20. AUTOMATION DAY

Über 100 Teilnehmer interessierten sich für High Performance Engineering

31.10.2011 | Redakteur: Reinhard Kluger

Begrüsste die Besucher des 20. Automation Day in Nürnberg: Michael Sperber, infoteam Software.
Begrüsste die Besucher des 20. Automation Day in Nürnberg: Michael Sperber, infoteam Software.

Der 20. Automation Day fand am 17. Oktober 2011 in Nürnberg statt. „High Performance Engineering“, so das Thema. Die Vorträge und Diskussionen zeigten: Im Engineering schlummern Reserven, die die Automatisierung ausschöpfen muss. Eine Möglichkeit bietet Cyber Physical Systems. Ein innovativer Ansatz, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht werden zu können.

„Cyber Physical Systems - ein Enabler für High-Performance Engineering?“, so der Titel des Einführungsvortrags von Prof. Dr.-Ing. Birgit Vogel-Heuser, TU München. Weil die Automatisierung schon seit langem die Optimierung der Engineering-Vorgänge in allen Disziplinen des Maschinen- und Anlagenbaus anstrebt, muss sie sich neuen Herausforderungen stellen. Cyber Physical Systems, CPS, ist solch ein Ansatz. Er fasst neue Geschäftsprozesse, Beschreibungsmittel und Methoden zusammen, die dem Automatisierer helfen sollen, künftigen Engineering-Abläufe noch effektiver zu beherrschen. „Cyber Physical Systems sind die konsequente Weiterentwicklung eingebetteter Systeme aus Sicht der Informatik. Aus Sicht der Automatisierungstechnik sind CPS die Einbeziehung der unternehmensübergreifenden globalen Vernetzung und der sich selbst adaptierenden Supply-Chains“, sagt Birgit Vogel-Heuser.

Durchgängig modularisieren ist künftig unersetzlich

Integriertes Engineering - in der Praxis nutzt man derzeit Plattformen. Am Beispiel des Engineering-Frameworks ProMaster informierte Siegfried Schülein, Baumüller, über solche Plattformen. Seine Fazit: Wichtig dabei sind durchgängige Tools fürs Engineering und für die Inbetriebnahme.

„IEC61499 – Die neue IEC61131?“ Prof. Valeriy Vyatkin, University of Auckland, zeigte auf, was Tools nach IEC61499 leisten. (Siehe Interview zum Thema im Kasten).

Im Engineering muss man von Zeit die Prozessabläufe überdenken und restrukturieren. Wie ein solches Projekt in der Praxis verlaufen kann, Mathias Denk, GE Jenbacher, zeigte den entsprechenden Anforderungsprozess in einem Restrukturierungsprojekt bei GE Jenbacher auf, der Gasmotorensparte von GE. Anhand eines Beispiels erläuterte er die abteilungsübergreifende Spezifikation der Anforderungen sowie deren Absicherung und Kommunikation mit Zulieferern. Seine Erkenntnis: „Durchgängige Modularisierung ist für zukunftsfähige Steuerungssoftware unerlässlich.“

Maschine mit Software war gestern, Software mit Maschine ist morgen. Auf diesem Weg in die Zukunft begleiten unabhängige Beratungsunternehmen den Maschinenbauer. „Engineering-Aspekte bei der Auswahl von Automatisierungsplattformen“, so das Thema des Vortrags von Felix Rhöse, vom Beratungsunternehmen ITQ. Praxisnah zeigte er auf, welche Anforderungen und Kriterien eine moderne Entwicklungsumgebung erfüllen sollte, um nachhaltig Engineeringkosten zu senken. Seine Bilanz: „Werkzeuge müssen ein ergonomisches und effizientes Software Engineering unterstützen.“

 

Prof. Valery Vyatkin, Universität Auckland „Interesse an verteilter Automatisierung steigt weiter“

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