Transportrobotik

Kollaborierender Transportroboter und KI-gestützte Bildverarbeitung

| Redakteur: Rebecca Näther

Mit der Kombination aus Kameras, die strategisch in der Werkshalle platziert werden, und intelligenter Software sollen die Roboter erstmals in der Lage sein, zwischen verschiedenen Hindernissen zu unterscheiden und spezifisch darauf zu reagieren.
Mit der Kombination aus Kameras, die strategisch in der Werkshalle platziert werden, und intelligenter Software sollen die Roboter erstmals in der Lage sein, zwischen verschiedenen Hindernissen zu unterscheiden und spezifisch darauf zu reagieren. (Bild: Mobile Industrial Robots)

Mobile Industrial Robots (MIR) hat auf der Automate, Amerikas größter Messe für Robotik- und Automatisierung, zwei Neuheiten vorgestellt: den kollaborierenden Transportroboter MIR1000 und die MIR AI Camera.

Mit dem Roboter bringt der Hersteller seinen bislang stärksten kollaborierenden Transportroboter auf den Markt. Die KI-gestützte Bildverarbeitung verbessert die Navigation aller Roboter der Firma und soll ihren Einsatz noch effizienter machen.

Transportroboter trägt Lasten bis zu einer Tonne

Der Roboter ergänzt das Produktportfolio um eine kollaborative Transportlösung für besonders schwere Lasten. Mit einer Traglast von 1 t kann er Paletten und andere schwere Güter automatisch aufnehmen, transportieren und abladen. Dank ausgereifter Sensorik und Kameras navigiert das Produkt sicher neben dem Menschen und findet sich auch in dynamischen Umgebungen zurecht, ohne mit Hindernissen zu kollidieren. Der Roboter verfügt über zwei flexible Palettenheber, mit denen er Euro-Standardpaletten sowie die vor allem in Nordamerika gängigen 40 auf 48 Zoll-Paletten handhaben kann. So stellt er eine sichere und kostengünstige Alternative zu klassischen Gabelstaplern dar und trägt zu einem verbesserten Arbeitsschutz bei, erklärt das Unternehmen.

Künstliche Intelligenz optimiert Roboter-Navigation

Auch hinsichtlich der Navigationsfähigkeit erweitert die Firma das Leistungsspektrum mobiler Robotik: Die KI-gestützte Bildverarbeitung ermöglicht den Robotern des Herstellers eine optimierte Routenplanung. Mit der Kombination aus Kameras, die strategisch in der Werkshalle platziert werden, und intelligenter Software sind die Roboter erstmals in der Lage, zwischen verschiedenen Hindernissen zu unterscheiden und spezifisch darauf zu reagieren. Trifft ein Roboter beispielsweise auf einen Menschen, setzt er seine Fahrt fort und fährt in sicherem Abstand um diesen herum. Handelt es sich hingegen um einen Gabelstapler, parkt der Roboter, damit dieser vorbeifahren kann. Mit der Bildverarbeitung können Roboter auch blockierte oder stark frequentierte Bereiche bei der Routenplanung antizipieren und diese meiden.

Roboter manövrieren autonom

Die Transportroboter des dänischen Herstellers sollen sich durch ihre intuitive Bedienbarkeit und Flexibilität auszeichnen, z. B. lassen sie sich mit verschiedensten Aufsatzmodulen wie Förderbändern, Roboterarmen oder Palettenhebern bestücken und so für ganz unterschiedliche Aufgaben rüsten. Da die Roboter autonom manövrieren, sind für ihren Einsatz keine Umbauten an der Infrastruktur notwendig, weil etwa Magnetschleifen in den Boden eingelassen werden müssten. Das Flottenmanagementsystem MIR-Fleet soll Anwendern zudem ermöglichen, den Einsatz ganzer Roboterflotten ohne großen Aufwand zu steuern.

BUCHTIPPDas Buch „Industrieroboter“ ist ein Handbuch für KMU mit Tipps und Tricks zum Thema Robotereinsatz. Es werden die wichtigsten Grundlagen der Robotertechnik vermittelt und Methoden erläutert, wie bewertet werden kann, ob sich ein Produkt oder Prozess durch Robotereinsatz automatisieren lässt.

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