Fernüberwachung Für den Mittelstand: Predictive Maintenance bei voller Datenkontrolle

Redakteur: Sariana Kunze

Die Fabrik vernetzen, das wollen viele mittelständische Unternehmen. Doch aller Anfang ist schwer. Teamviewer IoT und Sys Tec Electronic haben eine Lösung entwickelt, die KMU einen einfachen Einstieg in Predictive Maintenance ermöglicht – bei voller Datenkontrolle.

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Mit einer Fernüberwachungslösung müssen Techniker nicht mehr an den Maschinen stehen, sondern können aus der Ferne den Gesundheitszustand der Anlagen beobachten.
Mit einer Fernüberwachungslösung müssen Techniker nicht mehr an den Maschinen stehen, sondern können aus der Ferne den Gesundheitszustand der Anlagen beobachten.
(Bild: ©Stock57 - stock.adobe.com)

Die Anrufe häufen sich. Mehrere Maschinen haben gleichzeitig Probleme. Der Servicetechniker ist in solchen Momenten die erste Anlaufstelle. Er kommt zu nichts anderem mehr. Eine Situation, die viele KMU kennen und deshalb über Digitalisierungsthemen wie Cloud und vorausschauende Wartung, Predictive Maintenance, nachdenken. Mit einer vernetzten Fabrik könnten sie für eine höhere Maschinenverfügbarkeit sorgen, ihren Servicetechniker entlasten und gleichzeitig die Kontrolle über den Datenzugriff behalten. Doch aller Anfang ist schwer.

Der Hersteller von Elektroniklösungen für eingebettete Systeme sowie verteilte Automation Sys Tec Electronic hat gemeinsam mit Teamviewer IoT, Anbieter von Augmented Reality (AR)- und Internet of Things (IoT)-Lösungen, einen einfachen Einstieg für KMU in Predictive Maintenance entwickelt. Die Unternehmen haben dabei die Vorteile einer Fernüberwachung der Maschinendaten mit der vollen Kontrolle über den Datenzugriff kombiniert.

Maschinen fit für Predictive Maintenance machen

Für die vorausschauende Wartung müssen die Daten der Maschinen zunächst erfasst werden. Doch wie soll das für ältere Maschinen funktionieren, die nicht von Haus aus über die dafür nötige Technik verfügen? Die Antwort lautet Retrofitting. Mit einem Edge Controller von Sys Tec lassen sich auch ältere Anlagen digital fit machen. Sie erfassen Daten, wie zum Beispiel Druck oder Temperatur oder Vibrationsmuster von Motoren. Mit Teamviewer IoT können die erfassten Daten direkt ins Büro gesendet werden.

Auf Daten lokal oder in der Cloud zugreifen

Seit der Integration von Teamviewer IoT in den Edge Controller Sysworxx CTR-700 von Sys Tec Electronic können sowohl Leistungs- und Statusdaten als auch der aktuelle Instandhaltungsbedarf einer Maschine vom Büro aus erfasst werden.
Seit der Integration von Teamviewer IoT in den Edge Controller Sysworxx CTR-700 von Sys Tec Electronic können sowohl Leistungs- und Statusdaten als auch der aktuelle Instandhaltungsbedarf einer Maschine vom Büro aus erfasst werden.
(Bild: Sys Tec)

Zunächst verwendete Sys Tec diverse Partnerlösungen für den Fernzugriff auf seine Controller Sysworxx CTR-700, die sich mit jeder beliebigen Cloud nutzen ließen. „Das Handling war allerdings nicht ganz einfach. Und gerade im Mittelstand sind die Vorbehalte gegen Cloud-Lösungen groß, weil Bedenken bestehen, ob die Daten in der Cloud selbst und bei der Übertragung dorthin wirklich sicher sind“, wie Nadine Mensdorf, Leiterin Produktmanagement bei Sys Tec Electronic, erklärt. Die Wahl fiel auf Teamviewer IoT, weil mit dieser Lösung der Zugriff auf die Daten sowohl über die Cloud als auch lokal innerhalb des Kundennetzwerks möglich war. „Anwender und Maschineneigner entscheiden völlig autark, ob die Daten innerhalb ihres eigenen Netzwerks genutzt werden können oder ob zum Beispiel der Maschinenhersteller Zugriff von außen erhält“, beschreibt Mensdorf.

Techniker überwachen Daten vom Büro aus

Seit der Integration von Teamviewer IoT in den Edge Controller Sysworxx CTR-700 können sowohl Leistungs- und Statusdaten als auch der aktuelle Instandhaltungsbedarf einer Maschine vom Büro aus erfasst werden. Die Techniker müssen nicht mehr zu den Maschinen, sondern können aus der Ferne den Gesundheitszustand der Anlagen beobachten. Durch das Festlegen von bestimmten Grenzwerten und dazu passenden Alarmen werden sie außerdem gewarnt, sollten die Daten von den Parametern abweichen.

Manchmal braucht es trotzdem Unterstützung von außen. Service und Wartung sind im Product-Lifecycle-Management ebenso wichtige Bestandteile wie Fertigung und Montage, da sie die Overall Equipment Effectiveness (OEE) und damit den Return on Investment (ROI) erhöhen. Daher können Unternehmen bei Bedarf auch Maschinenherstellern Zugriff auf die Anlagen von extern ermöglichen, ohne sich Sorgen um die Sicherheit machen zu müssen. Zum einen liegt die Kontrolle über den Datenzugriff beim Maschineneigner. Zum anderen laufen alle Teamviewer-Verbindungen dabei über komplett gesicherte Datenkanäle, die mit einem Public-/Private Key Exchange aufgebaut und mit dem Advanced Encryption Standard verschlüsselt sind. Da der Private Key nie den Clientrechner verlässt, ist somit technisch sichergestellt, dass zwischengeschaltete Rechner im Internet den Datenstrom nicht entziffern können.

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Erste Schritte in Richtung IoT

Für mittelständische Unternehmen ist neben der Sicherheit auch der Kostenfaktor eine große Herausforderung beim Thema Digitalisierung. „Wir eröffnen KMU einen leichten Einstieg in das Thema Industrial IoT. Anstatt direkt eine große und teure IoT-Initiative starten zu müssen, können sie sich mit unserer Lösung an das Thema herantasten“, sagt Mensdorf. Der Edge Controller von Sys Tec Electronic verfügt neben zahlreichen Schnittstellen wie industriellen Ein- und Ausgängen, TCP/IP, MQTT, Modbus, Canopen, USB, µSD auch über zwei Ethernet-Schnittstellen. Damit wird die Trennung von Enterprise IT und Shop Floor OT sichergestellt. Die Software des Edge Controllers kann sowohl via IEC 61131-3 als auch in verschiedenen IoT-Sprachen, wie C#/.Net, Node-RED, Java, Python, programmiert werden. Demnach werden keine kostenintensiven externen Dienstleistungen zur Programmierung benötigt.

Im Moment arbeitet Sys Tec beispielsweise an der Integration von Daten aus einer Körperschall- und Vibrationsanalyse von kritischen Teilen wie Motoren und Lagern innerhalb der Maschine für Predictive Maintenance. Mit den Erfahrungen aus dem Integrationsgeschäft soll das Ganze als Standardlösung mit anwendungsspezifischen Bausteinen eingeführt werden. Zusätzlich kann sich das Unternehmen vorstellen, Teamviewer IoT in weitere Tools zu integrieren und mittelständischen Unternehmen damit den Einstieg in eine digitalisierte Zukunft zu erleichtern.

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