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Robotik So können Roboter die Elektronikfertigung flexibilisieren

| Redakteur: Karin Pfeiffer

Rein statistisch hat die Elektronikindustrie in puncto Robotik offenbar noch Nachholbedarf. Kuka hat die Marktlücke in der Automatisierung erkannt und den K3 Agilus auf den Markt gebracht. Der Kleinroboter fügt, klebt, lötet und schraubt besonders kleinteilig.

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Einsatz für den K3: Mikroschrauben in der Handy-Produktion.
Einsatz für den K3: Mikroschrauben in der Handy-Produktion.
(Bild: Kuka Roboter)

Weltweit gewinnt die Automatisierungsbedarf bekanntlich in sämtlichen Industriebranchen an Bedeutung. Insbesondere die Elektronikindustrie hat jedoch aufgrund ihrer speziellen Gegebenheiten den dringenden Bedarf, ihren Automatisierungsgrad zu erhöhen. Die wachsende Zahl an Produktneuheiten sowie deren immer schnellere Entwicklung und Kurzlebigkeit erfordern eine zunehmende Flexibilität in der Produktion. Das bietet großes Potenzial für neue, maßgeschneiderte Automatisierungslösungen.

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Noch aber unterscheidet sich der Automatisierungsgrad Experten zufolge zwischen den einzelnen Branchen erheblich. So kommen laut dem "IFR Report 2014" der International Federation of Robotics in Deutschland in der Automobilindustrie auf 10.000 Arbeiter 1.100 Roboter, während es in der sogenannten „General Industry“ nur 147 Roboter sind - also nicht einmal ein Siebtel. Im Jahr 2013 haben die Hersteller insgesamt 9.373 Industrieroboter an die Elektronikindustrie verkauft, die Teil der „General Industry“ ist. Zum Vergleich: Die Automobilindustrie orderte im selben Zeitraum knapp 60.000 Einheiten. Der Report dokumentiert darüber hinaus große regionale Unterschiede. In China beispielsweise lautet das Verhältnis in der „General Industry“: Elf Roboter je 10.000 Arbeiter.

Liegt die Branche noch im Dornröschenschlaf

Die Zahlen verdeutlichen den Nachholbedarf in der Elektronikindustrie an modernen, zukunftsfähigen Automatisierungslösungen. Noch schläft die Branche in dieser Hinsicht den Dornröschenschlaf, heißt es bei Kuka Roboter. Doch das wird laut Prognosen kurz- bis mittelfristig nicht so bleiben: Morgan Stanley geht beispielsweise allein in China von einer Steigerung des Robotereinsatzes von mehr als zehn Prozent jährlich aus. Mit den in fast allen Ländern steigenden Lohnkosten und den wachsenden Qualitätsanforderungen gilt eine Automatisierung der Produktion und der effiziente Einsatz von Robotern vielen im Bereich Electronics wegen ihrer speziellen Herausforderungen als unumgänglich.

Gab es bisher Produkt-Modellreihen, die jahrelang angeboten wurden, modifizieren beispielsweise Smartphone-Hersteller heute ihre aktuelle Modelle meist bereits nach wenigen Monaten. Die Lebenszyklen der Produkte werden spürbar kürzer. Was heute Trend ist, gilt schon morgen oft als überholt. Dieser schnelle Wandel erfordert einen extrem hohen Grad an Flexibilität. Produzenten müssen eine zunehmende Modell-Varianz abdecken und schwankende Losgrößen effizient ausgleichen können. Die Automatisierung der Produktion für einen spezifischen Produkttyp wird so zunehmend unprofitabel. Daher erwartet die Industrie maximale Flexibilität und Modularität von entsprechenden Automatisierungslösungen: Um die Produktionssysteme einfach und individuell für unterschiedliche Aufgaben wie Montage, Test & Inspektion, Material-Handling sowie das Be- und Entladen der Maschinen zu nutzen und um auf Änderungen im Produktions- oder Prozessablauf schnell reagieren können.

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