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Fraunhofer IPA Wüsten-Käfer ist das Vorbild für neue Farbe

| Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Fassaden können jetzt bei jedem Wetter blitzschnell trocknen – was Sto einem Insekt verdankt. Der Bauspezialist hat nämlich eine intelligente Fassadenfarbe nach dem Vorbild des Nebeltrinker-Käfers entwickelt. Das wurde nun auch ausgezeichnet.

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Der Nebeltrinker-Käfer war Vorbild für eine neue, intelligente Farbe.
Der Nebeltrinker-Käfer war Vorbild für eine neue, intelligente Farbe.
(Bild: Fraunhofer IPA)

Mit der Auszeichnung „Die Oberfläche“ prämiert das Fraunhofer IPA seit 2012 alljährlich innovative Anwendungen und Technologien aus dem Gebiet der Oberflächentechnik. Gewinner dieses Jahres ist Sto. Platz 2 und 3 belegen Tubex und Airbus Group Innovations (AGI) mit einem umweltfreundlichen Verfahren zu Innenbeschichtung von Dosen bzw. einer eisphoben Oberfläche zur effizienten Enteisung von Flugzeugkonfigurationen.

Die unabhängige und fachübergreifende Jury des Innovationswettbewerbs bildeten Dr. Martin Metzner vom Fraunhofer IPA, Dr. Martin Riester vom VDMA Fachverband Oberflächentechnik und Dr. Michael Hilt von der Forschungsgesellschaft für Pigmente und Lacke. Sie wählten die Preisträger anhand der Kriterien Innovationssprung, Nachhaltigkeit, Enabler-Qualitäten und industrielle Machbarkeit aus.

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Platz 1: Bionische Fassadenfarbe

Für Sto – ein Unternehmen, das sich selbst als „Technologieführer für die menschliche und nachhaltige Gestaltung gebauter Lebensräume“ versteht - war der Nebeltrinker-Käfer Vorbild für die neue, intelligente bionische Fassadenfarbe „Sto Color Dryonic“. Um in der Wüste zu überleben, wandelt dieser den Nebel, der auf seinem Rücken kondensiert, in Wasser um. Dabei sammeln die hydrophilen Kuppen auf seinem Panzer das Wasser an. Durch die hydrophoben Täler fließt es wiederum mithilfe der Schwerkraft in Richtung Mund ab.

Dieses bionische Prinzip bildet die Grundlage für die neue Fassadenfarbe: Die hydrophil- hydrophobe Mikrostruktur, die durch eine Kombination von organischen und anorganischen Komponenten und einer Selbstorganisation während der Trocknungsphase entsteht, führt das durch Tau und Nebel entstandene Wasser an der Fassade in Rekordzeit ab. Die Fassadenoberfläche trocknet deutlich schneller und ist resistenter gegen Algen und Pilze. Ökologisch nachhaltig ist die Farbe noch dazu, denn sie wird ohne biozide Wirkstoffe und CO2-neutral hergestellt. Die Herangehensweise der Sto hat die Jury überzeugt: „Die Übertragung dieses oberflächentechnischen Konzepts in die Technik hält zukünftig Fassaden trockener und sichert damit den Wert von Gebäuden nachhaltig“, lobt Jurymitglied Hilt.

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