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Unterbrechungsfreie Stromversorgung Investieren - besser bevor der Strom ausfällt!

| Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Wie lassen sich DC-USV-Systeme realisieren, die rechtzeitig melden, dass die Batteriepacks das Ende Ihrer Lebensdauer erreicht haben und im Rahmen einer Wartung ausgetauscht werden sollten? Welche weiteren Aspekte gilt es bei der Auswahl einer unterbrechungsfreien DC-Stromversorgung zu beachten? Ein Experte bei Bicker Elektronik gibt Antworten.

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Die Investition in ein DC-USV-System lohnt sich – damit aus einer kurzen Unterbrechung nicht ein langer und kostenintensiver Stillstand wird.
Die Investition in ein DC-USV-System lohnt sich – damit aus einer kurzen Unterbrechung nicht ein langer und kostenintensiver Stillstand wird.
(Bild: © Ralf Geithe - Fotolia)

Wegen der guten Golf-Nachfrage läuft am Samstag eine Sonderschicht. Plötzlich geht nichts mehr, die Produktion steht. Die Mitarbeiter werden nach Hause geschickt. Sogar der Bundesliga-Partie zwischen Wolfsburg und dem FC Bayern droht beinahe eine Absage. So geschehen im März 2014 bei VW in Wolfsburg. Der Grund: ein großflächiger Stromausfall.

Das Beispiel zeigt wie wichtig die sichere und zuverlässige Stromversorgung sensibler und prozessrelevanter Steuerungs- und Kommunikationssysteme sowohl in der Industrie- als auch in der Medizintechnik sowie in Bordnetzen ist. Starke Schwankungen oder gar Totalausfälle des 24VDC-Stromversorgungs-Netzes haben oftmals fatale Folgen für kritische Verbraucher, wie Industrie-, Panel- oder Embedded-Box-PC’s. Gefährliche Systemabstürze mit Datenverlust und kostspielige Ausfälle gilt es unter allen Umständen zu vermeiden. „

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Der Einsatz von DC-USV-Systemen gewährleistet in solchen Situationen eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), um laufende Prozesse bei Bedarf kontrolliert zu beenden und Systeme sicher herunterzufahren oder einfach nur, um eine kurze Unterbrechung sicher zu überbrücken“, betont Thomas Böhmer, Technischer Leiter bei Bicker Elektronik und erklärt worauf es dabei ankommt:

Zu alt für ein Retter in der Not

USV-Systeme beziehen ihre Energie in der Regel aus Batterien. Alternative Energiespeicher, wie beispielsweise Ultrakondensatoren (sog. Super-Caps) kommen ebenfalls zum Einsatz, sind jedoch aktuell nur für kurze Überbrückungszeiten sinnvoll und geeignet. Die wesentlich leistungsfähigeren Batteriepacks sind aus einzelnen Batteriezellen aufgebaut.

Es gibt mehrere Kategorien nach Eurobat, in die aufladbare Batteriezellen hinsichtlich ihrer definierten Lebensdauer unter optimalen Erhaltungs-Ladebedingungen eingeteilt werden: Standard-Commercial mit 3 bis 5 Jahren, General-Purpose mit 6 bis 9 Jahren, High-Performance mit 10 bis 12 Jahren und Longlife mit einer Lebensdauer von 12 und mehr Jahren.

Die Angaben beziehen sich dabei auf eine Umgebungstemperatur von 0 bis 20°C. Insbesondere im industriellen Umfeld treten jedoch wesentlich höhere Temperaturen auf, was zu einer beschleunigten Alterung der Batteriezellen führt. Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Erhöhung der Umgebungstemperatur um 10°C die Lebensdauer der Batteriezellen auf etwa die Hälfte reduziert. Dieser Aspekt wird in der Praxis oftmals unterschätzt und erst im Ernstfall wird deutlich, dass der Batteriepack in einer unter Umständen dezentral oder schwer zugänglichen USV längst das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat und somit nicht mehr Retter in der Not sein kann.

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