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Elektroindustrie ZVEI fordert konkreten Fahrplan für einen Neustart der Wirtschaft

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Die Absatzaussichten der deutschen Elektroindustrie sind aufgrund der Corona-Krise weiter zurückgegangen. Das ergab eine aktuelle Umfrage des ZVEI unter seinen Mitgliedsunternehmen. Demnach berichtet mehr als 90 % von nachlassenden Bestellungen. Jetzt sei ein konkreter Fahrplan für einen Neustart der Wirtschaft gefragt.

Die Elektroindustrie fordert dringend einen konkreten Fahrplan für Neustart der Wirtschaft. Dabei seien Steuerentlastungen und ein Konjunkturprogramm für zukunftsgerichtete Investitionen notwendig.
Die Elektroindustrie fordert dringend einen konkreten Fahrplan für Neustart der Wirtschaft. Dabei seien Steuerentlastungen und ein Konjunkturprogramm für zukunftsgerichtete Investitionen notwendig.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Noch vor drei Wochen berichteten noch etwas mehr als die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen von nachlassenden Bestellungen. Mittlerweile sind es mehr als 90 %. Die Zahl derjenigen, die sogar von einbrechenden Aufträgen sprechen, hat sich inzwischen fast verdoppelt auf knapp 50 %. Mit durchschnittlich minus 14 % blieben die Erwartungen zum Umsatzrückgang gleich. Nur die Hälfte der Unternehmen geht davon aus, die Verluste in absehbarer Zeit vollständig oder zumindest teilweise wieder aufholen zu können.

Unternehmen brauchen mehr Planungssicherheit

„Mit Maßnahmen wie dem Kurzarbeitergeld hat die Bundesregierung entschlossen gehandelt, um die akuten wirtschaftlichen Folgen abzufedern. Jetzt muss sie einen konkreten Fahrplan vorlegen, wie der Neustart der Wirtschaft erfolgen kann“, kommentierte ZVEI-Präsident Michael Ziesemer die aktuellen Umfrageergebnisse. „Die Unternehmen benötigen mehr Planungssicherheit, um sich vorbereiten zu können. Nur so kann dringend nötiges Vertrauen wieder wachsen.“ Denn die bisherige schrittweise Exit-Strategie lasse die Unternehmen eher ratlos zurück. Das zeige das Umfrageergebnis: Über 90 % gaben an, dass die bisherigen Maßnahmen für eine Öffnung die Planungssicherheit nicht beeinflusst oder sogar verschlechtert hätten.

Dauerhafte Wirtschaftskrise verhindern

Zudem brauche es zukunftsorientierte Impulse durch die Politik. Neben Steuerentlastungen wie etwa durch eine höhere Obergrenze der verrechenbaren Verluste sei das vor allem ein Konjunkturprogramm, das auf Investitionen und die Verminderung des CO2-Ausstoßes zielt. „Aus der Corona-Krise darf keine dauerhafte Wirtschaftskrise erwachsen. Und auch den Klimawandel dürfen wir jetzt auf gar keinen Fall aus den Augen verlieren“, so Ziesemer. Wichtig sei es nun mehr denn je, in die konkrete Umsetzung zu kommen, statt sich erneut in CO2-Zielvorgaben zu verlieren. Sofern die Politik ein Konjunkturprogramm für einzelne Sektoren in Erwägung zieht, sollte sie einen Schwerpunkt auf die Elektrifizierung legen. Gerade die CO2-relevanten Sektoren Mobilität und Gebäude ließen sich gut verknüpfen, beispielsweise durch den Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Gleichzeitig habe die aktuelle Krise gezeigt, wie wichtig die Digitalisierung für Wirtschaft und Gesellschaft ist. So plane die Hälfte der Unternehmen, die an der ZVEI-Umfrage teilgenommen haben, hier künftig noch stärker zu investieren als ohnehin schon geplant. „Der Ausbau der digitalen Infrastruktur muss aber auch endlich oberste politische Priorität gewinnen“, so Ziesemer. „Denn Digitalisierung optimiert Prozesse in der Industrie und ist essenziell für eine erfolgreiche Energie- und Verkehrswende. Dieses Potenzial müssen wir nutzen.“

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