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Sicherheit Warum sich der Blick über den Tellerrand im Ex-Bereich lohnt

| Autor / Redakteur: Johannes Buhn* / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Ziel der ATEX-Richtlinien ist es, in Europa ein einheitliches Sicherheits- und Gesundheitssystem für Beschäftigte in Ex-Bereichen zu schaffen und die Sicherheitsanforderungen für die Geräte zu harmonisieren. Kein einfaches Feld, denn wichtige Faktoren müssen dabei beachtet werden. Ein Überblick.

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Komplex wird es im Ex-Bersich dann, wenn mehrere Geräte unterschiedlicher Funktionen, Zündschutzarten und Ex-Parameter kombiniert werden sollen und dabei, aufgrund der Wechselwirkungen, der Explosionsschutz insgesamt beeinflusst wird.
Komplex wird es im Ex-Bersich dann, wenn mehrere Geräte unterschiedlicher Funktionen, Zündschutzarten und Ex-Parameter kombiniert werden sollen und dabei, aufgrund der Wechselwirkungen, der Explosionsschutz insgesamt beeinflusst wird.
(Bild: Bartec)

Mit den ATEX-Richtlinien wurde in Europa eine rechtliche Basis geschaffen, welche die Verantwortlichkeiten auf Seiten der Hersteller und Betreiber regelt und ein weites Feld des Explosionsschutzes abdeckt.

Die Richtlinie 94/9/EG definiert grundlegende Anforderungen an den Bau, die Konzeption und das Inverkehrbringen von Geräten zum Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen.

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Die Richtlinie 1999/92/EG bildet die rechtliche Grundlage für die Auswahl der Geräte und die Betriebssicherheit in Ex-Anlagen.

Hersteller und Betreiber sind somit in gemeinsamer Pflicht, nicht nur ihre jeweiligen Verantwortlichkeiten zu erfüllen, sondern diese auch in fachgerechter Verknüpfung umzusetzen.

Marktakteure sind neben Herstellern und Betreibern auch Planungsunternehmen, Errichter von Anlagen oder Systemintegratoren. Sie kombinieren und installieren elektrische Geräte zu neuen Grätekombinationen und agieren somit auch als Hersteller bzw. Inverkehrbringer.

In Ex-Anlagen sind wichtige Fragen zu beantworten

An dieser Stelle entstehen oft Fragen: Was muss bei der Auswahl, beim Zusammenbau und der Installation zertifizierter Gerätekombinationen und Systeme berücksichtigt werden? Wer muss die Bedingungen für den sicheren Betrieb bestimmen und wer muss sie wie einhalten? Wer darf Installationen überhaupt durchführen oder Änderungen und Reparaturen vornehmen?

Unternehmen wie Bartec, die als Lösungsanbieter mit Geräten, Systemen und fabrikfertigen Gerätekombinationen einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen, können mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen unterstützen und mit Know-how-Transfer und der Informationsvermittlung Brücken schlagen.

Komplexe Geräte und Systeme

In der Sprache der Richtlinie 94/9/EG sind elektrische Geräte eindeutig definiert. Sie können stationär und mobil sein und verfügen, aufgrund ihrer Funktion, über eigene potentielle Zündquellen. Diese Definition klingt simpel. Die Komplexität beginnt dann, wenn mehrere Geräte unterschiedlicher Funktionen, Zündschutzarten und Ex-Parameter kombiniert werden sollen und dabei, aufgrund der Wechselwirkungen, der Explosionsschutz insgesamt beeinflusst wird. Oder wenn die Abhängigkeit der Ex-Geräteparameter (Temperaturklasse, Explosionsgruppe) beispielsweise von der Projektierung und Installation abhängt. Abhängig von der angestrebten Gerätekategorie (1 oder 2) muss beim Konformitätsbewertungsverfahren elektrischer Geräte zudem eine benannte Stelle involviert werden. Ausgangspunkt ist eine sorgfältige sicherheitstechnische Beurteilung durch den Hersteller, bei der ein Blick über den Tellerrand, in den Anwendungsbereich, hilfreich und notwendig ist. Für die sicherheitsgerechte Auswahl und Installation explosionsgeschützter Geräte und Systeme müssen die relevanten Ex-Parameter wie Zonen, Ex-Kennzahlen und Umgebungsbedingungen bekannt sein und fachgerecht umgesetzt werden. Ein hilfreicher Ratgeber ist die Installationsnorm EN 60079-14.

Sichere und anwenderfreundliche Steuerungen und Motoren

Die Kombination der Zündschutzarten „Erhöhte Sicherheit (Ex e)“ und „Druckfeste Kapselung (Ex d)“ ermöglichen eine Vielzahl elektrotechnischer Lösungen für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen und bilden sehr oft die Basis für komplexe Ex-Anwendungen. Steuerungen mit einem hohen Bedienkomfort können beispielsweise auf Basis modularer Ex de-Bausteine einfach generiert werden.

Sind Standard-Industrie-Komponenten ohne Ex- Zulassung notwendig, ist der Einbau in ein Standardgehäuse der Zündschutzart „Druckfeste Kapselung (Ex d)“ erforderlich. Die Grenzwerte für die Verlustleistung bzw. die Temperaturklasse der Geräte müssen entsprechend der Zertifizierung eingehalten werden. Änderungen und Ergänzungen, z.B. der Einbau zusätzlicher Bausteine, Klemmen oder Kabeleinführungen, können nur in Abstimmung mit dem Hersteller erfolgen.

Druckfeste Elektromotoren in der Kombination mit einem Ex e-Anschlusskasten können, im Gegensatz zu reinen Ex e-Motoren, ohne technische Hürden mit einem Frequenzumrichter betrieben werden. Der Planer und Errichter kann die Bedingungen für die Temperaturüberwachung eigenständig umsetzen. Der Zusammenbau mit Pumpen ist einfach möglich. Für die Instandsetzung eines Ex d-Gehäuses oder Motors benötigt der Anwender oder die Reparaturwerkstatt allerdings detaillierte gerätetechnische Angaben vom Hersteller, z.B. Spaltabmessungen des Ex d-Motorghäuses, um die Reparatur fachgerecht durchzuführen und den bescheinigten Explosionsschutz zu erhalten.

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