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Hard- und Software-Plattform Jupiter-Plattform führt Messtechnik-Produkte in die digitale Zukunft

| Redakteur: Sariana Kunze

Jumo ist auf die Plattform gekommen. Ab 2019 beginnt das Unternehmen – mit einer Hard- und Software-Plattform – seine Produkte in die digitale Zukunft zu führen.

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Der Jupiter ist mit einer durchschnittlichen Entfernung von 778 Mio. km von der Sonne aus gesehen der fünfte Planet – er ist der Namensgeber für die Hard- und Software-Plattform von Jumo.
Der Jupiter ist mit einer durchschnittlichen Entfernung von 778 Mio. km von der Sonne aus gesehen der fünfte Planet – er ist der Namensgeber für die Hard- und Software-Plattform von Jumo.
(Bild: gemeinfrei / CC0)

Auf zum Jupiter! Mit diesem Ausspruch stellte der Hersteller von industrieller Sensor- und Automatisierungstechnik Jumo anlässlich seiner alljährlichen Pressekonferenz in Fulda eine seiner Neuheiten zur Hannover Messe vor. Aber was hat nun der größte Planet mit einem Äquatordurchmesser von rund 143.000 km des Sonnensystems mit der Automatisierungsbranche zu tun? Harald Schöppner, Jumo Engineering, erklärt zum Beginn seiner Präsentation den Bezug zum Planeten bzw. Sonnensystem so: „Mit einer neuen Hard- und Software-Plattform starten die Jumo-Produkte in die digitale Zukunft.“ Der Plattformansatz soll zahlreiche Vorteile bei der Entwicklung von Produkten mit sich bringen und sei in vielen Branchen heute schon Standard. Das Unternehmen aus Fulda setzt ab 2019 auch auf diese Strategie. Vorreiter für die Jupiter-Plattform ist das Automatisierungssystem Jumo Varitron, weitere Produkte werden folgen und so soll ein Universum entstehen. Bei der Entwicklung der Plattform sei großer Wert auf die Skalierbarkeit der Hardware und Software gelegt worden.

Skalierbare Performance, Speicher und Schnittstellen

Mit der Jupiter-Plattform sollen die Jumo-Produkte in die digitale Zukunft starten.
Mit der Jupiter-Plattform sollen die Jumo-Produkte in die digitale Zukunft starten.
(Bild: Jumo)

Das Ergebnis ist eine modulare, flexible und zukunftsfähige Hardware-Plattform, kombiniert mit einer modernen Software-Architektur. Basis ist eine Hardware-Plattform mit einem 800 MHz-Prozessor, der je nach Anwendung als Single-, Dual- oder Quad-Core-Variante eingesetzt wird. Das CPU-Modul ist steckbar und kann per Schnittstellen, wie z. B. Ethernet, USB, PCIe, UART, SPI, I2C und GPIO’s, flexibel an die Anforderungen eines Gerätes angepasst werden. Leistungsstärkere oder leistungsschwächere Prozessoren können damit je nach Kundenanforderungen verwendet werden. Die Software ist auf Basis einer Linux-Plattform modular aufgebaut und ermöglicht eine gute Skalierbarkeit der Performance, Speicher und Schnittstellen. Laut Jumo sind durch hohe Standards bei Cyber Security und der Kryptographie Anwender auch beim Cloud Computing auf der sicheren Seite.

In Sachen Konnektivität ist die Jupiter-Plattform mit modernen Schnittstellen ausgestattet. WLAN und Bluetooth sind Standard, darüber hinaus können modernste TFT-Displays angeschlossen werden. Intuitive Bedienkonzepte, Multigestensteuerung und animierte Bildübergänge sind möglich. Die Plattform kommt 2019 erstmalig im Jumo Varitron-Automatisierungssystem zum Einsatz und sorgt nach Meinung des Herstellers für „einen Sprung in die Zukunft“. Für das Automatisierungssystem sind dann bis zu 64 intelligente Anschaltmodule möglich und per Ethernet können maximal zehn Bedienpanels parallel angeschlossen werden. Für die individuelle kundenspezifische Bedienung per Codesys Remote Target Visu und Webvisu stellt Jumo Visualisierungsbibliotheken bereit. Des Weiteren wird die Flexibilität auch durch die Integration aller wichtigen Feldbussysteme per Codesys (wie z. B. Modbus RTU / TCP Master und Slave, Profinet Controller, EtherCAT Master sowie OPC UA Server) garantiert. Über eine Profinet-Schnittstelle ist die Anbindung an übergeordnete Steuerungssysteme als Device möglich. Zusätzlich steht für das Automatisierungssystem ab 2019 auch ein neues Routermodul und ein digitales I/O-Modul zur Verfügung.

Mit Jupiter-Plattform Universum aufbauen

Nach dem Start im Jumo-Automatisierungssystem soll die Jupiter-Plattform Schritt für Schritt die Basis für mehr Jumo-Produkte werden, wie z. B. Bildschirmschreiber, Mehrkanalmessgeräte für die Flüssigkeitsanalyse oder Prozess- und Programmregler. Auch die Konnektivität zu bestehenden Jumo-Produkten, wie z. B. digitalen Sensoren, soll verbessert und damit neue Einsatzgebiete erschlossen werden.

Themen wie Digitalisierung, Konnektivität, Sicherheit oder Energie und Umwelt bestimmen die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der nächsten Jahre. Laut Michael Juchheim, geschäftsführender Jumo-Gesellschafter, ist Jumo bei all diesen Themen gut aufgestellt und kann sowohl durch Produkte als auch durch Lösungen einen Beitrag zur Bewältigung der damit verbundenen Herausforderungen leisten. Dies spiegle sich auch in den Produktentwicklungen der Unternehmensgruppe wieder.

Hannover Messe: Halle 11, Stand C28

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