OSADL/Linux-Foundation

Dr. Carsten Emde, OSADL: „Beitritt zur Linux Foundationen eröffent neue Kanäle zur Kommunikation“

20.05.2010 | Redakteur: Reinhard Kluger

Dr. Carsten Emde, OSADL: „Wir komplettieren unsere Beteiligung an der Linuxentwicklung.“
Dr. Carsten Emde, OSADL: „Wir komplettieren unsere Beteiligung an der Linuxentwicklung.“

Damit die Belange der Automatisierungsindustrie auch in einem für den Linux-Kern wichtigen Gremium Gehör finden, ist OSADL der Linux-Foundation beigetreten.

Die Linux Foundation treibt Linux voran und schützt sowie standardisiert es durch wichtige Arbeitsgruppen, Veranstaltungen und Online-Ressourcen. Mit seiner Mitgliedschaft beteiligt sich die Open Source Automation Development Lab (OSADL) nun auch finanziell an der Entwicklung des Linux Mainline-Kernels - zusätzlich zum Bereitstellen von Kernel-Patches und zum Testen neuer Kernelversionen, was wir ohnehin schon seit langem tun. Die Linux Foundation und OSADL haben ähnliche Positionen und Interessen: Was die Linux Foundation für die vielen Standard-Komponenten des Mainline-Kernels tut, das will OSADL speziell für die Linux-Komponenten leisten, die von der Automatisierungsindustrie und für Embedded-Systeme benötigt werden. Darüber hinaus bestehen bereits jetzt eine Reihe von gemeinsamen Aktivitäten und Verbindungen. Eine dieser Verbindungen besteht in der Person von OSADLs Kernel-Entwickler Thomas Gleixner, der kürzlich in das Technical Advisory Board der Linux Foundation gewählt wurde. Doch was konkret haben die OSADL-Miglieder von diesem Beitritt. Wir haben bei Dr. Carsten Enmde, Geschäftsführer OSADL, nachgefragt:

Warum ist OSADL der Linux Foundation beigetreten?

Bereits bei der Gründung unserer Genossenschaft gab es eine wichtige Verbindung zur Linux Foundation; denn deren Vorgänger-Organisation, die Open Source Development Labs (OSDL), standen Pate für unsere Namensgebung. Während die OSDL und (seit deren Umfirmierung im Jahre 2007) die Linux Foundation sich um den gesamten Standard-Linuxkernel mit allen Komponenten kümmern, spezialisiert sich OSADL auf Komponenten, die von der Automatisierungsindustrie bzw. für Embedded-Systeme benötigt werden. Viele inzwischen angestoßene OSADL-Projekte (z.B.

Echtzeitfähigkeit, spezielle Board-Support-Packages, Virtualisierung, Zertifizierung) setzen auf dem Linuxkernel auf. Daher ist es folgerichtig, dass wir diesen Zusammenhang jetzt auch durch unsere Mitgliedschaft in der Linux Foundation dokumentieren. Damit komplettieren wir unsere Beteiligung an der Linuxentwicklung - zusätzlich zum Einsenden von Patches und Testen von neuen Linuxversionen, was wir ja schon seit langem tun.

Sind damit auch Entscheidungen für bestimmte Linux-Distributionen verbunden?

Die Linuxentwicklung durch die Linux Foundation und OSADL setzt zunächst „unterhalb“ von Distributionen auf, d.h. wir stellen einen produktionsreifen Linuxkernel zur Verfügung, der von den jeweiligen Distributionen als Basis verwendet wird. Es ist aber nicht auszuschließen, dass zukünftige Aktivitäten auch höhere Ebenen beinhalten. Auch dafür ist natürlich die jetzt intensivierte Zusammenarbeit von Linux Foundation und OSADL von Vorteil.

Was hat das einzelne OSADL-Mitglied davon? Welchen Nutzen bringt der Beitritt dem einzelnen Mitglied?

Da alle OSADL-Mitglieder Linux einsetzen, haben alle natürlich auch ein elementares Interesse daran, dass die Linux Foundation so stark wie möglich ist und von möglichst vielen Mitgliedern unterstützt wird. Darüber hinaus werden durch unsere Mitgliedschaft in der Linux Foundation neue Kommunikationskanäle eröffnet, so dass es zu einer besseren Koordination der Aktivitäten beider Organisationen kommt. Nicht zuletzt ergänzen sich Linux Foundation und OSADL auch geographisch, und es ist in der Zukunft durchaus denkbar, dass die beiden Organisationen sich in den USA und in Europa jeweils gegenseitig unterstützen und repräsentieren. Das einzelne Mitglied hat jetzt die zusätzliche Gewissheit, dass die Belange der Automatisierungsindustrie auch im für den Linuxkernel wichtigsten Konsortium Gehör finden.

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