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VDI-Umfrage

Warum Deutschland den Anschluss bei Künstlicher Intelligenz verliert

| Redakteur: Sariana Kunze

China macht derzeit den USA die Spitzenposition bei Künstlicher Intelligenz (KI) streitig. Und Deutschland? Laut einer aktuellen VDI-Umfrage fehlen uns nicht nur die Kompetenzen, um eine Führungsposition im internationalen Wettbewerb einnehmen zu können. Gibt es also noch Chancen beim globalen KI-Wettkampf aufzuholen?

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Laut einer aktuellen VDI-Umfrage wächst die Bedeutung von China derzeit bei Künstlicher Intelligenz – während Deutschland weit abgeschlagen ist.
Laut einer aktuellen VDI-Umfrage wächst die Bedeutung von China derzeit bei Künstlicher Intelligenz – während Deutschland weit abgeschlagen ist.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Verliert Deutschland bei Künstlicher Intelligenz (KI) den Anschluss? Diese Frage stand bei der VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. Pressekonferenz anlässlich der Hannover Messe 2019 im Fokus. Der VDI stellte die Ergebnisse einer aktuellen VDI-Mitgliederumfrage zur Künstlichen Intelligenz vor, die ernüchternd sind. „Fast zwei Drittel unserer Fachleute sind der Auffassung, dass uns in Deutschland die Kompetenzen fehlen, KI-Technologien effizient einzusetzen“, erklärt VDI-Präsident Dr. Volker Kefer zum Auftakt in Hannover. Und dabei gilt KI als eine Schlüsseltechnologie, weil sie die Grundlage für die Realisierung von hochautomatisierten bzw. autonomen Systemen ist. Nur noch 14 Prozent der Befragten sehen Deutschland in einer Führungsposition im internationalen Wettbewerb – ein Minus von 53 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Das deutet stark darauf hin, dass Deutschland den Anschluss im globalen KI-Wettbewerb verliert“, gibt Kefer zu bedenken. Laut VDI nahmen über 700 Mitglieder aus dem Bereich der Informationstechnik an dieser Erhebung teil.

VDI-Ergebnisse: Deutschland fehlt die KI-Kompetenz

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China macht USA die KI-Spitzenposition streitig

„China holt dramatisch auf“, sagt Kefer und bezieht sich damit auf das Kopf-an-Kopf-Rennen von China und den USA. Hier wird es laut dem VDI voraussichtlich bald einen Führungswechsel bei den führenden KI-Nationen geben: Wo vor knapp einem Jahr noch eine große Lücke von 25 Prozent zwischen den USA und China klaffte, konnten die Asiaten den Abstand deutlich verkürzen. Aktuell sehen der Umfrage zufolge noch 67 Prozent der Fachleute die USA vorne und 61 Prozent China.

Die Fördermittel der Bundesregierung seien laut dem Verein entscheiden für eine bessere Positionierung von Deutschland im globalen KI-Wettbewerb. Denn damit Deutschland bei der KI aufholen kann, muss die Große Koalition schnellstmöglich die im Rahmen ihrer KI-Strategie versprochenen Investitionen anstoßen, so der VDI. Kefer kommentiert: „Wir wissen immer noch nicht, wie hoch die Fördermittel denn nun tatsächlich sein werden bzw. aus welchen Töpfen sie kommen und, vor allem, wohin sie konkret fließen sollen. Wir wissen nur, dass damit 100 neue Professuren geschaffen werden sollen. Da stellte sich die Frage, woher das entsprechende Personal kommen soll. Aus unserer Sicht sollte das Geld nicht nur in die Forschung, sondern auch in die industrielle Anwendung von KI-Technologien sowie in KI-Know-how investiert werden.“

Ingenieure wichtig für KI-Integration

Kefer hebt weiter die Bedeutung von Ingenieuren beim Thema Künstliche Intelligenz hervor: „Es wäre fahrlässig, bei der KI weiter an Boden zu verlieren. Methoden der KI müssen schnellstens in den Werkzeugkasten von Ingenieuren, vergleichbar mit Mathematik und Physik. Denn gerade Ingenieure spielen eine zentrale Rolle dabei, KI in technische Systeme zu integrieren.“ Dem pflichten auch 80 Prozent in der Umfrage bei. Laut dem VDI seien dafür vor allem Fachkräfte aus dem IT-Bereich notwendig. Laut VDI-Umfrage würde die Hälfte der deutschen Industrie aus Datenschutzgründen lieber auf heimische KI-Anbieter setzen.

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Die German Angst vor einer KI-Übermacht aus Übersee

„Der globale Wettkampf um die beste Position in Bezug auf die Applikationen von Künstlicher Intelligenz ist gestartet. Ob Deutschland tatsächlich den Anschluss verliert, werden wir er in den kommenden Jahren sehen, aber die 'German Angst' vor einer Übermacht Chinas und den USA ist groß“, sagt Dr. Kurt D. Bettenhausen, Vorstandsmitglied der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik und Vorsitzender des Interdisziplinären Gremiums Digitale Transformation im VDI. Die Berichte über jährliche Millioneninvestitionen in den USA und China in die Entwicklung Künstlicher Intelligenz würden zeigen, dass Deutschland zu wenig investiere. „Wir brauchen in Deutschland jetzt KI-Anwendungen, die das richtige Werteversprechen mitbringen und dem Menschen nutzen. Genau das sehen wir in unserer Umfrage bestätigt.“ Die VDI-Umfrage zeigt eine starke Verschiebung der Einschätzung der Potenziale von KI-Anwendungen: Weg vom Fahren, Fliegen und der Robotik hin zu Verkehrsverflüssigung, Diagnostik, der Entlastung von Menschen bis hin zu Aufklärung und Sicherheit und einer Verbesserung der öffentlichen Verwaltung. Also Anwendungen, die erstens technisch möglich, zweitens auf voraussichtlich hohe Akzeptanz treffen werden und gleichzeitig einen sehr hohen Benefit versprechen. „Wenn sinnvolle Anwendungen zum Greifen nah sind, werden sich die Unternehmen hoffentlich mit großem Elan auf den Weg machen und Entwicklungen vorantreiben, die diese Applikationen möglich machen.“

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