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Neue Werkzeuge für die Digitalisierung im Engineering

| Redakteur: Ines Stotz

Anwender können die Leistungen der Eplan Plattform nutzen und sich jetzt gleichzeitig die Mehrwerte Cloud-basierter Services erschließen. Das führt zu mehr Wettbewerbsfähigkeit.

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Für effizientere Prozesse bei der Digitalisierung im Schaltschrank-, Maschinen- und Anlagenbau sind standardisierte Komponentendaten eine unverzichtbare Basis.
Für effizientere Prozesse bei der Digitalisierung im Schaltschrank-, Maschinen- und Anlagenbau sind standardisierte Komponentendaten eine unverzichtbare Basis.
(Bild: ©sdecoret - stock.adobe.com)

Prozesse optimieren, die Effizienz steigern und damit die Verfügbarkeit von Maschinen und Anlagen erhöhen – das ist das zentrale Ziel der Digitalisierung. Welche Rolle spielt dabei das Eplan Projekt? „Eine durchaus entscheidende“, erklärt Sebastian Seitz, CEO von Eplan auf einer Pressekonferenz, „denn die Digitalisierung ist nicht allein für Back-End- oder kommerzielle Prozesse in Unternehmen relevant. Betroffen ist gleichermaßen der gesamte Produktentstehungsprozess.“

Die Weiterentwicklung der Eplan Plattform unterstützt dieses ambitionierte Vorhaben. In der Engineeringphase steht der digitale Zwilling eines Schaltschranks im Mittelpunkt. Basis sind hochwertige 3D-Daten, die das Gehäuse und Zubehör abbilden. Ergänzt werden sie um projektrelevante Komponenten- und Verdrahtungsinformationen. Sebastian Seitz: „So lassen sich ohne Medienbruch Daten ausleiten und in den weiteren Teilprozessen wie Fertigung inklusive Verdrahtung nutzen.“ Auch das disziplinübergreifende Engineering biete deutliche Optimierungspotenziale. So sei es möglich, an einer zentralen Stelle – im Eplan Projekt – auch Parameterdaten smarter Sensoren zu speichern und diese im weiteren Prozess zu nutzen.

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AML als Austauschformat – offen und standardisiert

Offene, standardisierte Schnittstellen wie AutomationML (AML) stellen diese Daten beliebigen Nutzern zur Verfügung. Das geschieht ohne applikationsspezifische Formate oder Datenstrukturen. Nutzer können beispielsweise Maschinen zur Schaltschrank- oder Drahtbearbeitung sein oder auch Menschen, die mit Hilfe digitaler Informationen die Verdrahtung vornehmen. In der Betriebsphase gilt es, die Anlagenverfügbarkeit zu maximieren und im Fehlerfall Stillstandszeiten zu minimieren. QR-Codes von verbauten Komponenten helfen, diese wieder zu finden und deren Eigenschaften, wie z. B. Teilenummer und technische Daten für die Ersatzteilbeschaffung an jeder Stelle in der Anlage und zu jeder Zeit per Tablet oder Smartphone zur Verfügung zu stellen.

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Kollaboration ausdrücklich erwünscht

Eplan ePulse – die hierunter gebündelten Cloud-Aktivitäten von Eplan – unterstützt diese Szenarien. Sind die oben erwähnten Projektdaten dort gespeichert, steht einem Zugriff zu jeder Zeit und von jedem Ort nichts im Wege. „Die Eplan Plattform trägt unserem Ansatz Rechnung, indem wir Möglichkeiten geschaffen haben, die in den verwendeten Applikationen erzeugten Daten per Mausklick in die Cloud zu transferieren“, sagt Seitz.

Hierzu wird das Projekt über die ePulse-Applikation Eplan eView mit den erforderlichen Partnern zu Kollaborationszwecken geteilt. Unternehmen werden mit ihren Kunden und Lieferanten vernetzt, um so den Austausch von Daten einfach und sicher zu ermöglichen Das Projekt ist somit das zentrale, digitale Modell einer Automatisierungslösung, das mit verschiedenen Applikationen wie beispielsweise Eplan Electric P8, Pro Panel und Fluid aufgebaut wird und als „Single-Source-of-Truth“ verfügbar ist. Das Eplan Projekt versorgt schlussendlich die weiterführenden Prozesse mit den notwendigen Daten.

Eplan Data Portal: Umfassende digitale Daten

Ein weiterer Fokus von Eplan ePulse, was also die bereits existierenden und künftigen Cloud-Anwendungen im Portfolio des Engineering-Spezialisten zusammenfasst, liegt jetzt auf dem Eplan Data Portal: Ein Datenstandard auf Basis von eCl@ss Advanced soll die Qualität der Artikel- und Gerätedaten künftig signifikant erhöhen und so die Türen für mehr Standardisierung und Automatisierung öffnen.

