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Mensch-Computer-Interaktion Tanzen und lachen mit Roboter Pepper

| Redakteur: Rebecca Vogt

An der Universität Siegen trainiert ein Projektteam einen Roboter für seinen Einsatz im Altenheim. Er soll die Senioren zum Beispiel mit Pantomime und Tanz unterhalten oder ihnen bei Übungen zur körperlichen Fitness helfen. In Japan erfreut sich der humanoide Roboter bereits großer Beliebtheit.

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Roboter Pepper hat Sensoren am Kopf und an den Fingern. Er kann hören, sehen, sprechen und sogar Stimmlagen und Emotionen erkennen.
Roboter Pepper hat Sensoren am Kopf und an den Fingern. Er kann hören, sehen, sprechen und sogar Stimmlagen und Emotionen erkennen.
(Bild: Universität Siegen)

Pepper ist 1,20 m groß und bewegt sich auf Rollen fort. Seine Augen sind groß und können in verschiedenen Farben leuchten. Der Roboter ist kindlich konstruiert, damit Menschen keine Angst vor ihm haben. Streichelt man ihm über den Kopf, fängt er an zu kichern und sagt: „Ich bin heute so kitzelig.“ Er kann außerdem Pantomime spielen, High Five geben, tanzen und Witze reißen.

Roboter erkennt Stimmlagen und Emotionen

Seit zwei Monaten ist Roboter Pepper im Forschungswohnzimmer (XLAB) an der Universität Siegen zu Hause. Wissenschaftler des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien (Prof. Dr. Volker Wulf) und Studenten des Masterstudiengangs Human Computer Interaction (HCI) trainieren den Roboter: Pepper soll schon bald im Altersheim zum Einsatz kommen, soll die älteren Menschen unterhalten, mit ihnen Rätsel raten, Musik spielen und ihnen die Zeit vertreiben, wenn die Pfleger mit anderen Aufgaben beschäftigt sind.

Der Roboter hat Sensoren am Kopf und an den Fingern. Er kann hören, sehen, sprechen und sogar Stimmlagen und Emotionen erkennen. Entwickelt wurde Pepper zunächst in Frankreich. Anschließend wurde er nach Japan verkauft und auf den Massenmarkt gebracht. In Siegen lernt Pepper nun, wie er auch im Deutschen auf Alltagssituationen reagieren kann.

Tanzen oder Tai-Chi

Im Marienheim in Siegen-Weidenau wurde der Roboter bereits der Heimleitung, dem Pflegepersonal und den Bewohnern vorgestellt. Letztere seien am Anfang eher skeptisch gewesen. Nachdem Pepper jedoch das Alter der Senioren erraten sollte und manchmal um ein paar Jahrzehnte daneben lag, sei das Eis gebrochen gewesen.

„Die Erfahrung zeigt, dass die Senioren sehr schnell neugierig werden und merken, dass sie Spaß mit Pepper haben können und dadurch steigt sofort die Akzeptanz“, erzählt Projektleiter Dr. Rainer Wieching. Wenn Pepper zum Beispiel anfange zu tanzen, schauten sich die Senioren die Bewegungen ab und machten dann die Armbewegungen oder zum Beispiel auch Tai-Chi-Übungen nach.

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