Stromüberwachung Intelligenter Leitungsschutz auch bei langen Leitungen

Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Der Begriff „lange Leitung“ ist im übertragenen Sinn mit Langsamkeit verbunden. Wird mit einem normalen Leitungsschutzautomaten eine Last mit langer Zuleitung abgesichert, so ist die Reaktion im Fehlerfall nicht nur langsam, sondern noch schwerwiegender: Es passiert nämlich nichts. Kasto Maschinenbau, Hersteller von hochwertigen Sägemaschinen und Lagersystemen, setzt genau deshalb auf ein intelligentes Stromüberwachungssystem von Lütze.

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Das Längslager Uniline von Kasto ist als Blechlager bzw. Flachgutlager ab etwa 200 Lagerplätzen zur einfach-tiefen Lagerung konzipiert. Das ein- oder doppelseitige Lagersystem nimmt Paletten aller Blechformate auf
Das Längslager Uniline von Kasto ist als Blechlager bzw. Flachgutlager ab etwa 200 Lagerplätzen zur einfach-tiefen Lagerung konzipiert. Das ein- oder doppelseitige Lagersystem nimmt Paletten aller Blechformate auf
( Archiv: Vogel Business Media )

Kasto ist eines der ältesten Familienunternehmen in Europa, das auf 165 Jahre Erfahrung zurückgreifen kann. Es bietet einen exklusiven Mix aller Gewerke aus einer Hand: Maschinenbau, Steuerungstechnik, Mechanik und Software. Der Kunde erhält dabei eine komplette, interdisziplinäre Projektabwicklung, indem dessen Projekte ganzheitlich betrachtet werden. Denn wo andere Hersteller Bereiche voneinander abtrennen und ihrer Zuständigkeit enge Grenzen setzen, übernimmt das Badener Unternehmen aus Achern ganz bewusst die Verantwortung für die perfekte Ein- und Verbindung der einzelnen Systemkomponenten – mit dem Ergebnis eines schlüsselfertigen Systems.

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Sensorik/Aktorik auf langen Leitungen absichern

Auf Basis der Kasto-Philosophie „Komplexe technische Systeme funktionieren nur im Zusammenspiel der einzelnen Komponenten“ wurde eine Lösung zur Absicherungen der auf der DC 24V-Seite eingesetzten Sensorik und Aktorik gesucht. Betrachtet man Lagersysteme mit großen Ausmaßen (wie das Wabenlager Unicompact von Kasto), so wird klar, das hier schnell Leitungslängen von mehr als 100 m zustande kommen. Das gilt nicht nur für Leistungskreise, sondern insbesondere auch für die Sensorik/Aktorik. Zusätzlich erschwerend wirkt sich hier der höhere Leitungswiderstand durch die kleineren Querschnitte aus. Im Fehlerfall würde kein Sicherungsautomat auslösen - nicht bei Kurzschluss und auch nicht bei Überlast. Dagegen würde es allerdings zu einer erhöhten Anzahl von Ausfällen kommen.

LOCC-Box löst das Problem mit Sicherheit und größerer Funktionalität

„Unser Ziel war es nun, ein Sicherungssystem zu finden, dass es auf der einen Seite ermöglicht, unabhängig von der Leitungslänge zu arbeiten und auf der anderen Seite eine Ein-Kanal Lösung bietet, erklärt Matthias Eigbrecht, Abteilungsleiter Elektrokonstruktion bei Kasto. „Nach einigen Testläufen mit Leitungslängen jenseits der 100 Meter, in der wir verschiedene Hersteller elektronischer Systeme getestet haben, war die LOCC-Box von Lütze das einzige Gerät das sicher auslöste.“ „ Damit und der grundsätzlich durchgeführten Spannungs- und Strommessung haben wir ein System gefunden, dass nicht nur genau diese Problematik lösen konnte, sondern neben einem vernünftigen Preis uns auch noch zahlreiche weitere Vorteile bringt.“

Nämlich etwa der Leitungsanschluss mittels Federkraftklemmen — für Kasto ein Muss — weil in Lagersystemen ständige Vibrationen auftreten und die Verdrahtung damit entsprechend erleichtert wird. Zudem umfasst die LOCC-Box nicht nur für die Leitungsanschlüsse Federanschlusstechnik, sondern auch die Energiezuführung ist darüber realisiert und ermöglicht durch den Trennschlitten ein einfaches Freischalten in der Inbetriebnahmephase.

Auch wurde der Platzbedarf in der Anlage durch die extrem schmale Baubreite von 8,1 mm stark reduziert. Ferner verringerten sich durch die Einstellbarkeit von Strombereich und Charakteristik sogar noch die Lagerhaltungskosten. Weiterer Vorteil: Das wandlungsfähige LOCC-Box-System wächst nach Bedarf mit, wodurch eine kontinuierliche Prozessoptimierung auf einfache Weise möglich wird.

Matthias Eigbrecht: „Die Geräte arbeiten problemlos und werden von den Monteuren wegen ihrer Installationsqualität gelobt. Deshalb setzten wir diese jetzt zur Absicherung der kompletten Sensorik, Aktorik und anderen Feldgeräte ein.“ Der Elektrokonstrukteur kann sich in Zukunft den Einsatz der LOCC-Box auch unter Profinet vorstellen, „wodurch wir unsere Anlagen noch besser diagnostizieren können.“

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