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Softing Industrial Automation So will ein Urgestein industrieller Kommunikation seine Position in der Automatisierung ausbauen

| Autor/ Redakteur: Ines Näther / Ines Stotz

Softing Industrial Networks mit Sitz in Nürnberg und Softing Industrial Automation aus Haar verschmelzen zu Softing Industrial Automation. Wie sich das Unternehmen jetzt im Markt positioniert und was dies für seine Kunden bedeutet, darüber sprachen wir mit CEO Dr. Wolfgang Trier.

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Die Softing Firmenzentrale in Haar bei München: Mit der Verschmelzung und weiteren Bündelung der Geschäftsaktivitäten will sich Softing als starker Partner für seine Kunden positionieren.
Die Softing Firmenzentrale in Haar bei München: Mit der Verschmelzung und weiteren Bündelung der Geschäftsaktivitäten will sich Softing als starker Partner für seine Kunden positionieren.
(Softing)

Die Verschmelzung der beiden Firmen erfolgte als logische Konsequenz nach der Übernahme von Inat im Frühjahr 2008 und deren Namensänderung 2011 in Softing Industrial Networks. Nach der vollzogenen Integration der Produktportfolios soll dieser Schritt für die Softing-Kunden eine deutliche Effizienzsteigerung bedeuten, weil sie nun in Deutschland über eine einfachere und klare Schnittstelle Zugang zu allen Produkten des Segmentes Industrie Automation haben.

Herr Dr. Trier, haben Sie Ihre bisherigen Ziele erreicht, nämlich die Überschneidungen in der gemeinsamen Geschäftsentwicklung zu beseitigen und Synergien zu nutzen?

Seit der Übernahme der Inat haben wir beide Firmen schrittweise integriert, das heißt die Portfolien im Produkt- und Trainingsbereich aufeinander abgestimmt, die Vermarktung harmonisiert und damit das Angebot an unsere Kunden über alle Vertriebskanäle deutlich erweitert. Die Verschmelzung der Firmen ist der letzte konsequente Schritt der Zusammenführung.

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Gibt es nicht doch noch Überschneidungen, etwa beim Thema OPC-Server?

Die verschiedenen Produktlinien wurden ebenfalls zusammengeführt, sodass wir heute über herausragende OPC-Server verfügen, die die Vorteile der Vorgängervarianten vereinen, aber auch neue Funktionen umfassen und gleichzeitig die Kompatibilität gewährleisten können.

Welche internen Vorteile erwarten Sie sich mittel- bis langfristig von dieser Maßnahme, und welche Veränderungen sind damit verbunden?

Die Vorteile der Verschmelzung wirken sich extern wie intern aus. Mit nur einer Softing Automatisierungsfirma in Deutschland vereinfacht sich die Schnittstelle unserer Kunden nochmals deutlich, da unser gesamtes Angebot über eine Kontaktadresse zu beziehen ist oder alle Information über eine Homepage. Intern werden wir Effizienzsteigerungen zum Beispiel in der Auftragsabwicklung erhalten, die ebenfalls wieder unseren Kunden zu Gute kommt.

Sind die überdurchschnittlichen Umsatzzuwächse in den letzten beiden Jahren bereits auch mit diesen Schritten verbunden?

Die Verschmelzung der beiden Firmen ist Teil unserer Strategie, unser Angebot der industriellen Kommunikationstechnik fokussiert zu erweitern und auf unsere Hauptmärkte der Fertigungs- und Prozessautomatisierung auszurichten, die Grundlage der positiven Entwicklung der letzten Jahre ist.

In welchen Schlüsselbranchen sind Sie heute aktiv?

Das Segment Industrial Automation beliefert sowohl OEMs wie auch Endanwender. Dabei gehören Hersteller moderner Automatisierungstechnik für die Fabrik- und Prozessautomation ebenso zu unseren Kunden wie der Maschinen- und Anlagenbau. Mit unseren Produkten für den industriellen Endanwender fokussieren wir auf alle Branchen mit hohen Sicherheits- und Qualitätsstandards. Dies geht in der Regel mit einem entsprechenden Automatisierungsgrad einher. Typische Branchen sind hier, um nur einige zu nennen, der Automobilbau mit seinen Zulieferern, die Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie Unternehmen in den Bereichen Kosmetika, Körperpflege, Haushalts- und Textilpflegeprodukte.

Vor die Übernahme war Inat überwiegend im Automotive-Bereich tätig. Hat sich diese Dominanz inzwischen verändert?

Die Produktlinien der Inat waren auf die Automatisierung ausgerichtet und integrieren sich daher optimal. Auch in der neuen Konstellation werden wir diese Ausrichtung weiter ausbauen.

Wie würden Sie Ihre aktuelle Position in der Automatisierung beschreiben, wo sehen Sie Ihre Kernkompetenzen?

Softing ist ein Urgestein der industriellen Kommunikationstechnik. An einigen der weltweit etablierten Standards, wie beispielsweise Profibus, Profinet, Foundation Fieldbus, Wireless-HART und OPC haben Softing-Köpfe entscheidend mitgearbeitet.

Dabei verfügt Softing Industrial Automation über eine einmalige Kombination von technologieübergreifendem Know-how. Dies gilt sowohl im Hinblick auf die typische Verwendung in der Verfahrenstechnik beziehungsweise in der diskreten Fertigung als auch in Bezug auf sich ergänzende Funktionalitäten. Letzteres gilt zum Beispiel für die Kombination von Industrial Ethernet- und Feldbusprotokollen mit OPC / OPC UA, FDT und zukünftig FDI.

Noch heute engagiert sich Softing in einer Vielzahl technischer Arbeitsgruppen - einerseits um zu helfen, die betroffenen Technologien kontinuierlich weiterzuentwickeln, andererseits um absolut spezifikationskonforme Produkte anzubieten und funktionale Verbesserungen direkt in das eigen Angebot integrieren zu können.

Können Sie dies anhand eines kurzen Praxisbeispiels erläutern?

Die Profibus Master Lösungen aus unserem Haus verfügen seit mehr als acht Jahren über Redundanzunterstützung und die Möglichkeit, einzelne Busteilnehmer zu rekonfigurieren, ohne dass die restliche Kommunikation ausgesetzt werden muss. Beides sind konkrete, aktuelle Anforderungen der Prozessautomation. Unser Hauptwettbewerb bietet diese Funktionalität erst seit knapp vier Jahren an, also vier Jahre nach uns.

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