischen die beiden Komponenten, was durch statische oder dynamische Mischer erfolgen kann. Hersteller solcher Apparaturen gibt es nicht viele – einer davon ist die Firma EMT mit Sitz in Werdohl/Westfalen. Gegründet wurde das Unternehmen 2004 aus einer konkreten Aufgabenstellung heraus: „Die Automobilindustrie suchte damals nach Lösungen, um wässrige Klebstoffe, mit denen Leder für die Innenausstattung verarbeitet werden sollte, anzumischen und aufzutragen“, erzählt Klaus Germeshausen von den Anfängen seiner Selbständigkeit. Wettbewerber gab es in diesem Bereich nicht viele und so wuchs das Unternehmen schnell und belieferte auch anderen Branchen wie die Holz- und Papierindustrie mit seinen Anlagen. „Wenn wässrige Klebstoffe gemischt werden mussten, kam EMT ins Spiel“, so der Inhaber von EMT-Dosiertechnik. Leider verlief die Entwicklung nicht ungebremst weiter. Für Germeshausen kristallisierte sich deshalb das Thema Flüssigsilikon heraus. Es wird auch aus mehreren Komponenten angemischt, so dass die bisher gesammelten Erfahrungen hier zur Anwendung kommen konnten. Üblicherweise nutzte die Branche hier eher große Silikongebinde um die 200 Liter. Allerdings stieg vor allem in der Medizintechnik die Nachfrage nach Mikroteilen und Kleinserien aus Flüssigsilikon immer weiter an. Hierfür wird pro Charge nicht sehr viel Material benötigt – Kartuschensysteme sind hier völlig ausreichend und genau hierfür entwickelte EMT komplett neue Lösungen. Anspruchsvoll sei die Herstellung von Produkten für die Medizintechnik. „Da hier sortenrein gearbeitet wird, sind die Materialkosten extrem hoch“, sagt Germeshausen. Er hat sich darum viele konstruktive Details überlegt, um den hohen Ansprüchen dieser Branche gerecht zu werden.

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Kompaktes Bediengerät für schlanke Dosiermaschine

Eine dieser Anlagen ist fast fertig und steht noch in der Halle, wo gerade die letzten Einzelteile montiert werden. Der Mischblock aus Edelstahl ist kompakt gebaut und verzichtet völlig auf Gewinde. „Wir haben hier alle Verbindungen angeflanscht, um glatte Flächen zu haben und so die Reinigung zu erleichtern“, beschreibt Germeshausen. Die Bedienung der Dosieranlage erfolgt über ein fest eingebautes Touchpanel von Wachendorff Prozesstechnik. „Wir haben eine hohe Fertigungstiefe und können so schnell und flexibel auf Kundenwünsche reagieren“, erläutert der Inhaber. Zum Einsatz kommen in seinen Anlagen Bediengeräte der Serie WBG von Wachendorff. Sie wurden speziell für kleine und mittlere Bedien- und Beobachtungsaufgaben in der industriellen Automatisierung konzipiert. Bei ihnen wurde bewusst auf besondere Features und selten benötigte Hardware verzichtet, die die Kosten in die Höhe treiben würden. Besonderes Augenmerk wurde auf ein kompaktes Design gelegt. So ist das Bediengerät WBG-AC_E mit nur 27 mm Einbautiefe auch in den extrem schlank gehaltenen Lösungen von EMT problemlos einbaubar. Zudem wurden die Geräte der WBG-Serie für den Einsatz in rauen Industrieumgebungen konzipiert und sind mit IP65 besonders robust. Die Platine des WBGACxxE ist durch eine spezielle Beschichtung gegen Korrosion und Feuchtigkeit geschützt und die serielle Schnittstelle RS485 galvanisch getrennt. Die Bediener der Dosieranlage können damit später die Füllstände der Gebinde kontrollieren. Außerdem wird hier der Druck der einzelnen Förderpumpen angezeigt. Störmeldungen laufen auf der Oberfläche ebenfalls im Klartext auf. Soll Farbe gemischt werden, können die Parameter von Farbzuführpumpe und Ventil auch über das Display eingestellt werden.

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Touchpanel-Visualisierung selber erstellen

Die Visualisierung für das Touchpanel hat Klaus Germeshausen selbst erstellt. Die kostenlose Projektierungssoftware Easybuilder Pro der Wachendorff WBG-Serie ist intuitiv bedienbar, so dass schnell und einfach eine benutzerfreundliche Bedienoberfläche am PC des Nutzers erstellt werden kann. Die enthaltenen Bibliotheken können individuell erweitert werden und erleichtern somit die Projektierung erheblich. „Nach einem Schulungstag beim Wachendorff im Rheingau konnte ich die Grundlagen schon selbst erstellen. Bei dem ersten Projekt haben mir die Experten von Wachendorff hier vor Ort zur Seite gestanden, aber inzwischen komme ich alleine gut zurecht“, erklärt er. Speziell für diese Betreuung bei konkreten Projekten hält Wachendorff eine eigene Abteilung vor. „Die vorhandene Schnittstelle zur Siemens SPS machte die Arbeit zusätzlich besonders leicht“, ergänzt Germeshausen. Auch Steuerungen anderer Hersteller können angebunden werden. So kommunizieren die Bediengeräte mit mehr als 300 Steuerungen, Frequenzumrichtern oder Reglern. Zudem war für EMT wichtig, die Bedienung graphisch zu unterstützen und Texte in unterschiedlichen Sprachen bereitzustellen.

* Alexander Rehm, Produktmanager Bedienen & Beobachten, Wachendorff Prozesstechnik

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