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Gebäudeautomatisierung wird reglemäßig optimiert
Als zentrale Energieversorgung kommt in dem Gebäudeensemble ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk zum Einsatz. Die Kraft-Wärme-Kopplung ist mit einer Auslegung von 80 kW thermischer und 50 kW elektrischer Leistung in der Lage, rund 60 Prozent der Grundlast des Gebäudes zu decken. Diese ist mit 60 kW beziffert. Mit dieser Entscheidung erreichen die Planer das Ziel, das BHKW so effizient wie nur möglich durchlaufen zu lassen. Deshalb gibt es für den höheren Wärmebedarf im Winter noch einen Spitzenlastkessel. Damit die bei der Kraft-Wärme-Kopplung entstehende Wärme auch in den Sommermonaten effektiv genutzt werden kann, arbeitet die Anlage zudem in Kombination mit einer Kältabsorptionsanlage. Der bei der Kraft-Wärme-Kopplung erzeugte elektrische Strom dient ebenfalls vorrangig dazu, den Eigenverbrauch zu decken.
Die Basiseinstellungen der Lüftungsanlage, der Beleuchtung oder der Heizung sind in der GLT weitgehend automatisiert. Zudem optimieren Fachleute regelmäßig die Systeme. Neben der Präsenzerfassung, gibt es ebenfalls eine Wetterstation, die die äußeren Einflüsse misst und der GLT zur Verfügung stellt. Realisiert ist dieser Teil mit einem Flexroom-Weather-Verteiler von Wago. Mit ihm lassen sich neben Windgeschwindigkeit und -richtung weitere Daten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit , Helligkeit und Globalstrahlung erfassen – um sie dann allen Teilnehmern der Raumautomation gebündelt zur Verfügung zu stellen. Mit der zentralen Wetterstation sind ebenfalls Grenzwertüberwachungen für Windalarm und Frostschutz möglich. Auf einfache Weise per Web-Browser konfiguriert, sorgt der Flexroom-Weather-Verteiler dann zum Beispiel dafür, dass bei extremen Witterungsverhältnissen etwa der außenliegende Sonnenschutz in eine geschützte Position fährt oderdurch gezielte Verschattung der Fenster verhindert wird, dass sich Büros während der Sommerzeit unnötig aufheizen. Auf diese Weise verbessert sich im Neubau der Joachim-Herz-Stiftung einerseits das Wohlfühlklima bei andererseits geringerem Energieverbrauch durch die geringere Klimatisierungsleistung.
Sämtliche Daten laufen im I/O-System zusammen
Ob Fensterüberwachung mit Kontaktschaltern, Wetterauswertung, Regelung von Raumtemperaturen, oder die Analyse von Luftgasen wie CO2 zur bedarfsgerechten Volumenstromregelung der Lüftungsleistung – sämtliche Daten laufen für eine wirksame Raumautomation im Wago I/O-System 750 zusammen. Weil die Vielschichtigkeit der eingesetzten Aktorik und Sensorik gerade in der Gebäudeautomatisierung mit unterschiedlichen Kommunikationsprotokollen oder Signalformen verbunden ist, greifen Gebäudetechniker immer häufiger zum I/O-System 750 von Wago. Der Grund dafür liegt vor allem im System begründet. Die Steuerung ist in der Lage durch das umfassende Angebot an Schnittstellenkarten wirklich alle Sprachen und Signalformen einzusammeln, zu verarbeiten und per Ethernet an eine GLT gebündelt weiterzuleiten. Folglich ist es dem I/O-System 750 quasi egal, welche Sprache die angeschlossenen Teilnehmer sprechen. Die in den Sprachen der IEC 61131-3 frei programmierbare Steuerung verarbeitet BACnet-, KNX-, LON- oder EnOcean-Protokolle genauso, wie die Subsysteme DALI, SMI, MP-Bus und viele weitere. Zudem kann das I/O-System auch analoge und digitale Signale direkt auswerten.
Im Gebäude der Joachim-Herz-Stiftung bündeln die modular aufgebauten Steuerungen die Daten und leiten sie an die GLT weiter. Damit es bei der Realisierung des Projektes keine Zeitverzögerungen gibt, sind vor allem Fragenstellungen zu vorhandenen und benötigten Schnittstellen im Vorfeld der eigentlichen Arbeiten besprochen worden. „Wir haben auf der Ebene der Einzelraumregelung unterschiedliche Bussysteme miteinander kombiniert“, sagt Lars Jacobsen angesichts der Tatsache, dass jedes Protokoll aufgrund des spezialisierten Einsatzes seine Berechtigung habe. Damit daraus ein intelligentes Gebäude wird, sei es eben notwendig, die verschiedenen Systeme miteinander zu verknüpfen – ohne dabei in die Falle aufwändiger und zeitfressender Schnittstellenprogrammierungen zu tappen.
Maximaler Komfort
„Wir nutzen ein offenes System, das mit allen Teilnehmen der Gebäudeautomatisierung kommunizieren kann“, fasst Lars Jacobsen die Vorteile der Wago-Technik zusammen, die in Hamburg auch die Stromverteilung zu einem schlüssigen Ganzen integriert. Für Henner Struthoff, Bereichsleiter Kapitalanlage, IT und Organisation bei der Joachim Herz Stiftung bringt die Gebäudetechnik aus Anwendersicht einfach nur maximalen Komfort. „Das Feedback bei unseren Mitarbeitern ist extrem gut.“
* Stephan Lampe, Wago Kontakttechnik
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