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Bedienpanel Kürzere Route mit Display als Lotse

| Redakteur: Reinhard Kluger

Ein Bordcomputer von Beijer Electronics und eine optimierte Routenführung lotsen Müllautos durch den Dschungel der Stadt. Die Routen-Navigation, die insbesondere auch das Detailwissen der Fahrer nutzt, optimiert die Wege der Abfallentsorger.

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Hightech-Ausstattung in einem modernen Entsorgungsfahrzeug: Rückfahrmonitor, Zeiterfassung und Routen-Computer.
Hightech-Ausstattung in einem modernen Entsorgungsfahrzeug: Rückfahrmonitor, Zeiterfassung und Routen-Computer.
(Beijer)

Die Herausforderung in der Praxis: Müllfahrer im schweizerischen Kreuzlingen waren durch dauernde Arbeitstage zwischen zehn und zwölf Stunden völlig überlastet. Durch stetiges Wachstum der Stadt konnte das Müllaufkommen in normalen Arbeitsschichten nicht mehr bewältigt werden.

Die Lösung: Ein Bordcomputer von Beijer Electronics und eine optimierte Routenführung brachten die notwendige Verbesserung. Die Routennavigation, die neben geokodierten Daten insbesondere Detailwissen der Fahrer nutzt, stellt die Abfallentsorgung in kürzerer Zeit sicher. Das Ergebnis: Durch reine Optimierung der Straßenreihenfolge ergab sich bereits eine Einsparung von drei Wochenstunden. Eine Neuplanung der Route und des Sammelkalenders soll eine Aufwandsreduzierung von weiteren fünf Stunden bringen.

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Optimierter Routenplan bei Abfallentsorger

„Da steht morgens um 9:00 Uhr immer ein roter Polo auf dem Seitenstreifen. Da kann ich nicht rechts abbiegen.“ So oder so ähnlich beschreibt der Müllwagenfahrer die täglichen Herausforderungen auf seiner Route. „Und es gibt viele weitere Details, die erhebliche Verzögerungen zur Folge haben und in keinem Kartenmaterial der Welt zu finden sind“, bekräftigt Florian Reischer die Aussage.

Der gelernte Informatiker ist einer von drei Geschäftsführern und Teilhabern bei der infeo GmbH in Dornbirn. Das Unternehmen hat sich spezialisiert auf Dienstleistungen wie Planung, Optimierung und Durchführung von Entsorgungsrouten sowie Telematik-Lösungen für die Abfallwirtschaft. Zu seinen Kunden gehören Kommunen, Verbände und private Entsorgungsunternehmen, die ihre Abfallsammelsysteme optimieren wollen.

Das Spin-Off-Unternehmen ging aus der Fachhochschule Vorarlberg und dem Vorarlberger Umweltverband hervor und hat mit ALOA awm eine Software entwickelt, mit deren Hilfe Abfallsammeltouren aufgezeichnet, ausgewertet, optimiert und simuliert werden können.

Arbeitsbelasungen ausgleichen

Seit September 2012 betreut infeo ein aktuelles Projekt in Kreuzlingen, im Schweizer Kanton Thurgau. Mit dem hiesigen privaten Entsorger, der Labhardt Transport AG, einer Tochter der TIT Imhof AG, fand man einen Kunden, der mit der Müllbeseitigungssituation in seinem Los, das ist ein Teilbereich einer öffentlichen Ausschreibung, nicht zufrieden war. „Unsere Fahrer hatten zum Schluss zehn bis zwölf Stunden Tage, was auf Dauer nicht tragbar war“, beschreibt Marcel Senn, Geschäftsführer der Labhardt AG die Arbeitssituation seiner Mitarbeiter. Durch das stetige Wachstum der Stadt Kreuzlingen war es zu einer ungleichmäßigen Verteilung der Haushalte gekommen.

Deshalb konnten manche Gebiete an einem regulären Arbeitstag nicht mehr bewältigt werden. Um die Fahrer nicht länger zu überlasten und für zukünftige Erweiterungen gut aufgestellt zu sein, überlegte man bei Labhardt und der KVA Thurgau (Kehrichtverwertungsanlage), wie die Situation verbessert werden kann. So entschied man, infeo als Spezialisten für Routenoptimierung in der Abfallwirtschaft hinzu zu nehmen. Mit deren Software wurden sämtliche Sammelstellen aufgezeichnet und geokodiert.

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