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Norm DIN VDE 0701-0702 So kommen Prüftechniker sicher in den Feierabend

Autor / Redakteur: Georg Halfar* / Sariana Kunze

Bei der Wiederholungsprüfung von ortsveränderlichen Betriebsmitteln folgt ein Prüfer stets den von der Norm DIN VDE 0701-0702 festgelegten Prüfschritten. Es gilt der Grundsatz „Besichtigen, Erproben, Messen“. Auch Karl-Heinz Becker, selbstständiger Elektrotechniker, geht nach diesem Grundsatz vor. Doch seit ein paar Monaten ist sein Job leichter geworden. Er arbeitet jetzt mit dem Gerätetester PAT410. Das neue Arbeitsmittel hat ihm nun schon häufiger den Feierabend gerettet.

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Karl-Heinz Becker, selbstständiger Elektrotechniker, kann jetzt Wiederholungsprüfungen nach DIN VDE 0701-0702 vor Ort dokumentieren und gerichtsfest abschließen.
Karl-Heinz Becker, selbstständiger Elektrotechniker, kann jetzt Wiederholungsprüfungen nach DIN VDE 0701-0702 vor Ort dokumentieren und gerichtsfest abschließen.
(Megger)

Bürogebäude, Industrieanlagen und Baustellen sind die täglichen Einsatzorte von Karl-Heinz Becker. Der selbständige Elektrotechniker ist auf Wiederholungsprüfungen nach DIN VDE 0701-0702 spezialisiert. Jedes bewegliche Elektrogerät mit einem Stecker im gewerblichen Einsatz gilt als ein ortsveränderliches Betriebsmittel und muss regelmäßig nach der DIN VDE 0701-0702 überprüft werden. Das ist sein Job. Jeden Tag erwarten ihn Kaffeemaschinen, Mikrowellen, Schreibtischlampen, Verlängerungsleitungen, Kopierer, Bohrmaschinen, Kreissägen und allerhand andere elektrische Betriebsmittel, deren regelmäßig wiederkehrende Überprüfung fällig geworden ist.

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Seit ein paar Monaten begleitet ihn dabei eine schwarze Prüftasche von Megger. Darin befinden sich seine Arbeitswerkzeuge: Ein PAT410, ein kleiner Scanner und ein kleiner Drucker, aus dem die Prüfetiketten ausgedruckt werden, um sie auf den Prüfling zu kleben. Das war früher noch anders. Da musste er zusätzlich einen Laptop und allerhand Kleinwerkzeug, wie etwa einen Durchgangsprüfer mit sich herumschleppen. Denn nach der Geräteprüfung selbst war die Arbeit längst nicht getan. Jede einzelne Prüfung musste noch penibel dokumentiert und in die Protokoll-Software auf dem Laptop übertragen werden, damit die Prüfung auch rechtssicher war. Oft ging da schon mal der verdiente Feierabend drauf.

Dokumentiert wird gleich vor Ort

Kommt es nämlich mit einem von ihm geprüften Betriebsmittel zu einem Unfall mit Personenschaden, werden eben diese Aufzeichnungen enorm wichtig. Plötzlich interessieren sich Staatsanwälte, gerichtlich bestellte Gutachter oder sogar Unfallexperten vom Verband der Deutsche Sachversicherer (VDS) für seine Protokolle. Das sind Profis, denen man nichts vormachen kann. Sie werden dann genau wissen wollen, ob der Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung für dieses Gerät vorgenommen hat und ob alle Prüffristen, die sich aus dieser Beurteilung ergeben haben, auch tatsächlich eingehalten wurden. Das ist eine große Verantwortung. Mit dem PAT410 von Megger ist jetzt vieles einfacher geworden. Dieser Gerätetester kann 10.000 Daten intern speichern und diese über die vollwertige Tastatur PC-unabhängig verwalten. Der Prüfling wird am Barcode-Etikett gescannt, automatisch aufgerufen und die Dokumentation an Ort und Stelle aktualisiert und abgeschlossen. Der Tester bietet zudem einen Anschluss für einen Transponderleser, den so genannten RFID. Nur noch schnell das neue Prüfetikett ausdrucken und auf das Gerät kleben. Fertig.

Das Prüfetikett enthält wichtige Daten wie das aktuelle Prüfdatum, das nächste Prüfdatum sowie die Firma und den Namen des ausführenden Prüftechnikers. „Mit dem neuen Login-PIN erhalte ich jetzt auch Unterstützung von meinem Gesellen, den ich als elektrisch unterwiesene Person (EuP) bedenkenlos einsetzen kann. Jetzt kann er mich endlich bei meinen vielen Einsätzen besser unterstützen, denn ich kann ihm die Prüfgruppen vorgeben und mit einer PIN sichern. Vorher hatte ich immer bedenken, er könnte die Prüfgruppen unabsichtlich verändern oder womöglich löschen“, erklärt Becker. „Der PAT410 hat viele nützliche Details, die mir die Arbeit erleichtern“, führt er weiter aus. So befindet sich zum Beispiel fest eingebaut am Gehäuse ein Durchgangsprüfer. Eine wichtige Funktion, denn viele Geräte haben elektronische Netzschalter. Dadurch wird eine Isolationsmessung unbrauchbar und man muss laut Norm eine Differenzstrommessung als Ersatzmessung durchführen. Von außen ist das aber nicht zu erkennen. Um nun festzustellen, welche Art Netzschalter tatsächlich vorliegt, muss man einen separaten Durchgangsprüfer zur Hand haben. In Beckers Gerätetester ist dieser immer mit dabei. Einfach den Stecker vom Prüfling an den Durchgangsprüfer halten: Wenn es piept, ist eine Iso-Messung möglich. Piept es nicht, ist die Differenzstrom-Messung durchzuführen.

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