„Eine höchstmögliche Digitalisierung auch im Engineering umzusetzen ist heute mehr Pflicht als Kür“, unterstreicht auch Hauke Niehus, Vice President Cloud Business. Das bedingt hochwertige Daten, die Engineering-, Fertigungsaspekte wie auch kaufmännische Informationen umfassen. „Um Anwendern künftig einen höheren Nutzwert für Daten zu ermöglichen, erarbeiten wir derzeit den ‚Eplan Data Standard‘ für die Gerätedaten im Data Portal. Der Standard soll als gemeinsame Sprache für Komponentenhersteller und Elektroingenieur dienen“, berichtet Niehus und erläutert: „Unser neuer Datenstandard definiert zum einen, welche Art von Daten vom Komponentenhersteller zur Verfügung gestellt werden sollen. Für typische elektrische Komponenten sind dies beispielsweise ein Schaltplan-Makro, eine 3D-Datei und Anschlussbilder. Darüber hinaus definiert der Standard auch den Inhalt bestimmter Datenfelder in Eplan, um daraus einheitliche Stücklisten zu erstellen oder das Schaltschrankgewicht durch standardisierte Gewichtsangaben zuverlässig berechnen zu können.“

„Mit dem Eplan Data Standard werden wir die Qualität der Komponentendaten im Portal signifikant erhöhen“, ist sich Sebastian Seitz sicher. Dazu bedarf es einiger Kernarbeitsschritte: Artikelauswahl, Schaltplan- und Stücklistenerstellung, Gewichts- und Klimaberechnungen, der virtuelle Schaltschrankaufbau als Input für die moderne Produktion sowie die vollständige Dokumentation der Maschine und einige logistische Prozesse.

Ein Praxisbeispiel:

In einem durchschnittlichen Schaltschrank für die Steuerungstechnik sind rund 500 Verbindungen verlegt, mit unterschiedlichen Farben, Querschnitten und Konfektionierungen. Eine Vorbereitung und Verdrahtung aller Verbindungen von Hand erfordert durchschnittlich vier Minuten pro Draht – zu viel, um im Wettbewerbsdruck mitzuhalten. Moderne Fertigungen beziehen die Drähte vorgefertigt von Maschinen. Sie ersparen sich unter anderem das manuelle Ablängen und Konfektionieren. Woher aber weiß die Maschine, welche Verbindungen im Einzelnen vorliegen müssen? Die Antwort liegt im digitalen Abbild des Schaltschranks. Alle Komponenten wurden zuvor im Engineering ausgewählt, elektrotechnisch im Stromlaufplan dargestellt und anschließend in 3D im Schaltschrank aufgebaut. Die Anschlusspunkte und -bezeichnungen der Komponenten sind im 3D-Layout bereits beschrieben. Mithilfe dieser Komponentendaten kann der Elektrokonstrukteur auf Knopfdruck die Farben, Längen und Verdrahtungsziele der Verbindungen ausgeben und an die Maschine übergeben.

Wirksame Unterstützung für Komponentenhersteller

Auch die Bedürfnisse der Komponentenhersteller fließen in den Eplan Data Standard ein. Schließlich ist der Aufwand für die Erstellung von Komponentendaten durchaus nicht trivial. Insofern verknüpft Eplan die Anforderungen des eigenen Datenstandards mit eCl@ss Advanced, einem neutralen Standard für Komponentendaten. Diese nach eCl@ss Advanced beschriebenen Artikeldaten sollen ohne zusätzliche Aufwände in der Software Eplan nutzbar gemacht werden. Auf diesem Wege können Hersteller ihren Kunden eine deutliche Effizienzsteigerung ermöglichen, ohne selbst neue Daten erstellen zu müssen. Voraussetzung dafür sind Datensätze im eCl@ss Advanced Format.

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Neues Werkzeug zur automatischen Stromlaufplanerstellung

Zu den aktuellen ePulse-Cloud-Aktivitäten der Monheimer zählt ebenfalls Eplan Cogineer Free – eine kostenlose Variante des cloudbasierten „Project Builders“ aus der Produktfamilie Eplan Cogineer, die erste Gehversuche in der automatischen Generierung von Stromlauf- und Fluidplänen erlaubt.

Auf Basis von Makrobibliotheken, die in der ePulse-Umgebung hinterlegt sind, können Anwender von P8 nach Registrierung Elektro- und Fluidschaltpläne generieren. Ohne Initialaufwand sofort produktiv sein und die Vorteile der automatischen Schaltplanerstellung erfahren – das ist der Praxisvorteil von Eplan Cogineer Free. Die Arbeitsweise ist dabei so einfach wie die Konfiguration eines PKWs: Projekt öffnen, Aufgabenstellung auswählen und per Knopfdruck konfiguriert die Software Schaltpläne auf Basis von Eplan Electric P8.

Eplan Cogineer Free: branchenunabhängige Nutzung

Das Angebot richtet sich an alle Anwender von Eplan Electric P8 (Elektrotechnik) und Eplan Fluid P8 (Fluidtechnik) sowie an Planer in der Gebäudeautomatisierung. User können sowohl Projekte der Neuplanung wie auch Instandhaltungsthemen mit diesem Software-Werkzeug durchführen – der Einsatz ist universell und branchenunabhängig. Die erstellten Schaltpläne werden innerhalb der Eplan Plattform in die Eplan Projektverwaltung hineinkopiert. Anwender haben damit direkten Zugriff auf die mit Eplan Cogineer Free generierten Schaltpläne.

Eplan Cogineer Free ist ab sofort verfügbar. Langfristig ist geplant, dass die in Cogineer Free bereitgestellten Bibliotheken, die bislang nur in der kostenlosen Version verfügbar sind, auch in allen Ausbaustufen von Eplan Cogineer nutzbar sind. Interessierte können sich hier kostenlos registrieren: https://www.epulse.cloud/

Konsequent werden in ePulse weitere Applikationen ergänzt, wie beispielsweise Eplan Smart Wiring, das in Zukunft auch auf die Cloud-Ebene gerückt wird.

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