Controller-Familie Optimale Hardware-Software-Kombination zum effektiven Umsetzen von Automatisierungssystemen

Autor / Redakteur: Sören Mirbach / Reinhard Kluger

Das Major-Release CoDeSys V3 bietet zahlreiche Neuerungen. So lässt sich jetzt Code schneller erstellen und wiederverwenden. Die Software ist einfacher modularisierbar, komplexe Automatisierungssysteme sind mit einem Werkzeug realisiert. Lenze hat seine Engineering-Umgebung PLC Designer wegen dieser Vorteile entsprechend erweitert und parallel dazu noch eine neue Controller-Familie entwickelt.

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Rechenpower für die Hutschiene: L-force Controller 3200 C mit angereihtem I/O-System 1000 Bilder: Lenze
Rechenpower für die Hutschiene: L-force Controller 3200 C mit angereihtem I/O-System 1000 Bilder: Lenze
( Archiv: Vogel Business Media )

Auch wenn die Bedienoberfläche schon auf den ersten Blick zeigt, dass es sich bei dem Release V3 von CoDeSys um eine moderne Programmierumgebung handelt, liegen die entscheidenden Neuerungen des Release V3 von CoDeSys doch „unter der Haube“. So ist die Programmierumgebung jetzt aus Systemkomponenten in Form von zahlreichen Plug-Ins zusammengesetzt. Dazu gehören die weiterentwickelten Editoren (AWL, KOP, FUP, ST, CFC, AS) ebenso wie die Compiler zur Erzeugung des ausführbaren Codes, Konfiguratoren und zahlreiche weitere Komponenten. Da jede Plug-In-Komponente mit einer Versionsnummer versehen ist, können neuere Versionen einfach zur bestehenden Konfiguration hinzuinstalliert werden. Damit kann sowohl auf ältere als auch auf aktuelle Versionen zugegriffen werden. Das hat den großen Vorteil, dass beispielsweise Wartungsingenieure auf ihrem Laptop nicht mehr verschiedene Programmierumgebungen parallel installieren müssen.

Verschiedene Versionen, gleich Bibliothek

Weil mit dem Projekt auch die Versionsnummern der Plug-Ins, die bei der Programmierung der Anwendung zum Einsatz gekommen sind, in einem Profil abgespeichert werden, kann die Entwicklungsumgebung beim Öffnen eines (unbekannten) Projekts automatisch mit dem abgespeicherten Profil gestartet werden. Das Prinzip der Versionierung wird auch auf die Bibliotheken angewandt, so dass verschiedene Versionen der gleichen Bibliothek verwendet werden können.

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Programme für modulare Maschine

Ein weiteres neues Feature von CoDeSys V3 werden Programmierer schätzen, die Steuerungsprogramme für modulare Maschinen erstellen wollen, die in unterschiedlichen Konfigurationen ausgeliefert werden. Sie können jetzt eine SPS-Applikation erstellen, die sämtliche Maschinenoptionen berücksichtigt und dann über Parameter den Compiler anweisen, nur die Teile zu berücksichtigen, die für die konkrete Maschinenkonfiguration benötigt werden. Damit entfällt die Notwendigkeit, verschiedene Konfigurationen zu pflegen und reduziert sich der Speicherbedarf auf dem Zielsystem.

Auch für die Erstellung umfangreicherer Automatisierungslösungen bietet die neue Version klare Vorteile: So können mehrere Steuerungen in einem Projekt integriert werden oder auch mehrere Applikationen auf einer Zielhardware ausgeführt werden.

Objektorientierte Programmierung bringt Produktivitätsschub

Den größten Produktivitätsschub erwarten Experten aber von der Umstellung auf eine objektorientierte Programmierung. Sie erlaubt den Einsatz produktiver Hochsprachen und erleichtert die Wiederverwendung sowie die Erweiterung bereits bestehender Programmteile. Diese Programmiermethode wird aber niemandem aufgezwungen, da die Möglichkeit mit AWL und Co zu arbeiten, fortbesteht.

Lenze hat aber nicht nur das Standard-CoDeSys in seine IEC 61131-konforme Programmierumgebung PLC Designer integriert, sondern diese zusätzlich erweitert und qualifiziert, um einen zuverlässigen Dauerbetrieb in Automatisierungssystemen sicherzustellen. Damit ist Lenze einer der ersten Hersteller, der Anwendern den Einsatz dieser Variante von CoDeSys erlaubt.

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