Mobile Devices I-Machine heißt: Steuern per Tablet

Autor / Redakteur: Thomas Hammermeister* / Reinhard Kluger

Ohne Smartphones und Tablets geht bald auch in der Anlagensteuerung nicht mehr viel. Der Nutzen: Auslesen und Verändern von Parametern per App zum komfortablen Steuern von Maschinen in der Fabrik. So stellt sich die Frage: Apps als Killer-Applikation im Wettbewerb mit der asiatischen Konkurrenz?

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Im Maschinenbau bricht ein neues Zeitalter an: Klassische HMI bekommen Touch Displays. Per App lassen sich die Parameter der Steuerung ortsunabhängig und komfortabel auslesen und verändern.
Im Maschinenbau bricht ein neues Zeitalter an: Klassische HMI bekommen Touch Displays. Per App lassen sich die Parameter der Steuerung ortsunabhängig und komfortabel auslesen und verändern.
(Schneider Electric)

Was im ersten Moment abwegig anmutet, das könnte künftig Realität sein: Eines Tages dürfte ein I-Pad mit zum Lieferumfang des Maschinenbauers gehören. Um die zukünftige Bedeutung von Smartphone & Co. für den Maschinenbausektor einordnen zu können, bedarf es deshalb eines Blickes hinter die Kulissen einer typischen Produktionsstätte. Dort leisten Maschinen ihre Arbeit, die in der Regel über lokale Displays (Panels) von spezialisiertem Personal bedient werden.

Für schwer zugängliche Orte

Ein allgegenwärtiges Problem in der Fabrik: Ortsgebundene Bedienelemente setzen voraus, dass sich die Bediener in unmittelbarer Nähe der Maschinen aufhalten. Entsprechend begrenzt ist der Arbeitsradius. So ist es dem Personal oft nicht oder nur mit großem Aufwand möglich, schwer zugängliche Orte zu erreichen. Das gilt beispielsweise für eine lange Produktionsstraße und erst recht für Kräne oder andere Baumaschinen sowie für eine abgelegene Pumpstation. Kurz: Die Notwendigkeit zur physischen Präsenz von Mitarbeitern kostet Zeit und Geld bei Betrieb und Wartung.

Gründe genug für die Maschinenbaubranche, sich mit alternativen Bedienungsmöglichkeiten zu beschäftigen. Allerdings zeigten sich erste Entwicklungen auf Basis von Smartphone- oder Tablet-Apps in der Vergangenheit nicht sonderlich ausgegoren. So liefern diese Anwendungen häufig nur visuelle Informationen über bestimmte Maschinenparameter. Oft werden mobile Geräte aber auch nur als einfaches Dokumentationsmedium verwendet. Eine benutzerfreundliche und effiziente Steuerung von maschinenspezifischen Parametern blieb bisher die Ausnahme.

Mit Apps gezielt einzelne Komponenten ansteuern

Doch mit der allgegenwärtigen Präsenz mobiler Endgeräte im Privat- und Geschäftsalltag wächst auch in der Maschinenbaubranche der Wunsch, Apps für die Maschinensteuerung zu nutzen. So ermöglichen es erste Anwendungen etwa dem Servicepersonal, schnellere und zuverlässige Wartungen von Maschinen durchzuführen, Produktionsdaten von unterwegs aus zu ändern oder gar den kompletten Betrieb einer Maschine zu steuern. Damit lassen sich beispielsweise Betriebsarten einer Anlage ändern oder Parameter zur Produktionsgeschwindigkeit der Maschine komfortabel von jedem Ort aus betrachten und modifizieren. Dabei ist es mit modernen Apps sogar möglich, jede einzelne Komponente einer Maschine anzusteuern, wie etwa den Servomotor und sogar die SPS-Ebene in die Visualisierung mit einzubeziehen.

Mit Wischen und Zoomen die Maschine bedienen

Ebenso erhöhen sich Reaktionszeiten bei etwaigen Ausfällen oder anderen Problemen, weil die Überwachung per Tablet oder Smartphone in Verbindung mit WLANs keine Anwesenheit vor Ort voraussetzen. Ähnliches gilt für das Energiemanagement: In diesem Zusammenhang ist es möglich, eine Überwachung auf dem mobilen Device anzustoßen, um die Maßnahmen für einen niedrigeren Energieverbrauch zu beobachten und zu steuern. Interessant wird die Zusammenarbeit zwischen Anlage und Handheld freilich auch aufgrund der neuen Eingabemöglichkeiten: Sie ermöglichen es Anwendern, bereits bekannte Mobile-OS-typischen Gesten wie Wischen oder Zoomen anzuwenden und Maschinen sogar vom heimischen Wohnzimmer aus zu steuern, ohne dazu auf Web-basierte Alternativen wie Notebook und Browser zurückgreifen zu müssen.

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