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Antriebstechnik Von den Reichen Sparen lernen: Super-Yacht wird effizienter

| Redakteur: Sariana Kunze

Mein Niedrigenergiehaus, mein Elektroauto und meine Yacht mit Power-Management-Sytem: Energieeffizienz liegt im Trend. Deshalb stattet ein Hersteller von Luxusyachten seine Super-Yacht mit diesel-elektrischem Antrieb in Kombination mit Azimut-Pods aus. Durch modulare Antriebe spart das Boot bis zu 20 % Treibstoff ein.

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Eine Luxusyacht kann mit einem modularen Antrieb von Emerson Industrial Automation bis zu 20 % Treibstoff einsparen.
Eine Luxusyacht kann mit einem modularen Antrieb von Emerson Industrial Automation bis zu 20 % Treibstoff einsparen.
(Emerson Industrial Automation)

Sehen und gesehen werden. In den Häfen dieser Welt sind einem als Yachtbesitzer die Blick der Touristen, Hafennachbarn und Einheimischen sicher. Ist doch ein solches Freizeitboot ein klares Statement und Prestigeobjekt. Für die Schönen und Reichen gehört ein Urlaub auf der eigenen Yacht sozusagen zum angenehmen Pflichtprogramm im Jahr. Doch auch in den Yachten bewahrheitet sich einmal mehr das Sprichwort: Von den Reichen kann man das Sparen lernen. Denn der Luxusyachten-Hersteller Wider Srl aus Castelvecchio di Monte Porzio, Italien, setzt bei seinen Booten ein Power-Management-System ein, welches mithilfte der modularen Antriebe Powerdrive MD2 von Emerson bis zu 20 % Treibstoff einsparen kann. Der Yachtenbauer hat sich auf das Design und den Bau von Freizeitbooten aus Verbundwerkstoffen und Aluminium spezialisiert, mit starkem Fokus auf Performance und geringen Treibstoffverbrauch. Der Superyacht-Geschäftsbereich des Unternehmens, das Yachten bis zu 50 m (165 ft) aus Aluminium herstellt, befindet sich am Satellitenstandort der Firma im nahe gelegenen Ancona, das einen direkten Zugang zum Meer bietet. Das Schiff mit diesel-elektrischem Antrieb ist mit vier MAN-Motoren ausgerüstet. Jeder Motor ist mit einem Generator verbunden, der 350 kW Leistung erzeugt, die wiederum die Azimut-Propellergondeln (Pods) antreibt. "Die generierte Leistung kann in Lithiumpolymer-Batterien gespeichert werden, so dass die Yacht mit ausschließlich elektrischer Leistung und in völliger Stille kreuzen kann," sagte Tilli Antonelli, Gründer und CEO von Wider Srl. "Wichtig dabei ist, dass der Antrieb durch das selbst entwickelte Wider Management System (WMS) erfolgt, das in enger Zusammenarbeit zwischen dem Technik-Team von Wider und Emerson entwickelt wurde."

Super-Yacht schafft Reichweite von 4.200 Seemeilen

Vier drehzahlgeregelte Generatoren versorgen die Super-Yacht mit Energie, während die Drehzahl des Dieselmotors durch das WMS geregelt wird, das modulare Powerdrive MD2-Antriebe enthält. Dadurch wird sichergestellt, dass die Motoren unter allen Fahrbedingungen mit bestem Wirkungsgrad laufen und auf diese Weise der Gesamtverbrauch optimiert und der Komfort für alle, die mit dem Boot unterwegs sind, auf ein Höchstmaß gesteigert wird. Eine mit variabler Gleichspannung gespeiste Schaltanlage mit einem Arbeitsbereich von 500 bis 700 V verteilt die erzeugte elektrische Leistung. Dabei werden die Leistungspegel, unterstützt durch ein Akkupack, unverzüglich an die Anforderungen des Systems angepasst. Von besonderer Bedeutung ist die Tatsache, dass sie Super-Yacht eine ganze Nacht vor Anker liegen kann, ohne dass ein Generator angeworfen werden muss, da die gesamte Hotel-Last von den Batterien gespeist werden kann. Das bietet Vorteile hinsichtlich Brennstoffeinsparungen und Komfort an Bord. "Die Generatoren bisheriger Yachten laufen mit gleichbleibender Drehzahl und erzeugen einen festen Ausgangswert," erklärte Tilli Antonelli. "Dieser ist oft entweder zu hoch oder zu niedrig für die Anforderungen der Yacht, und als Folge ist ein häufiger Service und sind häufige Überholungen erforderlich. Dasselbe gilt für die Motoren einer Yacht – diese laufen ja nach den Anforderungen mit unterschiedlichen Drehzahlen, verbrauchen so eine enorme Menge Treibstoff und benötigen regelmäßige Inspektionen und Wartungsarbeiten."

Das diesel-elektrische System an Bord der Wider 150-ft-Super-Yacht ist anders. Indem man MAN-Motoren mit Generatoren verbindet, können sie als drehzahlgeregelte Generatoren eingesetzt werden, die nur so viel Leistung erzeugen, wie zu einem bestimmten Zeitpunkt notwendig ist. Das führt zu einem höheren Wirkungsgrad der Motoren – das Technik-Team von Wider schätzt, dass im Vergleich zum gleichen Boot mit einem herkömmlichen Doppelschraubenantrieb Treibstoffeinsparungen bis zu 20% erreichbar sind (abhängig von der Nutzung). Bei 11 Knoten glänzt die Super-Yacht mit einer Reichweite von 4.200 Seemeilen (7.780 km) zwischen zwei Auftankungen, eine beachtliche Entfernung für ein Seefahrzeug mit einer Treibstoffkapazität von 45.000 Litern.

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