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Standards Plattform Industrie 4.0 und IIC verbünden sich für die Zukunft

| Autor / Redakteur: Dr. Peter Adolphs* / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Am 2. März haben die deutsche Plattform Industrie 4.0 und das US-amerikanische Industrial Internet Consortium (IIC) in Berlin ihre Zusammenarbeit bekanntgegeben. Beide Seiten streben weltweit einheitliche Standards an. Unter anderem sollen die beiden Referenzarchitekturmodelle RAMI und IIRA zusammengeführt werden. Außerdem hat man sich auf die gemeinsame Schaffung und Nutzung von Testbeds verständigt.

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Der Bauplan: Die Referenzarchitektur RAMI 4.0 versucht, Industrie 4.0 vollumfänglich zu beschreiben. Rot markiert der Schnitt für eine vereinfachte 2D-Betrachtung.
Der Bauplan: Die Referenzarchitektur RAMI 4.0 versucht, Industrie 4.0 vollumfänglich zu beschreiben. Rot markiert der Schnitt für eine vereinfachte 2D-Betrachtung.
(Bild: Pepperl+Fuchs)

In der Öffentlichkeit wurden die Plattform und das IIC oft als Konkurrenten wahrgenommen. Doch es gab von Anfang an viele Gemeinsamkeiten und ein beiderseitiges Streben nach Kooperation. Eine ganze Reihe von international tätigen Unternehmen ist sowohl an der Plattform als auch am IIC beteiligt. Zwei von ihnen, Bosch und SAP, haben im vergangenen Jahr die Treffen initiiert, die der förmlichen Vereinbarung von Berlin vorausgegangen sind. Die Gespräche, an denen ich selbst beteiligt war, verliefen äußerst konstruktiv und freundschaftlich. Beide Seiten sind gleichermaßen daran interessiert, dass in einer zunehmend vernetzten Welt einheitliche Standards herrschen und die Daten möglichst durchgängig fließen können.

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Referenzarchitekturen ergänzen einander

Um in dieser Richtung voranzukommen, wurden konkrete Schritte beschlossen. Einer davon ist die Zusammenführung des deutschen Referenzarchitekturmodells Industrie 4.0 (RAMI) mit seinem amerikanischen Gegenstück Industrial Internet Reference Architecture (IIRA). Das RAMI beschreibt die Kommunikation vom Feldgerät bis zur kompletten Produktionsstätte in einem dreidimensionalen Koordinatensystem. Entlang seiner drei Achsen können alle wesentlichen Aspekte von Industrie 4.0 sinnvoll eingeordnet werden. Das Modell fokussiert klar auf die industrielle Produktion.

Das amerikanische Modell IIRA bezieht alle Aspekte mit ein, die man unter dem Stichwort Internet of Things (IoT) subsummiert, so etwa Smart Home oder Smart Traffic. Es geht von potenziell unendlich vielen Teilnehmern aus, die völlig gleichberechtigt in der Cloud interagieren. Es ist sehr umfassend angelegt und für vieles offen, im Detail aber deutlich weniger ausgearbeitet als das RAMI. Das deutsche Modell hat im wichtigen Bereich der Produktion bereits große Schritte in Richtung Konkretisierung gemacht.

So hat man, seit das RAMI vor gut einem Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, mehr als 200 Anwendungsbeispiele (Use Cases) gesammelt. An ihnen wird die Realisierbarkeit des Modells für konkrete industrielle Aufgaben überprüft. Gleichzeitig wird es sukzessive verfeinert und im Detail ausgearbeitet. Ein Beispiel dafür ist das Aufschlüsseln der Bereiche „Typ“ und „Instanz“ auf der x-Achse (Lebenszyklus und Wertschöpfungskette/Life Cycle & Value Stream). Hier wurden etwa Datenblätter, Zulassungen und Konstruktionszeichnungen dem Bereich „Typ/Entwicklung“ zugeordnet; Firmware, Updates und Neuzulassungen gehören dagegen zum Bereich „Typ/Wartung“. Ähnliche detaillierte Zuordnungen wurden auch auf den anderen Achsen durchgeführt. Die präzisierten Details werden in einer Publikation zusammengefasst, die auf der kommenden Hannover Messe vorgestellt werden soll.

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