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Elektromobilität BMW testet seriennahen Elektro-Scooter in London

| Redakteur: Sariana Kunze

Mit dem „C evolution“ präsentiert BMW Motorrad erstmals einen seriennahen Prototypen eines leistungsfähigen Elektro-Scooters. Vom 27. Juli bis 12. August werden fünf voll fahrfähige Prototypen im Verkehr der Londoner City getestet. Weitere Einsätze folgen Im Anschluss in weiteren europäischen Metropolen. In dieser Pilotphase werden die BMW C evolution unter realen Einsatzbedingungen und in unterschiedlichen Märkten getestet. Damit sammelt BMW Motorrad weitere Erfahrungen im Bereich der E-Mobilität und bereitet die Markteinführung des zukünftigen Serienfahrzeugs vor.

Mit dem BMW Elektro-Scooter am Palace of Westminster in London vorbei gebraust.
Mit dem BMW Elektro-Scooter am Palace of Westminster in London vorbei gebraust.
(BMW)

Die Anforderungen an individuelle Mobilitätskonzepte, insbesondere für urbane Ballungsräume, unterliegen einem starken Wandel. Mehr denn je definiert sich individuelle Mobilität heute auch über Nachhaltigkeit. Wachsendes Verkehrsaufkommen, steigende Energiekosten und immer strengere CO2-Auflagen für das Befahren von Innenstädten sind die Herausforderungen der Zukunft.

Die BMW Group entwickelt Serienlösungen für aktuelle und kommende Mobilitätsbedürfnisse. In diesem Zusammenhang erweiterte BMW Motorrad seine Geschäftstätigkeit um die Facette „Urban Mobility“ und präsentierte 2011 mit den beiden Maxi-Scootern C 600 Sport und C 650 GT zwei entsprechende Serienfahrzeuge.

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Mit dem „C evolution“ folgt nun die dritte Entwicklungsstufe

BMW Motorrad präsentiert den seriennahen Prototypen eines E-Scooters, wie er schon bald auf den Markt kommen könnte. Als Commuting-Fahrzeug für den Pendelverkehr zwischen Stadtrand und Stadtzentrum konzipiert, standen bei der Entwicklung zwei Anforderungen besonders im Fokus: Fahrleistungen, die mit denen eines Maxi-Scooters mit Verbrennungsmotor vergleichbar sind und eine hohe Reichweite unter praxisgerechten Einsatzbedingungen.

Mit dem Einsatz von fünf voll fahrfähigen „C evolution“ erweitert BMW Motorrad seine Erfahrung im Bereich der E-Mobilität mit Einspurfahrzeugen und baut seine Kompetenz in diesem Segment weiter aus. In dieser Pilotphase werden die Fahrzeuge unter realen Einsatzbedingungen und in unterschiedlichen praxisnahen Gebieten betrieben. Die Einsätze dienen auch der Auslotung der Infrastruktur, wie etwa dem Aufbau eines Netzwerks von E-Mobilitäts-Anbietern, zu denen beispielsweise Mietfahrzeug-Unternehmen oder Carsharing-Firmen gehören.

Bis zu 100 Kilometern Reichweite

Mit 8 kWh ist die Speicherkapazität der Batterie gut bemessen und sorgt für eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern. Es kommen im „C evolution“ die gleichen Lithium-Ionen-Speichermodule wie im BMW i3 zum Einsatz. Besonderes Augenmerk legten die Entwickler hierbei auch auf die Qualität und Lebensdauer der Speichermodule, damit die hohe Reichweite auch nach Jahren und bei großer Kälte erhalten bleibt.

Eine besondere technische Herausforderung stellt die optimale Kühlung der Hochvoltbatterie dar. Einerseits gilt es, zu niedrige Temperaturen aufgrund des dann stark ansteigenden Innenwiderstands der Zellen und der damit verbundenen Leistungsabnahme zu verhindern. Andererseits müssen zu hohe Temperaturen unterbunden werden, da sie die Lebensdauer der Zellen beeinträchtigen.

Während bei elektrisch angetriebenen Pkw zur Kühlung des Speichers üblicherweise ein Kältemittel zum Einsatz kommt, wird beim „C evolution“ aus Platz- und Gewichtsgründen mit Luft gekühlt. Die Wärme der Hochvoltbatterie wird über einen mittig im Batteriegehäuse angeordneten, strömungsoptimierten Kühlluftschacht abgeführt, der vom Fahrtwind durchströmt wird. Für bestmögliche Wärmeabfuhr ist der Speicherboden mit in Längsrichtung angeordneten Kühlrippen versehen.

Das Batteriegehäuse aus Aluminium-Druckguss beinhaltet jedoch nicht nur die Zellen mit ihrer speziellen Architektur, sondern auch die gesamte erforderliche Elektronik zur Zellenüberwachung. Gleichzeitig fungiert es als tragendes Fahrwerkselement.

Hinter dem Batteriegehäuse ist die für den Elektroantrieb erforderliche Antriebselektronik installiert. Diese übernimmt nicht nur die Ansteuerung der E-Maschine im Spannungsbereich von 100 bis 150 Volt, sondern berücksichtigt auch die Fahrerwünsche, zum Beispiel durch Erfassen der Gasgriffstellung. Darüber hinaus verarbeitet sie Informationen von der Bremsanlage und entscheidet, ob Energie rekuperiert wird und wie viel Rekuperationsmoment gegebenenfalls am Hinterrad aufgebracht wird.

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