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OPC UA Umati wird zur Sprache aller Maschinen

| Redakteur: Katharina Juschkat

Die vormals für die Werkzeugindustrie bekannte Schnittstelle Umati wird jetzt für die Nutzung von OPC UA Companion Specifications auf den gesamten Maschinen- und Anlagenbau ausgeweitet.

Unter Umati sammeln sich jetzt alle OPC UA Standards für den gesamten Maschinenbau.
Unter Umati sammeln sich jetzt alle OPC UA Standards für den gesamten Maschinenbau.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Umati war Schnittstelle für die Werkzeugindustrie – jetzt wollen der VDMA und der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) unter dem Namen Umati künftig die Nutzung und Verbreitung von OPC UA Standards für den gesamten Maschinenbau voranbringen.

Die Entwicklung von Umati

Die Werkzeugmaschinenindustrie arbeitet seit 2017 an einer standardisierten, offenen Schnittstelle. Basistechnologie dafür ist OPC UA. Seit 2018 lancierte der VDW das Label „Umati“ – „Universal Machine Tool Interface“. Auf der EMO 2019 wurde in einem Showcase mit 70 Partnern die Anbindung von 100 Maschinen an 28 Softwaredienste, die dezentral über das Messegelände verteilt waren, demonstriert.

Nun wird Umati als Community für die Nutzung und Vermarktung von OPC UA Companion Specifications auf den gesamten Maschinen- und Anlagenbau ausgeweitet. Das soll den inzwischen zahlreichen geschaffenen OPC UA Companion Specifications zu mehr Sichtbarkeit verhelfen.

Der neue Name lautet immer noch Umati, diesmal mit der Bedeutung „Universal Machine Technology Interface“.

Community für gemeinsame Verbreitung

Damit steht Umati für eine Community, die sich für die Verbreitung der OPC-UA-Standards im Maschinen- und Anlagenbau zusammengeschlossen hat. Die Community umschließt gemeinsames Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, die Demonstration von Use Cases und die Ansprache von Endkunden.

Basis ist die eigentliche OPC-UA-Schnittstellenstandardisierung in vielfältigen Zweigen des Maschinen- und Anlagenbaus. Für den Werkzeugmaschinenbau bedeutet das zukünftig, dass von der jeweils aktuellen Version der OPC UA Companion Specification for Machine Tools gesprochen wird.

Umati-Produkte ab zweiter Jahreshälfte

Im nächsten Schritt sollen die jeweiligen Companion Specifications weiter optimiert und die jeweiligen Standards verbreitet werden. Mit Umati-Showcases, etwa auf Messen, will man die Alltagstauglichkeit und die branchenübergreifende Nutzung verschiedener OPC-UA-Standards demonstrieren.

Der VDMA ist optimistisch, dass bereits in der zweiten Jahreshälfte 2020 die ersten konkreten Produkte zur Verfügung stehen, die den Kunden die Konnektivität auf Basis der OPC UA Specification for Machine Tools zur Verfügung stellen

Hintergrund: OPC UA Companion Specification für den Maschinenbau

Frühzeitig hat sich der Maschinen- und Anlagenbau auf OPC UA als Standard für den Datenaustausch festgelegt. Denn OPC UA bietet einen einheitlichen Rahmen für die Interoperabilität zwischen Maschinen und Systemen. Über einen Bottom-up-Ansatz wurde deutlich, dass Grundelemente für einen großen Teil des vielfältigen Produktspektrums im Maschinen- und Anlagenbau einheitlich definiert werden müssen. Das einfachste Beispiel ist die Maschinenidentifikation, also Merkmale wie etwa Hersteller, Seriennummer, Baujahr und Maschinentyp.

Deshalb arbeiten verschiedene Bereiche im VDMA, dazu gehören Elektrische Antriebstechnik, Kunststoff- und Gummimaschinen, industrielle Bildverarbeitung, Metallurgy, Robotik und Werkzeugmaschinen, an der Grundlagen-Companion Specification OPC UA for Machinery. „Sie wird noch im laufenden Jahr in der ersten Version veröffentlicht“, kündigt Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA, an.

Buchtipp

Ohne eine herstellerunabhängige Vernetzung von Geräten und Anlagen ist Industrie 4.0 nicht umsetzbar. OPC UA ist genau dafür konzipiert – doch der Einstieg ist nicht immer einfach. Das Fachbuch Praxishandbuch OPC UA hilft weiter.

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