Standardisierung Steuerungsanbieter unterstützen Standardschnittstelle Umati

Redakteur: Katharina Juschkat

Die Standardschnittstelle für Werkzeugmaschinen des VDW – Umati – erzielt Fortschritte: Alle großen Steuerungshersteller stehen inzwischen hinter der Schnittstelle. Auf der Emo ist Umati in einer Live-Demo zu sehen.

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Die Schnittstelle Umati kommt bei Steuerungsherstellern gut an.
Die Schnittstelle Umati kommt bei Steuerungsherstellern gut an.
(Bild: pixabay.com / CC0 )

Im September letzten Jahres hat der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) die universelle Standardschnittstelle „Umati“ („universal machine tool interface“) vorgestellt – inzwischen ist die Schnittstelle ein gutes Stück vorangekommen. Dr. Alexander Broos, Leiter Forschung und Entwicklung im VDW, berichtet: „Nicht nur, dass unsere neu gegründete OPC UA Joint Working Group (JWG) Mitte Februar die Arbeit aufgenommen hat, es ist auch gelungen, zwei weitere namhafte Steuerungshersteller für die Mitarbeit zu gewinnen: B&R Automation aus Österreich und Mitsubishi Electric aus Japan.“

Inzwischen wird Umati außerdem von Beckhoff, Bosch Rexroth, Fanuc, Heidenhain und Siemens aus der Steuerungswelt unterstützt. „Damit haben wir alle wichtigen Anbieter von CNC-Steuerungen für Werkzeugmaschinen bei Umati mit an Bord“, sagt Götz Görisch, Umati-Projektleiter im VDW.

Steuerungshersteller begrüßen die Standardisierung

Den Steuerungsherstellern soll die Standardisierung entgegenkommen, da für deren Kunden eine herstellerübergreifende Standardisierung wünschenswert ist, um ihre Daten auslesen und in einem einheitlichen Datenformat verarbeiten zu können.

So sagt Peter Berens, Leiter Business Development CNC-Systeme bei Bosch Rexroth: „Die vom VDW initiierte Standardisierung auf Basis von OPC UA wird von uns ausdrücklich begrüßt und unterstützt. Wir wirken aktiv an der Gestaltung mit und integrieren Umati in das CNC-System MTX.“

Die Internationalisierung auf der Basis von OPC UA war für Umati ein wichtiger Schritt, den beispielsweise auch Mitsubishi Electric überzeugte. Michael Marzluff, Global Key Account CNC bei Mitsubishi Electric Europe, erklärt: „Nachdem sich der VDW mit seinem auf OPC UA basierenden Standardisierungsansatz Umati international aufgestellt hat, beteiligt sich Mitsubishi Electric sehr gerne an dieser Initiative.“

Live-Demo: Umati auf der Emo 2019

Auf der Emo Hannover 2019 ist eine große Demoinstallation mit internationaler Beteiligung geplant. „Bis dahin gibt es noch viel zu tun“, sagt Görisch vom VDW. Zum einen soll die OPC UA Spezifikation für Werkzeugmaschinen stehen, zum anderen müssen in den Maschinen und Steuerungen der Teilnehmer die notwendigen Voraussetzungen und Anpassungen geschaffen werden. In Hannover sollen dann die ersten Use Cases gezeigt werden. Mittlerweile haben sich 130 Mitarbeiter aus 60 Firmen in zwölf Ländern für die Mitarbeit in der JWG registriert.

Auch Beckhoff unterstützt die Live-Demo. Henning Rausch, zuständig für die CNC-Applikationen bei Beckhoff Automation in Verl, erklärt: „Wir weisen unsere Kunden aus dem Werkzeugmaschinenumfeld auf Umati und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten hin. Deshalb beteiligt sich Beckhoff an der Live-Demo auf der Emo Hannover mit mehreren über die Umati-Schnittstelle verbundenen Maschinen. Auch auf dem Beckhoff-Messestand werden wir das Thema gezielt präsentieren.“

BUCHTIPPOhne eine herstellerunabhängige Vernetzung von Geräten und Anlagen ist Industrie 4.0 nicht umsetzbar. OPC UA ist genau dafür konzipiert – doch der Einstieg ist nicht immer einfach. Das Fachbuch „Praxishandbuch OPC UA“ hilft weiter.

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