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6. Batteriefachtagung von Megger Neue Chancen für Unterbrechungsfreie Stromversorgungen

Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Brilon im Sauerland war vom 11. bis 12. Mai Austragungsort der 6. Batteriefachtagung von Megger. Am Stammsitz von Hoppecke trafen sich 93 der besten Batterie-Praktiker aus Deutschland. In elf Fachvorträgen und vier Workshops wurde vor dem Hintergrund der Energiewende und dem bevorstehenden Umbau der deutschen Energienetze auch über die Zukunft der Unterbrechungsfreien Stromversorgung diskutiert. Das Motto der Tagung: „Wohin führt die Reise?“

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Die Batterie-Spezialisten aus Deutschland vor dem stillgelegten Blei-Erz-Bergwerk in Ramsbeck: Am Stammsitz von Hoppecke, in Brilon im Sauerland trafen sich die Praktiker auf der 6. Batteriefachtagung von Megger
Die Batterie-Spezialisten aus Deutschland vor dem stillgelegten Blei-Erz-Bergwerk in Ramsbeck: Am Stammsitz von Hoppecke, in Brilon im Sauerland trafen sich die Praktiker auf der 6. Batteriefachtagung von Megger
( Archiv: Vogel Business Media )

Der künftige Weg hin zur dezentralen Energieversorgung mit immer mehr Anschlussstellen für erneuerbare Energiequellen, erscheint nach den Ereignissen in Japan klar ersichtlich. In Politik und Industrie herrscht trotz Bauchschmerzen Einigkeit über die „Energiewende“, die im Grunde ein ökologischer Umbau der deutschen Energieversorgung ist. Das wirkt sich nachhaltig auch auf die wichtigen Back-Up- und Notstrom-Systeme aus, mit denen die Stromversorgung bei Netzausfall aufrechterhalten wird. Noch wird das Netz überwiegend zentral von großen Kraftwerken gespeist – naturgemäß mit viel Platz für große Blei-Säure-Batterieanlagen.

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Doch wie verhält es sich in den künftigen Energienetzen, mit vielen kleinen Einspeisepunkten aus dezentralen, kleinen Energiequellen aus Windkraft, Photovoltaik oder anderen Kleinanlagen – die aufgrund unsicherer Wetterlagen auch noch starken Schwankungen unterliegen? Gerade diese benötigen eine USV, die vor Überspannung, Unterspannung, Oberschwingungen, Spikes oder Spannungsausfall schützen und sämtliche Back-Up-und Notsysteme bei Stromausfall aufrecht erhalten. Wo werden die untergebracht? Wie sollen sie künftig beschaffen sein? Wer wird sich um ihren einwandfreien Zustand kümmern und dafür die Sorge tragen, dass sämtliche Sicherheitsrichtlinien genau eingehalten werden?

Es entsteht eine Serviceverlagerung

Rolf Werkmeister, Sales Director Power Generation von Hoppecke ist überzeugt: hier ergeben sich viele neue Chancen. Nicht nur für die etablierten Hersteller von Batterie- und Back-Up-Systemen oder großen Serviceunternehmen. Kleine und mittlere Elektrofachbetriebe könnten mit Spezialisierung, Engagement und modernem Prüfgerät diese neue Nachfrage ebenfalls bedienen. Ihnen böte sich hier aufgrund der vielen unterschiedlichen Systemdesigns ein komplett neues Betätigungsfeld und viele neue Möglichkeiten zur Spezialisierung. Und die wäre notwendig, denn schon jetzt fehlte es an Know-how: Viel zu oft seien USV-Anlagen an den tatsächlichen Notwendigkeiten vorbei konzipiert, wie Rolf Werkmeister weiter ausführte.

Die Tagungsteilnehmer sprachen über den Stand der Technik und aktuelle Trends. Ergebnis: Die USV-Anlagen werden tatsächlich dezentraler, kleiner, flexibler. Der Bedarf sowohl für kleine, modulartige Batterie-Systeme als auch für deren Peripherie wie etwa Stromwandler oder Brennstoffzellen wächst. Letztere entwickelt sich zu einer weiteren Säule in der künftigen Architektur unserer Netze. Der Wirkungsgrad von Brennstoffzellen bei der Erzeugung von elektrischer Energie ist weitaus höher als der von Verbrennungsmotoren. Statt Diesel für die Generatoren, bildet künftig Wasserstoff für die Brennstoffzellen die Energiereserve, mit der die Back-Up-Systeme bis zu 48 Stunden nach dem Stromausfall weiter betrieben werden können.

In seinem Vortrag „Hilfsstromversorgung in Transportnetzstationen“ erklärte Peter Rümenapp von Amprion, dass derzeitige Brennstoffzellen bis 5 kW den Anforderungen an die Hilfsspannungsversorgung zwar noch nicht vollständig gerecht werden, gleichwohl könnten sie aber als „Gleichrichterergänzung“ in die bestehende Infrastruktur integriert werden, um bei Ausfall des Lade-Gleichrichters durch interne oder externe Fehler in der Umspannanlage die Versorgung der Back-Up-Systeme zu übernehmen. Im Vortrag von Michael Tausch können „Brennstoffzellen der 3. Generation“ mittlerweile sehr modular und exakt nach den örtlichen Gegebenheiten relativ preisgünstig konfiguriert und installiert werden. Alle Komponenten für Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen im Off-Grid-Einsatz wie Brennstoffzellen, Wasserstofftanks, Batterien und Wandler passen bereits in ein Gehäuse in der Größe eines Kleiderschranks, so ein Ergebnis der Fachtagung.

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