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Rittal Pionier Friedhelm Loh feiert 70. Geburtstag

| Redakteur: Katharina Juschkat

Der Unternehmer Friedhelm Loh, Inhaber der Friedhelm Loh Group, zu der u.a. Rittal gehört, feierte am 16. August seinen 70. Geburtstag. Der bekannte Unternehmer ist nicht nur für seine unternehmerische Verantwortung, sondern auch für sein soziales Engagement bekannt. Ein Rückblick auf ein beeindruckendes Lebenswerk.

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„Stillstand ist Rückschritt“, sagt der Unternehmer Friedhelm Loh, der seine unternehmerische Verantwortung immer ernst nimmt.
„Stillstand ist Rückschritt“, sagt der Unternehmer Friedhelm Loh, der seine unternehmerische Verantwortung immer ernst nimmt.
(Bild: Davids/Paul Zinken)

Als Friedhelm Loh mit 28 Jahren in die Fußstapfen seines Vaters Rudolf trat, hatte er die Personalnummer 181. An seinem 70. Geburtstag am 16. August 2016 hat er die Elektrobranche national und international bewegt und geprägt. Mit Spürsinn für Trends etablierte er die Idee der Standardisierung im Steuerungs- und Schaltanlagenbau, ging als einer der ersten mittelständischen Unternehmer nach Indien, China und in alle Kontinente der Welt und treibt die digitale Transformation voran. Mit seinem sozialen Engagement und in seiner unternehmerischen Verantwortung will er Zeichen setzen.

Aus einem Start up eine Weltmarke geformt

Mit der Idee eines Pioniers und vier Stahlblechgehäusen fing 1961 alles an. Unternehmer Rudolf Loh und seine Frau Irene gründeten die Rudolf Loh KG, die später Rittal heißen sollte – nach dem Standort Rittershausen im Dietzhölztal. Die drei Kinder packten schon früh mit an. „Als die erste kleine Fabrikhalle gebaut wurde, haben wir Kinder den Putz von den alten Ziegeln geklopft“, erzählt Dr. Friedhelm Loh. Aus der Idee seines Vaters sollte eine revolutionäre Idee werden: Gehäuse für elektrische Steuerungen im Maschinen- und Anlagenbau serienmäßig zu produzieren und ab Lager auszuliefern. Bald stieg die Nachfrage nach den standardisierten Schaltschränken, das Unternehmen wuchs und wurde über die hessischen Grenzen hinaus bekannt. Mit 28 Jahren übernimmt Friedhelm Loh 1974 die Geschicke des Unternehmens.

Vierzig Jahre später ist Rittal Weltmarktführer mit Schaltschränken und der Schaltschrankklimatisierung im Steuerungs- und Schaltanlagenbau, beschäftigt über 10.000 Menschen und gehört zur inhabergeführten Friedhelm Loh Group. Wurde die Idee der Standardisierung anfangs noch belächelt, veränderte sie in nur wenigen Jahren den internationalen Steuerungs- und Schaltanlagenbau. Heute kommen Rittal-Produkte in allen Branchen zum Einsatz, u.a. in der Automobilindustrie, dem Maschinen- und Anlagenbau, der IT- und Telekommunikationstechnik, der Chemie- oder der Nahrungsmittelindustrie und der Energietechnik. Dr. Friedhelm Loh gab sich mit dem Erfolg standardisierter Schaltschränke nicht zufrieden. „Stillstand ist Rückschritt“, lautet ein gern verwendetes Zitat des Unternehmers. Statt singulären oder reihenmontierten Schaltschränken können Anwender ihre Fabriken heute mit kompletten Rittal-Systemen ausstatten.

IT und Industrie früh verschmolzen

Zum Einsatz bei Rittal kommen Stahl und Kunststoff. Die Wertschöpfungskette der Gruppe wird durch den eigenen Stahlservice Center Stahlo und den Kunststoffspezialisten LKH erweitert. Die beiden Unternehmen liefern und fertigen heute nur den kleineren Teil für den Eigenbedarf, vielmehr wurde das Geschäft auf namhafte Automobilunternehmen, die Elektroindustrie oder den Bausektor ausgeweitet.

IT und Software faszinierten den Unternehmer seit jeher als Zukunftstechnologie, weshalb er auch früh in die digitale Elektroplanung einstieg. Als die Symbiose von IT und Industrie noch in den Kinderschuhen steckte, stieg Loh beim Software-Unternehmen Eplan ein. 1986 war damit das Jahr der beginnenden Digitalisierung der Steuerungen im Schaltschrank. Heute ist die digitale Elektroplanung genauso wichtig wie das reale Produkt. In der Wertschöpfungskette des Unternehmens spielt sie die Hauptrolle: Den Schaltschrank aus Stahl gibt es nur, weil die Schaltschrankdaten durch sämtliche Prozesse wandern – vom Engineering über die Fertigung und Bearbeitung bis hin zu den kaufmännischen Prozessen. Von drei Mitarbeitern sind Eplan und Cideon heute auf 1100 Mitarbeiter angewachsen. In der Summe ist jeder zehnte Mitarbeiter von Rittal ein Software-Ingenieur.

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