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Industrielle Kommunikation In Lemgo funkt es friedlich

Redakteur: Sariana Kunze

Lemgoer Forscher des Bereichs Industrial Wireless arbeiten derzeit an einer parallelen Funklösung für die industrielle Produktion. Ziel der Forscher ist es, für die Fabrik der Zukunft ein Koexistenz von verschiedene Funktechnologien im industriellen Kontext möglich zu machen.

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Prof. Dr. Uwe Meier (rechts) und Daniel Töws, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, vom Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) setzen auf ein friedliches Nebeneinander industrieller Funkanwendungen.
Prof. Dr. Uwe Meier (rechts) und Daniel Töws, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, vom Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) setzen auf ein friedliches Nebeneinander industrieller Funkanwendungen.
(Centrum Industrial IT (CIIT))

Die industrielle Kommunikation ist das Rückgrat jeder dezentralen oder verteilten Automatisierungslösung. Gleichzeitig birgt sie Risiken, etwa im Bereich IT-Sicherheit oder wenn mehrere Funktechnologien auf den gleichen Frequenzen funken. Sind verschiedene Funktechnologien im industriellen Kontext also überhaupt koexistenzfähig? Und kann man mit funkbasierten Übertragungssystemen echtzeitfähig produzieren? Bislang sind diese Entwicklungen im Bereich der Fertigungstechnik noch nicht serienmäßig in der Fabrik einsetzbar. Hier setzt nun das neue Forschungsprojekt mit dem Namen „KoMe“ am Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) an, das für „Kognitive Mediumszugangsalgorithmen für industrielle Funkanwendungen“ steht. Die Lemgoer Forscher arbeiten zusammen mit zwei weiteren Forschungseinrichtungen und Partnern aus der Industrie an neuen Verfahren zur Realisierung eines sogenannten „automatisierten Koexistenzmanagements“, das gegenseitige Funkbeeinflussungen vermeiden soll. Das Verfahren richtet sich nach der internationalen Richtlinie IEC 62657-2, welche einen störungsfreien Betrieb von parallelen industriellen Funkkommunikationssystemen sicherstellen soll.

Keine Kollision beim Datenaustausch

Automatisierte Funklösungen werden also – wenn es nach den Lemgoer Forschern geht – in der Fabrik der Zukunft nebeneinander eingesetzt und betrieben. „Die Herausforderungen an industrielle Funkstandards liegen derzeit in der Echtzeitfähigkeit, Robustheit und Zuverlässigkeit“, erläutert Prof. Uwe Meier, Projektleiter und Vorstandsmitglied am inIT. „Wir versuchen, für möglichst viele industrielle Funkanwendungen ein begrenztes Funkspektrum effizient und kollisionsfrei nutzbar zu machen.“ Für die Organisation und Fertigung von neuen Produktreihen etwa benötigen die Systeme Informationen. Der Datenaustausch soll dabei am besten in Echtzeit, vernetzt und unter Einbeziehung aller relevanten Informationen und am Wertschöpfungsprozess beteiligten Instanzen passieren. Ein maßgeblich notwendiger – und zukünftig noch zunehmender – Bestandteil dieser Vernetzung ist die Funkkommunikation. Mobile oder sich bewegende Maschinenteile können beispielsweise von drahtloser Kommunikation profitieren, da sie über industrielle Funkanwendungen einfacher an den stationären Teil einer Maschine datentechnisch gekoppelt werden können. Das inIT forscht in dem Projekt „KoMe“ an einem zentralen, übergeordneten Koexistenzmanagement und an kognitiven Mediumszugangsalgorithmen für industrielle Funkkommunikationsnetzwerke, die den Herausforderungen zukunftsweisender Produktionskonzepte entsprechen und wird dabei vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. „Der Lösungsweg basiert“, so Meier, „auf einer zweistufigen Migrationsstrategie. Bereits 2017 rechnen wir mit ersten Einsätzen in der Industrie.“

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