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Warum Beschriftung wichtig ist und eine Modularisierung erst möglich macht

| Autor / Redakteur: Barbara Tiemann* / Ines Stotz

In der Praxis muss Beschriftung vor allem günstig, einfach und schnell zu erstellen sein. All dies erfüllt Wago mit einem aufeinander abgestimmten Beschriftungssystem aus Drucker-Hardware, Projektierungs-Software und Beschriftungsmaterialien.
In der Praxis muss Beschriftung vor allem günstig, einfach und schnell zu erstellen sein. All dies erfüllt Wago mit einem aufeinander abgestimmten Beschriftungssystem aus Drucker-Hardware, Projektierungs-Software und Beschriftungsmaterialien. (Wago)

Modularisierung hat sich in vielen Branchen als das zukunftsträchtige Konzept herauskristallisiert - von der Softwareentwicklung bis zum Maschinen- und Anlagenbau. Damit aus modularen Einheiten schlussendlich ein funktionierendes Gesamtsystem werden kann, müssen drei wichtige Voraussetzungen erfüllt sein: die elektrische Verbindungstechnik, die Automatisierung – und die Beschriftung von beidem.

In der Verpackungs-, Nahrungsmittel- und Prozessindustrie sind sie längst nicht mehr wegzudenken: Maschinen und Anlagen nach dem Baukastenprinzip. Wenn ein Gesamtsystem aus mehreren mehr oder weniger in sich abgeschlossenen Modulen zusammengesetzt wird, hat das klare Vorteile: Einzelne Baugruppen lassen sich besser standardisieren, wodurch sie sowohl kalkulatorisch als auch technisch deutlich leichter zu handhaben sind.

Gleichzeitig ist eine individuelle Fertigung nach Kundenwunsch möglich, weil sich die einzelnen Module untereinander kombinieren lassen. Zudem können sie wesentlich leichter ausgetauscht werden, zum Beispiel im Servicefall oder bei technischen Weiterentwicklungen und Anpassungen.

Erhöhter Kommunikationsaufwand muss gemeistert werden

Die modulare Konstruktion verlangt im Maschinen- und Anlagenbau leistungsstarke Schnittstellen – schließlich müssen die Einzelkomponenten mit Strom versorgt werden sowie untereinander und mit einer Leitstelle kommunizieren. Zur Datenübertragung haben sich an dieser Stelle Feldbussysteme wie das Wago-I/O-System 750 etabliert, die elektrische Anbindung wiederum lässt sich mit Reihenklemmensystemen wie Topjob S oder steckbaren Reihenklemmen wie X-Com S umsetzen.

Neben den zentralen Funktionen, welche die Automatisierungs- und Verbindungstechnik erfüllen müssen, kann ein vermeintlich vernachlässigbarer Bereich große Auswirkungen haben: die Beschriftung.

Eine dauerhafte und gut lesbare Kennzeichnung der Anschlusspunkte ist insbesondere bei modular aufgebauten Anlagen elementar wichtig. Dort, wo sich unternehmensfremde Fachleute schnell zurechtfinden und zuverlässig orientieren müssen, ist auch der Kommunikationsaufwand höher:

Auf der einen Seite werden die verschiedenen Module eines Gesamtsystems keineswegs ausschließlich betriebsintern entwickelt und produziert, sondern von jeweils spezialisierten Partnerunternehmen. Auf der anderen Seite werden die Baugruppen vielfach zuerst im eigenen Werk aufgebaut und getestet, nach der Abnahme wieder abgebaut und zum Zielort transportiert, der sich letztlich auf der ganzen Welt befinden kann. Dort angekommen, kümmern sich Techniker mit zum Teil ganz anderer Vorbildung um die finale Inbetriebnahme. Gut gemachte Dokumentation inklusive Beschriftung leistet einen entscheidenden Beitrag dazu, dass Sicherheit und Termingenauigkeit gewährleistet werden können.

Normkonform auf Nummer sicher

In der Praxis jedoch wird auch heute noch teilweise auf Beschriftung verzichtet oder bloß manuell dokumentiert, da es scheinbar schneller und einfacher ist und keine zusätzlichen Soft- und Hardware-Komponenten benötigt werden. In solchen Fällen hängt die Qualität der Dokumentation von der Handschrift, der Präzision und der Sorgfalt des Elektroinstallateurs ab. Diese wenig professionelle Umsetzung ist kein gutes Aushängeschild für die ausführende Firma und eine vertane Chance, sich positiv am Markt zu präsentieren.

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Darüber hinaus ist nicht gewährleistet, dass auch tatsächlich alle normativen Anforderungen erfüllt werden: Zum Beispiel müssen Kennzeichnungen gut lesbar und für die jeweilige physikalische Umgebung dauerhaft geeignet sein, das schreibt unter anderem die DIN EN 61439-1 „Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen“ vor. Ähnlich ist es in der DIN VDE 0100-510 „Errichten von Niederspannungsanlagen“ formuliert. Dort heißt es, dass Schilder oder andere geeignete Kennzeichen vorgesehen werden müssen, um den Zweck eines Schalt- oder Steuergeräts zu erkennen; es sei denn, dass keine Verwechslungsgefahr besteht.

Abhängig von ihrer Größe und Funktion sind moderne Maschinen und Anlagen allerdings mitunter so komplex, dass eine Verwechslung in der Regel nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden kann. In modularen Applikationen ist zudem die Anzahl der Schnittstellen deutlich größer und damit auch die Gefahr von Installationsfehlern. Grundsätzlich sollte also jede Klemmstelle beschriftet sein. Als eine Anleitung für die Betriebsmittelkennzeichnung dient die DIN EN 81346 „Industrielle Systeme, Anlagen und Ausrüstungen und Industrieprodukte – Strukturierungsprinzipien und Referenzkennzeichnung“.

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