Elektro- und Digitalindustrie Wie ein massives Auftragsplus die deutsche Elektroindustrie beflügelt

Quelle: ZVEI 3 min Lesedauer

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Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie startet mit beachtlichen Zahlen ins zweite Halbjahr 2026. Dank inländischer Großaufträge steigen nicht nur die Umsätze, auch die Einstellungspläne drehen nach drei Jahren erstmals wieder ins Plus.

Mit einem Auftragsplus von über 32 Prozent verzeichnet die deutsche Elektro- und Digitalindustrie einen starken Start ins zweite Halbjahr.(Bild:  VCG / KI-generiert)
Mit einem Auftragsplus von über 32 Prozent verzeichnet die deutsche Elektro- und Digitalindustrie einen starken Start ins zweite Halbjahr.
(Bild: VCG / KI-generiert)

Die Auftragseingänge der deutschen Elektro- und Digitalindustrie haben sich im Juli 2026 äußerst positiv entwickelt. Mit einem Zuwachs von 32,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat machte die Branche zum Start in das zweite Halbjahr einen enormen Sprung vorwärts.

Inländische Großaufträge als Zugpferd

Auftragseingang der deutschen Elektro- und Digitalindustrie Juli 2026 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2026.(Bild:  ZVEI)
Auftragseingang der deutschen Elektro- und Digitalindustrie Juli 2026 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2026.
(Bild: ZVEI)

„Das starke Wachstum war abermals getrieben von Großaufträgen aus dem Inland, die hier für einen Anstieg um gut zwei Drittel (+67,3 Prozent) sorgten“, erklärt ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Doch auch das internationale Geschäft wächst: Die Bestellungen ausländischer Kunden erhöhten sich im Juli um fast ein Zehntel (+8,6 Prozent). Laut Gontermann kamen die stärkeren Impulse dabei mit einem Plus von 10,2 Prozent aus Drittländern außerhalb der Eurozone, während aus dem gemeinsamen Währungsraum 5,9 Prozent mehr Bestellungen eingingen.

Betrachtet man die gesamten ersten sieben Monate des Jahres 2026, steht unter dem Strich ein robustes Auftragsplus von 12,6 Prozent. Auch die reale – also preisbereinigte – Elektroproduktion in Deutschland verzeichnete im Juli einen Zuwachs von 3,2 Prozent, womit das kumulierte Plus für die Monate Januar bis Juli bei 0,7 Prozent liegt.

Umsätze knacken die 135-Milliarden-Marke

Diese positive Dynamik spiegelt sich direkt in den Kassen der Unternehmen wider. Der nominale Branchenumsatz legte im Juli 2026 um satte 10,5 Prozent zu. Insgesamt erwirtschafteten die Betriebe in den ersten sieben Monaten aggregierte Erlöse in Höhe von 135,2 Milliarden Euro, was einem Wachstum von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Davon entfielen 63,6 Milliarden Euro auf das Inlandsgeschäft und 71,6 Milliarden Euro auf Auslandskunden.

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Die Einstellungsabsichten drehen nach mehr als drei Jahren erstmals wieder ins Plus.

ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann

Erstmals wieder positive Einstellungsabsichten

Besonders vielversprechend für den weiteren Jahresverlauf: Die Unternehmen haben im August sowohl ihre Produktions- als auch ihre Beschäftigungspläne merklich heraufgesetzt. Der Saldo aus Firmen, die ihren Output in den nächsten drei Monaten ausweiten oder zurückfahren wollen, sprang von plus neun auf plus 27 Prozentpunkte.

Auch auf dem Arbeitsmarkt gibt es einen klaren Lichtblick. „Zudem drehten die Einstellungsabsichten nach mehr als drei Jahren erstmals wieder ins Plus“, so Gontermann. Zwischen Juli und August kletterte der entsprechende Saldo von minus acht auf plus fünf Zähler. Zur Einordnung: Zum Ende des ersten Halbjahres 2026 beschäftigte die Branche insgesamt 864.600 Mitarbeiter (1,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor), von denen 10.900 in Kurzarbeit waren.

Passend zu den starken Zahlen zog auch das allgemeine Geschäftsklima im August deutlich an. Wie Gontermann abschließend betont, verbesserten sich sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die allgemeinen Geschäftserwartungen sowie die spezifischeren Exporterwartungen ein ganzes Stück.

Die Zahlen der deutschen Elektro- und Digitalindustrie auf einen Blick

  • Massives Auftragsplus: Die Bestellungen stiegen im Juli 2026 um satte 32,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

  • Inland als Zugpferd: Der Boom wurde vor allem durch inländische Großaufträge getrieben, die um gut zwei Drittel (+67,3 Prozent) zulegten.

  • Wachsende Erlöse: In den ersten sieben Monaten des Jahres erwirtschaftete die Branche einen Gesamtumsatz von 135,2 Milliarden Euro (+5,5 Prozent).

  • Trendwende bei Jobs: Erstmals seit mehr als drei Jahren drehen die Einstellungsabsichten der Unternehmen wieder ins Plus – es sollen wieder mehr Mitarbeiter eingestellt werden.

  • Positiver Ausblick: Das Geschäftsklima hat sich im August deutlich aufgehellt. Die Unternehmen planen für die kommenden Monate mit einer höheren Produktion und besseren Exportgeschäften.

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